Ralf Hötges hatte Gaststätten in Mülheim, Bickendorf und Sülz. Mit der „Frittebud“ ist der Koch nun in Bergisch Gladbach angekommen - das er seit seiner Jugend gut kennt. Fotos: Redaktion

Der Kölner Gastronom Ralf Hötgen hat in der Laurentiusstraße ein Lokal eröffnet, das nicht leicht einzuordnen ist – und gerade deshalb eine Lücke füllt. Pommes spielen in seiner „Frittebud“ eine Nebenrolle. Stattdessen bietet die Karte anspruchsvolle Gerichte der gutbürgerlichen kölschen Küche und klassische Imbisskost. Zu erstaunlichen Preisen.

Seit 25 Jahren ist Ralf Hötgen in der Kölner Gastronomie unterwegs, hatte Restaurants in Mülheim und Bickendorf geführt und zuletzt in Sülz die Gaststätte „Knollendorf“ und die Bar „Jack & Bottles“ betrieben. Personalmangel und steigende Mieten hatten dem ein Ende gesetzt, daher war der 52-Jährige auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und ist nun in Bergisch Gladbach gelandet.

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Die Stadt ist für Hötgen aber kein Neuland. Aufgewachsen in Höhenhaus sei er in jungen Jahren oft in Bergisch Gladbach gewesen, als es das „Le Fleur“ noch gab. Den Weihnachtsmarkt auf dem Konrad-Adenauer-Platz besuche er immer noch gerne – weil der wie die ganze Stadt ein entspanntes Gegenmodell zum hektischen Köln sei, sagt Hötgen. Aber auch in Bergisch Gladbach gebe es (bis auf wenige relativ hochpreisige Ausnahmen) kaum noch Angebote der gutbürgerlichen deutschen Küche.

Diese Lücke will der Gastronom mit „Ralfs Frittebud“, die er in dieser Woche mitten in der Baustelle der Laurentiusstraße eröffnet hat, schließen. Knapp die Hälfte des kleinen Ladenlokals wird von der Küche eingenommen, vorne stehen drei Tische für jeweils vier bis fünf Personen und zwei Stehtische.

Kein Restaurant, aber auch kein Imbiss. Sondern ein Schnellrestaurant mit deutschen Gerichten, und damit ein Exot unter den Döner-, Gyros- und Asia-Läden. Und natürlich ziemlich fleischlastig. „Vegan? Da biste hier falsch,“ stellt Hötgen auf Nachfrage ohne Zögern klar.

Auf der Karte fallen zunächst die „Kölschen Klassiker“ ins Auge, die weit über „Himmel un Ääd“ hinausgehen: „Decke Bunne“, „Spiessbrode“ und „Julasch“ (alles für jeweils 9,90 Euro) werden mit Beilagen als Tellergericht serviert. Etwas teurer sind das „Krüstche Suurbrode“, der Rinderouladen-Topf oder das Hämmchen. Teuerstes Gericht ist die Grillhaxe für 15,90 Euro.

Ralfs Frittebud
Laurentiusstr. 25
51465 Bergisch Gladbach
Tel. 02202 1869 193
Website
Außerhaus-Verkauf, aber kein Lieferdienst

Bei den „Klassikern“ finden sich „Woosch“, Frikadelle und Schaschlik. Die Currywurst mit Pommes kostet 7,50 Euro. Sehr günstig werden auch die Schnitzel angeboten, von „Wiener Art“ für 5,50 Euro (ohne Beilagen) bis zum Champignonrahmschnitzel für 8,50 Euro.

Auf der Tafel gibt es wöchentlich wechselnde Angebote für 6,90 Euro. Auch diese ganz traditionell, wie Grünkohl oder „Möhren untereinander“.

Alle Gerichte (mit Ausnahme der Haxe) kommen innerhalb weniger Minuten auf den Tisch, weil Hötgen vorkocht. Dabei betont der gelernte Koch, dass er auf Lieferanten aus der Region setze und keine Fertigprodukte verwende. Die Schweineschnitzel würden von Hand geklopft und in einer Knusperpanade mit Haferflocken gewendet. „Die 25 Jahre Erfahrung in der Küche machen sich schon bemerkbar“, sagt Hötgen.

