Schulleiter Dieter Müller verabschiedet sich mit einer Kunst-Ausstellung in den Ruhestand. Fotos: Gymnasium Herkenrath

Der langjährige Direktor des Gymnasium Herkenrath wird pensioniert. Dieter Müller verabschiedet sich mit einer großen Kunst-Ausstellung, die den Titel „un-art-ig“ trägt. Die Ausstellung zeigt Gemälde des Schulleiters sowie Werke von Schüler:innen, die sich damit kreativ auseinandergesetzt haben. Und sie gibt einen Einblick in Müllers pädagogische Haltung.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Gymnasiums Herkenrath

Mit der Ausstellung „un-art-ig“ verabschiedet sich Schulleiter Dieter Müller vom Gymnasium Herkenrath in den Ruhestand – und tut dies auf eine Weise, die seine doppelte Rolle als Pädagoge und als Künstler sichtbar macht. In der vollständig mit seinen Werken bestückten Aula sind großformatige Ölmalereien und Holzschnitte zu sehen, die einen Einblick in sein Schaffen geben, neben seinem Wirken in der Schule. 

Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden die eigenen Werke Müllers, der seit den frühen 1980er Jahren auch als freischaffender Künstler tätig ist. Seine Malerei bewegt sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion: Reale visuelle Eindrücke – Landschaften, Figuren oder Strukturen – werden im künstlerischen Prozess transformiert, verlieren ihre äußere Form und finden eine neue, innere Gestalt.

Die Bilder leben vom intensiven Zusammenspiel von intensiver Farbe, freier Form und Geste, von Dynamik und Offenheit. In seiner expressiven Malweise entwickelt Müller eine unverwechselbare Bildsprache. Seine Werke sind nicht als Abbilder gedacht, sondern als Einladung zu subjektiver Wahrnehmung und Deutung.

Genau diesen „offenen Raum“ zu betreten war Herrn Müllers Einladung an die Schülerschaft des Gymnasiums Herkenrath. Seine Bilder sind Ausgangspunkt und Anregung für Werke von Schülerinnen und Schülern geworden, in denen sie mit den Originalen in einen kreativen Dialog getreten sind.

Mutig und ideenreich setzten sie sich mit den Bildern ihres Schulleiters auseinander – eine Konstellation, die man im Schulalltag nicht alle Tage erlebt. Entstanden sind eigene Bilder und Texte, die Müllers Werke spiegeln, weiterführen, hinterfragen oder kommentieren: überraschend, nachdenklich und bisweilen augenzwinkernd. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie spannend Kunstunterricht sein kann, wenn er als Dialog verstanden wird.

Künstlerische Haltung und pädagogisches Wirken

Der Titel der Schau, „un-art-ig“, ist dabei bewusst doppeldeutig gewählt. Müller geht es nicht um „die große Kunst an sich“, sondern ihm ist der Gestaltungsprozess selbst wichtig: das freie malerische Handeln, Experiment, Offenheit und Selbstausdruck. Diese Haltung prägte auch Müllers pädagogisches Wirken. Kunstvermittlung und Kreativitätsförderung waren ihm als Lehrer stets ein zentrales Anliegen. Viele werden sich zudem gerne an die Hap-Ki-Do-AG erinnern, die er über viele Jahre hinweg leitete.

Am 26. Januar wurde die Ausstellung im Rahmen eines Preopenings in einem kleineren, persönlichen Kreis eröffnet. Eingeladen waren Kollegium, Ehemalige sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Bergisch Gladbach und der Bezirksregierung. Ein musikalisches Rahmenprogramm begleitete den Abend.

Die offizielle Eröffnung für die ganze Schulgemeinde folgte am 27. Januar, bei der Schülerinnen und Schüler, ihre Familien sowie alle Kunst- und Schulinteressierten die Ausstellung besuchen konnten.

Dieter Müller betonte, wie sehr er sich am Gymnasium Herkenrath immer heimisch gefühlt habe. Er wollte immer auch die Leitungskultur seiner Vorgänger fortführen, ansprechbar zu sein, eine offene Tür zu haben. „Der Herkenrather Geist ist von großer Freundlichkeit geprägt“, so Müller. Vor allem die Schülerinnen und Schüler werde er vermissen. Insgesamt habe es am Gymnasium Herkenrath deutlich weniger der Probleme gegeben, die andernorts den Schulalltag belasten.

Mit „un-art-ig“ endet nicht nur eine Ausstellung, sondern auch eine prägende Schulleitungszeit. Die kommissarische Leitung des Gymnasiums Herkenrath übernimmt die stellvertretende Schulleiterin Romina Matthes.

Die Ausstellung macht sichtbar, was Dieter Müller wichtig war: Kunst als Gestaltungsprozess, Schule als Raum für Begegnung – und junge Menschen, die angeregt werden zu Kreativität. 

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