Nach der Vorstellung von Aufsichtsrat und Vorstand richtet die geplante Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung Bergisch Gladbach jetzt den Blick ganz bewusst auf die Stadtteile. Und sucht nach weiteren Aktiven. 

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung

Die Quartiere kommen zu Wort – denn Wohnraum entsteht nicht abstrakt, sondern vor Ort – in Quartieren, Nachbarschaften und gewachsenen sozialen Strukturen. An dieser Stelle greift der geplante Stadtteil-Beirat. 

Warum ein Stadtteil-Beirat? 

+ Anzeige +

Nicht jede Form von Engagement braucht ein Amt. Aber jede gemeinwohlorientierte Genossenschaft braucht Rückkopplung aus den Stadtteil-Quartieren. 

Der Stadtteil-Beirat 

  • hört zu und sammelt wohnraumbezogene Rückmeldungen aus dem Quartier, 
  • macht Bedarfe, Sorgen und Ideen rund um Wohnen, Umbau, Nachverdichtung und Wohnformen sichtbar, 
  • vermittelt zwischen Bürgerschaft und Genossenschaft in Fragen der Wohnraumschaffung und -nutzung,
  • bündelt Hinweise strukturiert und gibt sie an die zuständigen Arbeitsgruppen weiter, 
  • spiegelt Informationen, Entscheidungen und Projektstände zur Wohnraumentwicklung zurück in die Stadtteile. 

Er entscheidet nicht, sondern berät, ordnet ein und gibt Impulse mit Blick auf die Schaffung und Sicherung von Wohnraum. 

Wen sprechen wir an? Gesucht werden Menschen, 

  • die ihren Stadtteil kennen, 
  • die zuhören können und unterschiedliche Perspektiven ernst nehmen, 
  • die ihre Erfahrungen in einen größeren Zusammenhang einbringen möchten. 

Ob jung oder alt, berufstätig oder im Ruhestand – entscheidend sind Haltung, Interesse und lokale Verbundenheit – unabhängig von Titeln oder Funktionen. 

Alle Stadtteile im Blick 

Der Stadtteil-Beirat soll perspektivisch alle Stadtteile Bergisch Gladbachs berücksichtigen: 

Alt Refrath | Asselborn | Bärbroich | Bensberg | Bockenberg | Frankenforst | Gronau | Hand | Hebborn | Heidkamp | Herkenrath | Herrenstrunden | Katterbach | Kaule | Kippekausen | Lückerath | Lustheide | Moitzfeld | Nußbaum | Paffrath | Refrath | Romaney | Sand | Schildgen | Stadtmitte 

Interesse? Auch hier gilt: Eine kurze, formlose Rückmeldung genügt, an BGL-GfW@t-online.de 

Ein Satz reicht: „Ich könnte mir vorstellen, meinen Stadtteil einzubringen.“ 

Wohnraum betrifft alle Stadtteile. Und Gemeinwohl entsteht dort, wo viele Perspektiven zusammenkommen. 

Die Bürgergenossenschaft für Wohnraumschaffung i.G. Bergisch Gladbach setzt sich für den Erhalt der alten Stadthäuser und für neue Wohnmodelle ein. Kontakt: BGL-GfW@t-online.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Pflege ist notwendig, aber kein Zukunftskonzept – jetzt politisch handeln

    Bestand nutzen, neue gemeinschaftliche Wohnformen ermöglichen und Pflegebedürftigkeit hinauszögern: Die Konzepte liegen vor. Jetzt entscheiden, bevor die Demografie Fakten schafft.

    Ein aktueller Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger beschreibt, wie Pflegeheime zunehmend als Kapitalanlage entdeckt werden – mit hoher Auslastung, wachsendem Kapitalbedarf und steigenden Eigenanteilen. Gleichzeitig wird vor einer zunehmenden Ökonomisierung der Pflege gewarnt.

    Diese Entwicklung ist kein fernes Szenario.