Das bestätigt sich bei einem kurzen Test. Die Wurst hat Biss und Geschmack, die Currysoße ist fruchtig, die Pommes sind breiter als gewohnt und lecker. Die Portion Sauerbraten wirkt auf dem Teller zunächst nicht besonders groß, erweist sich aber im Zusammenspiel mit zwei Klößen und Rotkohl als gut sättigend. Der Braten ist mürbe und schon fast ein Gulasch, die Balance zwischen feiner Säure und Süße wird gut getroffen.

Das neu eingerichtete Lokal wirkt noch ein wenig kühl, die Wände sind mit den Fotos der (Kölner) Dreigestirne geschmückt. Trotz der Baustelle und des ungemütlichen Wetters füllt es sich dennoch rasch. Es sind an diesem Mittag vor allem ältere Paare, die sich eine Mahlzeit genehmigen.

Genauso hat sich Hötgen das vorgestellt: „Das Preis-Leistungsverhältnis ist mir sehr wichtig, damit sich die „ahl Mamm“ von nebenan das Mittagessen vielleicht auch mehrmals die Woche leisten kann.“ Er selbst nennt die Preise „zivil“ und verweist auf die auf sieben Prozent gesenkte Mehrwertsteuer für Restaurants – was sehr helfe.

Zum Konzept passen die Öffnungszeiten: Die „Frittebud“ ist wochentags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, bleibt abends und am Wochenende zu. Ob der frühe Betriebsschluss funktioniert, so Hötgen, werde man sehen.

Wenn die Laurentiusstraße erst einmal fertig ist, würde er gerne ein paar Stühle nach draußen stellen. Zusammen mit dem Café Almondie direkt nebenan könnte so die Keimzelle für eine kleine Gastro-Meile im Kreativquartier Laurentiusstraße entstehen.


Hinweis der Redaktion: Das Zitat in der Überschrift und im Text hat leider zu Missverständnisses geführt. In der Frittebude gibt es auch einige vegetarische und vegane Gerichte, vor allem bei den Wochengerichten auf der Tafel sowie in der Rubrik „Schloot“.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Kann mich nur anschließen. Die Überschrift ist leider überhaupt nicht gut gewählt und marketingtechnisch katastrophal.
    Bin selbst Vegetarier. Aber warum sollte ich dort nicht eine Pommes Spezial essen gehen? Solche Bild-Überschriften (nicht böse sein, Kritik muss eshbf sek sein) schrecken allerdings ab. Gut, dass der Artikel wesentlich mehr Substanz hat – wie auch sonst gewohnt.

    Der schönste Teil im Artikel ist die Idee, eine Gastromeile mit dem Almondie zu etablieren – mit Außengastronomie. Das war genau das, was ich hier vor einem Jahr vorgeschlagen habe, als die ganzen Umbau-Kritiker hier ihren Senf ausgebreitet haben :)
    Wir alle wollen doch eine lebenswerte Stadt. Ich gönne dem Herren Erfolg mit seiner Idee. Faire Preise und ein Angebot, das definitiv Kunden anziehen dürfe.

    1. “Pommes Spezial”?
      Aber Sie wissen offensichtlich nicht, dass zwischen “Vegetariern” und “Veganern” noch ein himmelweiter Unterschied ist?
      Veganer essen NICHTS vom Tier. Im Restaurant dürften keine tierischen Fette, keine Eier (Mayonnaise) oder Milch verwendet werden.
      Um ein Gericht als “Vegan” zu bezeichnen, darf der Koch nichts von all diesen Zutaten verwenden, auch nicht für die Soße zu den Fritten oder dem Salat.
      Wenn er das nicht garantieren will/kann, geht da eh kein Veganer hin.
      Von daher ist die Überschrift, finde ich, ehrlich, klar und deutlich.

