Diese Bücher legen wir Ihnen ans Herz: Einen schrägen, mitreißenden Krimi (mit Lesung!), einen eindringlichen, berührenden Roman über Nachkriegsfolgen und einen wunderbar vielschichtigen Roman.

Andreas Izquierdo: Über die Toten nur Gutes

In seinem mitreißenden und humorvollen Krimi führt uns der Autor in die nördlichste Stadt Deutschlands, nach Glücksburg an der Ostsee. Wahrscheinlich hätte Mads Madsen, der Trauerredner mit der schönen Stimme, einfach nur eine Rede schreiben sollen, als ein alter Freund tot aufgefunden wird.

Andreas Izquierdo: Über die Toten nur Gutes
DuMont 2025, € 18,00.
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Weil er aber unbedingt seiner Neugier nachgeben musste, steckt Mads plötzlich bis zum Hals in kriminellen Machenschaften, die ihm, seiner Familie und seinen Freunden wirklich gefährlich werden können. Tolle Situationskomik, schräge Hauptpersonen und ein ungewöhnlicher Ermittler – dieser Krimi macht richtig Spaß.

(Pia Patt)

Übrigens: Am 13. November können Sie Andreas Izquierdo live auf der #litbensberg der Buchhandlung Funk erleben. Freuen Sie sich auf einen Abend voller Spannung und anregenden Gesprächen! 

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Susanne Abel:  Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104

Vorweg: Den kleinen Jungen auf dem Cover des Buches gab es wirklich. Zwischen 1945 und 1950 startete das Deutsche Rote Kreuz Millionen von Suchanfragen, davon betrafen rund 300.000 Kinder, die während des Krieges von ihren Familien getrennt wurden. Anhand von zwei fiktiven Figuren schildert dieser Roman sehr berührend, aber ohne Pathos das Leben von Heimkindern der damaligen Zeit sowie ihren weiteren Lebensweg als Erwachsene. 

1945: Ein Kindertransport aus Danzig kommt in Westdeutschland an. Der kleine Junge hat ein Pappschild um den Hals, das man bis auf die Buchstaben WIL nicht lesen kann. Er spricht nicht. Seine Größe und sein Gewicht werden notiert. Aufgrund der Ausbildung seiner Backenzähne wird sein Alter auf 3 Jahre geschätzt. Da gerade der Buchstabe H an der Reihe ist, bekommt er den Namen Hartmut, später Hardy, Willeiski und die Nummer 104.

1947/48: Hardy ist in einem von Nonnen geführten Heim im Sauerland gelandet. Er spricht immer noch nicht, nässt sich fast jede Nacht ein, und wird deshalb fälschlicherweise als schwachsinnig eingestuft. Tatsächlich ist er schwer traumatisiert und voller Ängste, was aber niemanden auffällt bzw. interessiert. Im Gegenteil, die Nonnen schüren diese Ängste noch, verteilen harte und unwürdige Strafen.

Im Laufe der Zeit freundet er sich mit der älteren Margret an, die sich fortan seiner annimmt. Sie ist die einzige, mit der er spricht. Dann kommt ein Filmteam vom Suchdienst des Roten Kreuzes  ins Heim. Eine Tante von Margret meldet sich daraufhin und holt sie zu sich nach Hause. Nun ist Hardy wieder allein. Kann sich auch seine Situation zum Guten wenden?

Susanne Abel: Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104.
dtv Verlag 2025, € 24,00.
Das Buch in unserem Onlineshop

Genau hier setzt die eigentliche Handlung ein. Wie wirken sich diese Nachkriegsfolgen auf das spätere Leben der Betroffenen aus: Kriegstraumata, Verlust von nahen Angehörigen, von Heimat und Identität. Wie lebt man damit, nur eine Nummer in einer Akte zu sein? Die Versuche, später  diese traumatischen Erfahrungen zu verdrängen, münden in Sprachlosigkeit und Verschweigen und übertragen sich in Form von unbewussten Ängsten auf die nachfolgenden Generationen.

Besser als in jedem Sachbuch ist es der Autorin gelungen, uns diese oft verdrängte Thematik nahezubringen. Unsentimental, aber mit dem nötigen Respekt und viel Empathie für ihre Figuren gelingt es ihr, eine Zeit wieder auferstehen zu lassen, die mancher schon vergessen glaubte, die aber in vielen Familien noch unterschwellig weiterlebt. Ein eindringlicher und sehr berührender Roman, der ohne falsche Pathetik auskommt und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

(Sylvia Jongebloed)

Maggie Stiefvater: Grand Hotel Avalon

In den Appalachen, im Osten Amerikas, steht das Grand Hotel Avalon. Es hat einen legendären Ruf und steht für Luxus, Raffinesse und für ein besonderes Heilwasser. Geführt wird es von June Porter Hudson, für die das Avalon und sein treues Personal mehr ist als ein Beruf, nämlich Berufung, Liebe und Heimat.

Es ist Januar 1942, bisher war die Außenwelt weit weg, als die Wirren des Krieges in ihre Welt einbrechen und June und das gesamte Avalon auf eine harte Probe stellen.

Unter der Aufsicht von Special Agent Tucker Rye Minnick und Benjamin Pennybacker, Vertreter des State Departments, und deren Männern müssen alle regulären Gäste das Hotel verlassen, um gefangenen Diplomaten vorübergehend Platz zu machen.

Maggie Stiefvater: Grand Hotel Avalon.
S. Fischer 2025, € 25,00.
Übersetzt von Sabine Hübner
Das Buch in unserem Onlineshop

Atmosphärisch dicht erzählt Maggie Stiefvater von einem magischen Ort mit ganz weltlichen Problemen. Der Krieg spielt eine entscheidende Rolle. Ohne von Schlachten zu erzählen geistert das Thema als allgegenwärtiger Schatten durch das Buch.

Ich war sehr gefesselt von diesem wunderbar vielschichtigen Roman. 

(Pia Patt)

Viel Spaß beim Lesen, Ihre Pia Patt

Pia Patt führt die Buchhandlung Funk. Foto: Thomas Merkenich

Die Buchhandlung Funk existiert seit vielen Jahrzehnten in Bensberg und ist seitdem Bestandteil des kulturellen Lebens von Bergisch Gladbach. Mehr als zehn Jahre war Pia Patt bereits in der Buchhandlung Funk beschäftigt, als sie 2015 das Geschäft übernahm – zunächst zu zweit, seit Sommer 2023 führt sie die Buchhandlung allein. Mit viel Engagement und Freude setzt sie sich für ihre große Leidenschaft ein: Für das Lesen und für das Buch. So bietet die Buchhandlung einen offenen Literaturkreis an, geschlossene Gesellschaften, viele besondere Events und lädt mit der Veranstaltungsreihe #litbensberg zu großen Lesungen ein. 

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Pia Patt, geboren 1974 in Köln, verheiratet, 2 Katzen, wohnt in Lindlar. Sie wurde in der Buchhandlung Funk zur Buchhändlerin ausgebildet und interessiert sich besonders für Kinderbücher, Krimis, und Belletristik. Wenn sie nicht gerade liest, kümmert sie sich um ihren Garten oder feilt an ihren...

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