    Sie betrifft konkret die kommunale Verantwortung – auch hier vor Ort.

    Dieser Kommentar richtet sich daher ausdrücklich an:
    • politische Gremien und Ausschüsse,
    • Verwaltung und Stadtentwicklung.
    Pflege darf nicht erst dann politisch relevant werden, wenn sie zum Geschäftsmodell wird.

    Zwischen staatlicher Überforderung und renditegetriebenem Markt gibt es einen dritten Weg, den Kommunalpolitik jetzt aktiv ermöglichen kann – und muss.

    1. Alte Stadthäuser zu Seniorenresidenzen in Genossenschaftshand
    Nicht als Pflegeheim, sondern als Wohnort.
    Selbstbestimmt, gemeinschaftlich, mit Unterstützung statt Heimlogik.
    Pflege als Option, nicht als Ausgangspunkt.
    Die Wohnungen werden nicht verkauft, sondern dauerhaft von einer Genossenschaft verwaltet.
    Steuerung, Verantwortung und soziale Zielsetzung bleiben vor Ort.

    Politische Aufgabe:
    Konzeptvergaben ermöglichen, Nutzungsmischungen zulassen, gemeinwohlorientierte Träger gezielt unterstützen.

    2. Wohnformen im Bestand in den Quartieren ermöglichen – genossenschaftlich und generationenübergreifend
    Ein zentraler Baustein des dritten Weges ist die Nutzung und Weiterentwicklung bestehender Gebäude in den Quartieren – nicht als Pflegeangebote, sondern als gemeinschaftliche Wohnformen für mehrere Generationen.

    Hier geht es ausdrücklich nicht um Pflegegrade, sondern um Prävention:
    darum, so lange wie möglich selbstbestimmt im gewohnten Umfeld zu leben und den Eintritt in stationäre Pflege hinauszuzögern.

    Mögliche und vielfach erprobte Elemente solcher genossenschaftlich getragenen Quartiersmodelle sind:
    • generationenübergreifendes Wohnen von Jung und Alt,
    • gegenseitige Alltagsunterstützung statt professioneller Pflege,
    • informelle Kinderbetreuung und Nachbarschaftshilfe,
    • gemeinschaftlich genutzte Räume,
    • kurze Wege, soziale Einbindung und Verlässlichkeit im Alltag.

    Solche Wohnformen stärken Nachbarschaften, reduzieren Einsamkeit, stabilisieren Quartiere – und wirken präventiv gegen Pflegebedürftigkeit.

    Politische Aufgabe:

    Bestandsentwicklung priorisieren, genossenschaftliche Modelle zulassen und unterstützen, planungs- und förderrechtliche Hürden abbauen.

    Die Konzepte liegen auf dem Tisch.
    Was fehlt, ist nicht Erkenntnis oder Bedarf – was fehlt, ist die politische Entscheidung, diese Konzepte umzusetzen.

    Pflegeheime werden gebraucht, ja.
    Aber sie dürfen nicht die erste Antwort auf den demografischen Wandel sein, sondern die letzte.

    Denn:
    Pflege beginnt nicht mit dem Heimeinzug.
    Pflege beginnt dort, wo selbstbestimmtes Wohnen nicht mehr möglich ist – und genau hier muss Politik früher ansetzen.

    Der Umbau der Stadthäuser zu einer Seniorenresidenz mit zusätzlichen Wohnungen für Auszubildende und Schutzsuchende ist deshalb kein Sonderfall.
    Er ist ein Modellfall für vorausschauende kommunale Wohn-, Sozial- und Stadtentwicklungspolitik.

    An Politik und Ausschüsse richtet sich damit eine klare Frage:

    Wollen wir gestalten – oder warten, bis uns die Demografie zur reinen Verwaltung zwingt?

    Die Demografie wartet nicht.

    Wer jetzt nicht entscheidet, wird überrannt.

    Das ist keine Sozialromantik.
    Das ist vorausschauende Kommunalpolitik.

    Danke!