Das Bergische Museum in Bensberg bleibt vorerst geschlossen. Foto: Thomas Merkenich

Die Liste der städtischen Einrichtungen mit massiven (bau-)technischen Problemen wächst. Bei einer routinemäßigen Prüfung durch den TÜV sind gravierende Mängel im Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg entdeckt worden. Die Stadt hat das Museum vorerst geschlossen, für die Trauungen im Museum muss eine Ausweichlösung gefunden worden.

Der Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg wird ab sofort bis auf weiteres geschlossen. Das teilte die Stadt am Dienstagmorgen mit. Bei einer turnusmäßigen Überprüfung durch den TÜV seien Probleme mit der Elektrik des Gebäudes am Burggraben aufgefallen. 

„Es gibt keine Alternative zur Schließung, die Sicherheit von Besucherinnen und Besuchern sowie der Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für uns oberste Priorität,“ erklärte Baudezernent Thore Eggert. Die Stadtverwaltung arbeite mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden, wie zumindest Teile des Museums schnellstmöglich wieder geöffnet werden können, ergänzt der Kulturdezernent Stephan Dekker.

Vorerst wird der komplette Museumsbetrieb eingestellt, es finden auch keine Veranstaltungen statt – und auch keine Trauungen in der beliebten Außenstelle des Standesamtes im Museum.

„Wir sind dabei, alle Betroffenen zu informieren und hoffen, baldmöglichst Alternativen anbieten zu können“, sagte Museumsleiterin Sandra Brauer. „Aktuell müssen wir leider alle unmittelbar anstehenden Veranstaltungen ersatzlos absagen. Sobald wir Näheres wissen, wird unsere Priorität darauf liegen, Wege zu finden, um insbesondere die anstehenden Trauungen zu ermöglichen,“ so Brauer.

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Das Bergische Museum ist auch virtuell zu besichtigen

Um den digitalen Auftritt des Bergischen Museums zu verbessern hat die Stadt Bergisch Gladbach zusammen mit dem Museum eine 360°-Panoramatour durch das Museum in Bensberg ins Netz gestellt. Technisch umgesetzt wurde die virtuelle Tour von der städtischen Abteilung Geodatenmanagement.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadtverwaltung bereits die Sporthallen der Schule für externe Veranstaltungen aufgrund technischer Mängel schließen müssen; für den Karneval war kurzfristig Ersatz in der Alten Zentralwerkstatt auf Zanders geschaffen worden. Sie steht jetzt aber auch nicht mehr zur Verfügung, weil sie zum soziokulturellen Zentrum umgebaut wird.

Auch das Jugendzentrum Q1 in der Innenstadt soll nur noch bis zum Herbst genutzt werden, es gilt als nicht mehr sanierungsfähig, ein kurzfristiges Ausweichquartier wird nach wie vor gesucht.

Der nächste große Sanierungsfall für die Stadt (abgesehen von den Schulen) ist der Bergische Löwe, dort laufen gerade Untersuchungen an. Das Kunstmuseum Villa Zanders war 2018 in Teilen renoviert worden.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Es ist unverständlich, dass solche Mängel auf einmal auftreten und deswegen ein ganzes Museum stillgelegt werden muss. An anderer Stelle war augenscheinlich noch genug vorhanden, um fragwürdige Projekte wie die „Wohlfühlstraße“ oder die Fahradzählstation an der Bensberger Straße zu verwirklichen…

    1. Solche Mängel treten nicht „auf einmal“ auf, sie werden bloß „auf einmal“ festgestellt, nämlich dann, wenn ein Prüfsachverständiger draufschaut. Ich weiß nicht, wie oft der TÜV Elektroanlagen prüft, aber z.B. nach der einschlägigen DGUV-Vorschrift 3 beträgt das Standard-Prüfintervall 4 Jahre, und in dieser Zeit können sich bei intensiver Nutzung auch bei zuvor unauffälligen Befunden durchaus erhebliche Mängel entwickeln.

      Wenn Sie mit Ihrem Auto beim TÜV durchfallen, ist der Schaden ja auch nicht plötzlich aufgetreten, sondern hat eine Historie. Dann wird die Karre stillgelegt, auch wenn man zwei Jahre vorher noch eine Plakette bekommen hat.

