Die Musiker:innen des Auftakt-Abends: Benny, Stefan Gwildis, Joyce, Dirk Trümmelmeyer und Nelson Müller. Fotos: Laura Geyer

Einmal im Monat wollen Nelson Müller und sein Team sonntagabends in die Diepeschrather Mühle einladen, zum Drei-Gang-Menü gefolgt von Musik. Wir haben uns die Premiere mit Soul- und Popsänger Stefan Gwildis angeschaut – bei der nicht nur der Koch, sondern auch das Publikum einen Auftritt hatte.

Entspannte elektronische Beats und dezente, aber festliche Lichterketten empfangen die Gäste im Hof der „Diepeschrather Mühle“. Draußen fällt der erste Schnee des Jahres, drinnen ist es warm und behaglich. Hier, im Konrad-Adenauer-Saal, beginnt gleich der erste „Kultursonntag in der Mühle“.

+ Anzeige +

Neun große, runde Tische füllen den Veranstaltungssaal gleich hinter dem Restaurant „Müllers in der Mühle“. Alle 90 Plätze sind besetzt – die Tickets zu 109 Euro für den Auftakt des neuen, monatlich geplanten Angebots im Hotel- und Restaurantkomplex von Nelson Müller waren schnell ausverkauft.

Die Gäste erwartet ein Drei-Gang-Menü aus der „Müllers“-Küche mit anschließender Musik von Stefan Gwildis, Soul- und Popmusiker aus Hamburg und einer der prägenden Vertreter deutschsprachigen Soulgesangs.

Gutes Essen und Gespräche

Um 18.30 Uhr geht es los. Jeder Gast bekommt einen Mini-Brotlaib in Muffinform serviert, der beim Aufbrechen malzig duftet. Die Kruste ist wunderbar knusprig, das Innere saftig und noch so warm, dass die gesalzene Butter darauf schmilzt. Ein guter Start.

Bis zum nächsten Gang ergeben sich erste Gespräche. Die meisten Gäste sind Paare, die runden Zehnertische zwingen förmlich zur Kontaktaufnahme mit den unbekannten Nachbar:innen. Der Geräuschpegel steigt hörbar, es wird gequatscht und gelacht.

Bis die Vorspeise serviert wird: ein Stück geräucherter Saibling aus dem benachbarten Angelpark in einer Tomatenvinaigrette, getoppt von einem Fenchelsalat. Frisch, aromatisch, überraschend. Auch die folgende Hauptspeise ist köstlich, das geschmorte Kalbsbäckchen zergeht auf der Zunge, das Kartoffelpüree darunter ist schön cremig.

Von der „Opera-Schnitte“ zur Musik

Gastgeber Nelson Müller hat das Menü mit seinem Team gekocht. Das benachbarte Feinschmeckerrestaurant „Schote“, wo er sonst schwerpunktmäßig ist, hat sonntags geschlossen, sodass Müller schon nachmittags im „Müllers“ in der Küche stand.

Mehr zum Thema

Eine Tour mit Nelson Müller durch die neue Diepeschrather Mühle

Das Hotel, die Brasserie „Müllers in der Mühle“ und das Gourmet-Restaurant „Schote“ in der Diepeschrather Mühle haben ihre Türen bereits geöffnet, am 26. Mai wird auch die offizielle Eröffnung gefeiert. Höchste Zeit also für eine Haustour mit Nelson Müller. Dabei präsentiert der bekannte Koch, was der kräftig erweiterte Komplex alles bietet. Und erzählt, warum er seinen Lebensmittelpunkt nach Bergisch Gladbach verlagert.

Als letzter Gang vor der Musik kommt nun die Nachspeise, eine hübsch anzusehende „Opera-Schnitte“ aus Schokolade und Kaffeemousse, dekoriert mit Beeren und Blattgold. Das Mangosorbet daneben ist wunderbar fruchtig und cremig.

Ein schöner Abschluss, wenn auch etwas später als geplant. Abgeräumt wird erst, als die Musiker:innen schon auf der Bühne stehen. Das ist aber auch das einzige, was es an der Premiere zu beanstanden gibt.

Das Publikum wird zum Chor

Nach dem Essen ist dann auch die Unterhaltung wirklich gut, von der Begleitung durch den Saxophonisten Dirk Trümmelmeyer und das Essener Musik-Duo „Benny & Joyce“ (Piano und Vocals) über Nelson Müller, der es sich natürlich nicht nehmen lässt, selbst ein Stück zu singen, bis hin zum Stargast des Abends.

Stefan Gwildis kann mit seiner tollen, rauchigen Stimme nicht nur singen. Er vermag es, gleich mehrere Instrumente damit nachzunahmen und so in sehr unterhaltsame Dialoge mit Trümmelmeyers Saxophon zu gehen.

Vor allem aber bindet er von Anfang an gekonnt das Publikum ein, lässt es zweistimmig den Hintergrund-Chor singen oder reicht das Mikrofon auch mal ganz weiter. Der auserkorene Herr am vordersten Tisch schlägt sich so gut, dass Gwildis mit den Schultern zuckt und für ein paar Momente die Bühne verlässt, als würde er nicht mehr gebraucht.

Während des Stücks „Regennacht in Hamburg“ spaziert der Sänger mit Regenschirm samt aufgesteckter Wasserflasche zwischen den Tischen des Saals hindurch. Bei der Ankündigung seines Songs „Bunt“ bezieht er klar Stellung für Vielfalt und gegen rechte Politik, das Publikum applaudiert.

Zum Finale kommt Nelson Müller noch einmal auf die Bühne und singt mit Gwildis zusammen deren gemeinsames Stück „Schwerelos“, das 2022 als Duett auf Gwildis‘ Album „Bunt“ erschien.

„Ein Angebot für die Menschen hier vor Ort“

Erst um 23 Uhr endet die Veranstaltung. Ungewöhnlich für einen Sonntagabend, eher kein typischer Tag im Eventkalender. Diesen sonst eher ruhigen Abend zu beleben sei auch die Idee hinter dem neuen Format gewesen, erzählt Müllers Assistentin Katrin Lohmann. Das Publikum hat es offensichtlich gerne angekommen.

Einige sind extra angereist, übernachten im Hotel oder fahren, wie meine Tischnachbarn, noch zurück an den Niederrhein. Viele sind aber tatsächlich aus Bergisch Gladbach und Umgebung, sagt Nelson Müller, der am Ende der Veranstaltung seine Gäste persönlich verabschiedet: „Das freut mich besonders, denn das war die Absicht – ein Angebot für die Menschen hier vor Ort zu schaffen.“

Die nächsten zwei Termine stehen schon fest, was danach kommt, da sind Müller und sein Team ganz offen: Jazz, Klassik, aber auch Lesungen, vielleicht sogar mal Comedy.


Hinweis der Redaktion: Für diesen Beitrag sind wir einer Presseeinladung gefolgt, die Teilnahme war für uns kostenlos. Das hat unsere unabhängige journalistische Bewertung nicht beeinflusst.

ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

    1. Das Event hat m.E. mit “satt” werden nichts zu tun. Es sei denn, man ist hungrig nach Kunst, Kultur und nebenbei erlesenen Speisen und möchte einen kultivierten Abend verbringen.

      Zum ” satt werden” ist eher der Beitrag über “Ralfs Frittebud” gedacht. Da würde man vermutlich auch 100 € weniger ausgeben.

      Wir sollten froh und dankbar sein, dass es bei uns noch Unternehmer gibt, die ein so breites Spektrum anbieten, welches auch angenommen wird.