      1. Ne Pommes Spezial mit Ketchup und Zwiebeln ist vegan. Majo gibt’s auch meist in der veganen Ausführung. Muss man halt erfragen ;)

        Klar, wer wirklich sehr streng drauf achtet, der wird Probleme mit dem Fett haben. Aber das sind ja nicht alle Veganer. Gibt die unterschiedlichsten Variationen dieser Ernährungsweise.

      2. Mir sind bisher nur die quasireligiösen Anhänger dieser Glaubensrichtung begegnet. Wenn es nach denen geht, wird mit jedem Wurstbrot der Weltuntergang eingeläutet.

      3. “Muss man halt erfragen ;)”
        Wenn sich ein(e) Veganer:in in einem Lokal, welches in der Hauptsache Fleisch- und Wurstgerichte anbietet, nach den Zutaten (saure Sahne? Ei?) in der servierten Soße erkundigt, würde der/die sich vor allen Anwesenden doch nur lächerlich machen.
        Veganer werden doch, mal ehrlich, sowieso von vielen (boshaft) belächelt oder als “Spinner” bezeichnet.

      4. Für mich ist es einfach eine persönliche, ethische Entscheidung. Wissensbasiert, nicht glaubensbasiert. Die aktivistischen Veganer sind meiner Erfahrung nach eher ein Netzphänomen, bei den allermeisten in meiner Umgebung habe ich es erst erfahren, wenn wir zusammen essen gegangen sind. Die Nichtveganer in meinem Umfeld sind übrigens überwiegend sehr rücksichtsvoll und wählen Restaurants, in denen ich auch etwas finde oder kochen etwas ohne tierische Produkte. Es muss ja nicht das ganze Restaurant vegan sein, aber ein veganes Hauptgericht würde genau solche Gruppen wie unsere ansprechen.

      5. Ethik basiert allerdings immer auf einer persönlichen Interpretation von Fakten und Erkenntnissen. Absolutheiten gibt es da nicht.

        Damit sei nichts gegen Ihre Entscheidung gesagt – in der Beziehung sind Menschen glücklicherweise autonom.

      6. “Ethik basiert allerdings immer auf einer persönlichen Interpretation von Fakten und Erkenntnissen.” – Ich habe nichts anderes behauptet und da sind wir uns einig.

  2. klasse, ich freu mich und werde probieren kommen
    – endlich, eine Alternative ;-)
    willkommen

  3. Leider nicht meine Öffnungszeiten (lt. Webseite), zu früh geschlossen. Ich würde auch ungern 5 Minuten vor Toresschluss einen Parkplatz in der Buchmühle suchen wollen.

  4. Wenn man ein neues Lokal aufmacht und dann die Möglichkeit hat einen Artikel rauszubringen, dann sollte man sich nicht wundern, wenn einem die provokante Überschrift um die Ohren fliegt. Hätte man sich nur auf sein Können beschränkt, wäre der Start bestimmt positiver ausgefallen.
    Ich esse selber gerne Fleisch, aber auch gerne mal ohne. Und vegan heißt nicht nur Salat und Pommes. Man will ja auch schließlich satt werden ;-)

    1. So läuft die Sache nicht. Es ist nicht der Inhaber, der „einen Artikel rausbringt“, sondern das Bürgerportal, das über die Neueröffnung berichtet und ohne weitere Absprache entschieden hat, genau diese spontane Bemerkung zur Überschrift zu machen.

      1. Da habt ihr dem guten Mann aber keinen Gefallen getan ;-)

        @RMK: Wer provokante Aussagen tätig, muss sich klar sein, dass daraus ein reger Austausch wird. Und der Vergleich mit dem Metzger hinkt. Ein durchschnittliches Restaurant hat meist ein fleischloses Gericht und seien es nur Pommes. Wird beim Metzger schwer. Dass ein Metzger nur Fleisch verkauft, sollte so klar sein, wie die Tatsache, dass man im Fahrradladen kein Auto kaufen kann.

