Das Gasthaus Zur Linde befindet sich im Herzen von Paffrath. Foto: Thomas Merkenich

Stammkneipe mit gutbürgerlicher Küche und gemütlichem Charme: So lässt sich die Gaststätte „Zur Linde“ beschreiben, die sich im Herzen von Paffrath befindet. Alteingesessene wissen, dass sie hier nicht nur ein (paar) Kölsch oder andere Getränke bekommen, sondern auch gutes und bodenständiges Essen. Wir wissen das nun auch.

Die Gaststätte Zur Linde passt für mich in die Kategorie „Schon tausendmal dran vorbeigekommen, aber noch nie drin gewesen.“ Zeit, das zu ändern – finden auch meine Freundinnen Lisa und Lisi. Und so betreten wir an einem Freitagabend das Lokal im Zentrum von Paffrath, gleich neben der Kirche. Die Schieferfassade des Hauses bildet einen Kontrast zur leuchtend grünen Eingangstür und dem Namensschild darüber. 

Reservieren brauche man vorher nicht, hatten Kenner aus meinem Umfeld zuvor gesagt. Als wir um kurz nach 20 Uhr zu dritt den Gastraum betreten, sind zwar einige Tische belegt, aber auch noch einige frei. Mehrere Gäste haben auf Barhockern an der Holztheke Platz genommen, dem Herzstück des Wirtshauses. An zusammengeschobenen Tischen sitzt eine größere Herrenrunde, ein Stammtisch mutmaßen wir.

Wir entscheiden uns für einen Tisch an einem der Sprossenfenster, das mit Luftschlangen geschmückt ist. Die Deko ist schon auf Karneval ausgerichtet. An der Eingangstür werden Gäste von einem bunten Clown begrüßt, ein Plakat wirbt für die eigene Karnevalsparty. 

Gemütliche Einrichtung

„Ich mag so urige alte Kneipen“, sagt Lisi, als sie sich umschaut. „Die Einrichtung wirkt etwas aus der Zeit gefallen, aber das gehört so.“ Der Boden ist beige-braun gefliest, ein dunkelroter, schwerer Vorhang hängt an der Eingangstür. Die braunen Tische und Stühle aus Holz und vor allem die gepolsterten Eckbänke erinnern mich an die gemütliche Küche meiner Oma.

Kaum sitzen wir, kommt eine freundliche Kellnerin und fragt, was wir trinken möchten. Wir bestellen drei Kölsch (jeweils 2 Euro) und bitten um die Speisekarte. „Ach, es ist ja noch früh“, sagt die lachend nach einem kurzen Blick auf die Uhr. „Ich dachte, es wäre schon später.“

Die Küche schließt um 21 Uhr, das sollte zu schaffen sein. Und einen Nachtisch gibt es auf der Karte ohnehin nicht. Nicht, dass wir wieder einmal die Zeit aus dem Blick verlieren wie bei unserem Besuch im „Del Bajazzo“.

Überschaubares Angebot für Vegetarier

Die Linde bietet deftige und gut bürgerliche Hausmannskost. Die Auswahl für Vegetarier:innen wie mich ist daher überschaubar. Aber darauf hatte ich mich schon eingestellt. 

Zur Wahl stehen für mich die Süßkartoffel-Möhren-Ingwer-Suppe (6,90 Euro), verschiedene gemischte Salatteller (wahlweise mit gebratenen Champignons und Parmesankäse sowie Baguette und Butter 15,50 Euro), der Veggi-Burger mit Fritten (13,50 Euro) oder Bratkartoffeln mit zwei Spiegeleiern und gemischtem Salat (12,80 Euro). Letztere sind mit einem Sternchen und dem Hinweis „auch als ‚veggi‘ möglich“ versehen. Vermutlich werden die Bratkartoffeln sonst mit Speck zubereitet. 

Gaststätte Zur Linde
Paffrather Straße 320
51469 Bergisch Gladbach,
gaststaettezurlindepaffrath@gmx.de
Internetseite
02202/ 53464

Di-Fr ab 16 Uhr, Sa/ So ab 17 Uhr, „bis der Wirt die letzte Runde gibt“
(Mo Ruhetag)
Zwei kleine Stufen führen zur Eingangstür. Der Gastraum ist also nicht ganz barrierefrei zu erreichen.

Ich entscheide mich für den Veggi-Burger und bestelle einen Beilagensalat dazu (5,20 Euro), Lisa nimmt einen Cheeseburger mit Bergkäse (14,50 Euro), Lisi ein Champignonrahmschnitzel (15,20 Euro), beide mit Fritten. Lisi freut sich über den Hinweis auf der Speisekarte, dass alle Schnitzelgerichte auch in kleiner Größe bestellt werden können, was das Gericht drei Euro günstiger macht. 

„Das soll eine kleine Portion sein?“, fragt Lisi später ungläubig, mit Blick auf ihren Teller. Das Schnitzel findet sie „schön dünn“, die Panade „super knusprig“. Sie lobt, dass die Champignonrahmsoße separat in einem kleinen Glas separat serviert wird: „So wird die Panade nicht zerstört. Ich bin mega zufrieden.“

Lisa schließt sich an: Das Fleisch ihres Cheeseburgers beschreibt sie als „schön saftig“. Bei Burgern entscheidet sie sich sonst oft für die vegetarische Variante, aus Sorge vor zu dickem und nur halbgarem Fleisch. „Aber das ist schön dünn und gut durchgebraten.“

Mein Veggi-Patty hingegen sieht auf den ersten Blick sehr fleischig aus. Ich probiere vorsichtig, vergleiche meinen Burger mit Lisas. „Das ist kein Fleisch“, sagen meine beiden Freundinnen. Ich beiße mutig in meinen Burger, der neben dem bissfesten Bratling mit Salat und Tomate belegt ist. Mein Beilagensalat ist frisch, knackig und – mit Paprika, Radieschen, Mais, Tomaten und Sprossen – bunt, das Joghurt-Dressing schmackhaft. 

Die Pommes finden wir alle perfekt: goldgelb und kross, nicht zu dick und nicht zu dünn, mit Pommes-Salz gewürzt. Besonders lecker schmecken sie mir in Lisis Champignonsoße getunkt.

Die freundliche Kellnerin kommt auf ihrer Runde durch das Lokal mit Kölsch-Kranz auch immer mal wieder bei uns vorbei. Im hinteren Teil der Gaststätte spielen einige Leute Dart.

Kurz nach 22 Uhr hat sich die Linde schon etwas geleert, die Kellnerin kassiert uns ab. Einige Stammgäste drücken sie zum Abschied. „Seid ihr Karneval dabei?“, fragt sie. „Aber sicher“, lautet die Antwort. Uns verabschiedet sie mit den Worten: „Bis zum nächsten Mal.“

Bisher hatten wir die Linde als Eckkneipe verbucht. Dass man dort nicht nur gemütlich sitzen, sondern auch lecker essen kann, wissen wir nun.


Hinweis der Redaktion: Wir testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben wir uns nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.



ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Früher waren wir öfters in der Zur Linde.. es gibt zum Bier kaum eine Alternative..Pils in Angebot, ist zwingend nötig.. der frühere Besitzer hatte das noch im Angebot.. so gehen wir da nicht mehr hin.. das Essen war Früher gut..