    2. „ Das neutrale Etwas“ ich verstehe die ganze Aufregung um diesen Artikel bzw. die Überschrift nicht! Ich geh ja auch nicht zum Metzger und frage nach Tofu;-) Der Markt für Veganer ist ja inzwischen schon recht breit aufgestellt und da ist eine „klassische deutsche Imbissbude“ mal ein ganz guter Ansatz, wie ich finde! Ich wünsche viel Erfolg und werde in der nächsten Zeit mal das Schaschlik probieren. Viele Grüße

  5. Danke für den Tipp !
    Bergisch Gladbach wird mir nach meinem Abwenden vom “Prachtboulevard der Begegnung” immer sympathischer .

    “Himmel un Ääd“ oder „Decke Bunne“.
    Datt iss ett.
    Und „Möhren untereinander“ kann bestimmt auch mein Veganerfreund Herbert, von mir respektvoll hinter der Hand auch Salatbert genannt, bestimmt mit essen.

  6. “keine ehrliche Art”…”zum Scheitern verurteilt”…. wieso so negativ?
    Ich bin sicher Herr Hötges wird eine nicht kleine Zielgruppe hier in der Stadt und aus dem Umland erreichen. Man muss ja nicht täglich Fleisch konsumieren…mache ich auch nur 1-2 die Woche. Das gleiche gilt aber auch für vieles andere.
    Es freut mich vielmehr zu lesen, dass auf die schnelle Nummer aus der Tüte und der Tiefkühltruhe verzichtet wird und auf regionale Zulieferer (und hoffentlich auch Produkte) gesetzt wird.
    In diesem Sinne: Daumen hoch und wem es nicht gefällt, der hat ausreichend Alternativen zur Verfügung….auch vegetarische und vegane. Guten Appetit zusammen!

  7. Viele Gastro-Betriebe haben in den letzten Jahren veggie Gerichte getestet und wieder aus dem Angebot entfernt – aus mehreren Gründen: Die Nachfrage ist bei manchen Konzepten gering, Zutaten teurer und verderblicher, der Aufwand (separate Geräte, mehr Platz, Energie u. a.) höher. Auch sind die Ansprüche der Gäste oft höher als kalkulatorisch umsetzbar. In der aktuellen Krise mit steigenden Kosten rechnet sich der Mix nicht immer.

    Es ist nie eine „Veggie-Feindlichkeit“, sondern immer eine wirtschaftliche Entscheidung: Moderne Gastronomie konzentriert sich auf das, was die Küche gut kann und wofür die Gäste eigentlich kommen. Eine zu breite Karte schadet oft der Qualität, und schlechte Qualität erzeugt unzufriedene Gäste und schadet dem Betrieb. Dann aufpassen.

    Ich arbeite selbst in der Gastro und dort bieten wir machbare und hochwertige veggie Alternativen an – z. B. unsere Veggie-Empanadas mit Quinoa-/Yuca-Füllung, die gut ankommen. Unser Ziel ist klar: Schritt für Schritt mehr Nachhaltigkeit (Bio, Tierwohl, Fair-Trade, Dekarbonisierung …) umsetzen und dabei unser Kernprodukt – hochwertiges argentinisches Rindfleisch von natürlich gehaltenen Weiderindern – beibehalten.

    Ich bitte um Verständnis und Respekt: Jede:r Gastronom:in entscheidet nach ihren Möglichkeiten, Stärken, Angebot, Preis und Nachfrage. Am Ende entscheiden die Gäste mit ihrer Bestellung, was die Küche macht.

  8. ….ich hoffe das es nicht zum Scheitern verurteilt ist. So etwas fehlt mir in Gladbach schon länger. Ich denke für die Kritiker gibts genug Alternativen.
    Vielleicht sollten Veganer ihren Horizont erweitern und akzeptieren das es auch
    andere Essgewohnheiten gibt.

    Schönen Tag

  9. Wilkommen als Bereicherung in unserer Laurentiusstrasse und viel Erfolg :-)
    Mmmmh, Grünkohl oder Möhren untereinander, ganz traditionell, kann eine wirkliche Delikatesse sein, wie ich finde.
    Und mittags, dazu, haben Sie vielleicht auch ein gutes, alkoholfreies (0,0) Bier im Angebot? Lecker!

    1. Kölsch gibt es in der traditionellen Variante von Früh, aber auch Früh Sport und Früh 0,0 – alles in der Flasche, 2,50 Euro für 0,33 L.

  10. Zum Scheitern verurteilt. Als Gastronom muss man weltoffener sein. AnwohnerGladbachs hat das schon auf den Punkt gebracht.
    Vor allem, weil vegan oder vegetarisch nicht nur aus Ersatzprodukten besteht. An sich ist veganes/vegetarisches Kochen sogar ziemlich einfach, man muss nur mal seinen Horizont erweitern.

    1. Das Zitat von Ralf Hötgen bringt seine Meinung auf den Punkt, dass die Frittebud mit traditioneller gutbürgerlicher Küche nicht die beste Adresse für Veganer ist. Dennoch serviert er auch vegetarische und vegane Gerichte, vor allem auf der Tageskarte und in der Rubrik „Schloot“ (die wir in unserem Beitrag nicht erwähnt hatten).

  11. Sich als Gastronom mit Sprüchen wie ‘Vegan? Da biste hier falsch’ zu brüsten, ist keine ehrliche Art, sondern einfach nur eine dumme Geschäftsstrategie. Damit vergrault man heute nicht nur Einzelne, sondern ganze Gruppen, die auf moderne Auswahl Wert legen. Gastfreundschaft und wirtschaftliches Denken sehen definitiv anders aus, so manövriert man sich nur selbst ins Aus.

    1. Würde Ihnen da zustimmen. Ich kann das gerne aus meiner Perspektive mal schildern. Ich selbst ernähre mich vegan, meine Kinder und Schwiegereltern aber nicht. Ich könnte sehr gut mit denen da hin gehen, alle mögen einfache, schmackhafte gutbürgerliche Küche – wenn es auch nur ein gutes veganes Gericht gäbe. So blieben für mich wie so oft nur Pommes und die ganze Gruppe geht woanders hin.

      1. Wie bereits auf einen anderen Kommentar geantwortet: Auch Veganer finden in der Frittbude ein paar Alternativen. Wir haben den Text ergänzt.

    2. „Moderne Auswahl“ in der Gastronomie bedeutet vor allem gästeorientiert und wirtschaftlich sinnvoll, nicht „alles für alle auf einer Karte“.

      Aktuelle Zahlen (BMEL Ernährungsreport 2024): ~ % vegetarisch, ~2 % vegan, 25 % Flexitarier // Das ist kein “Trend” mehr, sondern Markt-Realität. Deshalb haben sehr viele Betriebe inzwischen solide veggie/vegane Optionen.

      Trotzdem setzen die meisten erfolgreichen Konzepte heute bewusst auf Konzentration & klare Linie (Italien, Asien, Vegan, Fisch, Burger, etc.) statt auf 5-Seiten-Speisekarten mit 80 Gerichten aus allen Richtungen.

      Die große MODERNE Auswahl und Vielfalt entsteht nicht im einzelnen Laden, sondern durch die bunte Mischung vieler verschiedener Betriebe in der Stadt/Region.

      Das braucht Zeit – Gastronomie ist nach wie vor brutal hart (Pandemie-Insolvenzen, Steuererhöhung, Inflation lassen grüßen).

      Aber: Steigt die Nachfrage nach guter pflanzlicher Küche weiter und zahlen die Gäste auch etwas mehr dafür, entstehen fast zwangsläufig neue spezialisierte Betriebe, die genau das als ihr modernes Alleinstellungsmerkmal nutzen – oft mit sehr bewusstem Verzicht auf eine “moderne Auswahl” tierischer Produkte.

      Kurz gesagt: Eine wirklich vielfältige, moderne, auch stark pflanzenbasierte Gastro-Landschaft ist keine Frage des „OB“ oder “Wer” – sondern nur noch des „Wann“. In Bergisch Gladbach gibt es dazu ja auch schon ein Angebot, was sich durchaus an den Zahlen des BMEL orientiert.