  2. Reicht eine einzelne defekte Steckdose nicht sogar aus, um den ganzen Laden stillzulegen? Diesen Schaden braucht man dann doch nur hochzurechnen und fertig ist die Schließung und der TÜV… Satire beiseite, auch wenn Karneval vor der Museumstür steht ;O)

    Sicherheitsfragen sollten auf jeden Fall Ernst genommen werden, s. Crans Montana. Dass die verantwortlichen Stellen jetzt hochsensibilisiert sind ist nachvollziehbar. Spricht etwas dagegen, dass der TÜV-Bericht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird?

    Bleibt jetzt allerdings die Frage im Raum: Wo sind die Milliarden geblieben, welche der Bund aus dem s.g. Sondervermögen für die jahrelang versäumte Herstellung von Infrastruktur in Aussicht gestellt hatte? Hier hört der Spaß nämlich auf!

    1. 1. Meinen Sie vorsichtig mit hochsensibel? Wenn ja, dann zu Recht. Ich wollte nicht in der Verantwortung stehen, wenn im Museum etwas passieren würde und zuvor der TÜV Mängel festgestellt hätte.

      2. Zur Infrastruktur zählt man: Verkehrsnetze (Straßen, Schienen, Schifffahrtswege), Energie- und Wasserversorgung, Kommunikationswege sowie soziale Einrichtungen (Schulen, Krankenhäuser).

      1. #AnnoNüm.
        Es gibt tatsächlich Steigerungen: ein bisschen vorsichtig, vorsichtig, überaus vorsichtig und hochsensibilisiert.
        Vorsichtig sind wir Menschen übrigens von Natur aus, im Gegensatz zu Institutionen. Die machen meistens nur ihren Job (oder auch nicht)…

        ‘Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein’. Zur gesellschaftlichen Infrastruktur zähle ich auch den Sport und die Kultur, also die Bereiche wo zu allererst der Rotstift angesetzt wird.

  3. zu Mängel Bergisches Museum, wieso wird man nicht informiert, ob die nun festgestellten “Mängel” uralt sind und nur aufgrund neuer EU-Vorschriften (wie bei vielen Sachen) nun als “Mängel” bezeichnet werden müssen? Oder hat der zuständige Grüne … Die Schließung bewusst in Kauf genommen, weil er xx Millionen in Fahrradweg verschwendet, auf denen 0,0001% Verkehr stattfindet. Im Sommer. Im Winter 0,0%

    1. Könnten Sie die 0,0001% in absoluten Zahlen ausdrücken, dann finden Sie auch den Fehler in ihrer Argumentation. Aber darum geht es ihnen wahrscheinlich nicht.

    2. Hallo Overbeck,
      0,0% kann nicht sein, da ich täglich mit dem Rad auf den Radwegen unterwegs bin.

    3. Es gibt bei der Elektroinstallation keine „neuen EU-Vorschriften“. Zuletzt erschienen ist die Niederspannungsrichtlinie von 2014, und sie soll im Wesentlichen sichern, dass in der EU gehandelte elektrische Betriebsmittel normenkonform sind. Im Artikel wird also nicht dazu informiert, weil es nichts zu informieren gibt.

      Ansonsten gilt in Deutschland nach wie vor die deutsche VDE 0100 als Maßstab dafür, was in der Installation als aktueller Stand der Technik gelten darf.

      Ihre übrigen Spekulationen entbehren jeder Grundlage und dienen lediglich wohlfeiler Polemik.

    4. #Overbeck. Wenn Sie nur 0,0001 % Ihrer Wege Fahrradfahren, multiplizieren Sie das doch bitte mit der Einwohnerzahl 100.000. Richtig! Und bei 10% lohnt sich bereits die Investition von xxMioEuro…
      Oder ist Ihnen Klimagerechtigkeit etwa gleichgültig?
      MfG Dieter Richter

  4. Welche gravierenden Mängel hat der TÜV denn festgestellt? Es wäre schön diese auch zu erfahren.

    1. Wie im Artikel steht, gibt es Probleme bei der Elektroinstallation. So etwas ist immer sicherheitsrelevant, deshalb würde es hier auch nicht weiterführen, wenn die betroffenen Leitungen, Verteilungen und Sicherungen im Rahmen des Beitrags einzeln benannt würden.

  5. Mein Plan zu den anstehenden Sanierungen bzw. zum desolaten Zustand einer Stadt, die sich lieber ein soziokulturelles Zentrum gönnt, statt sich um wertschöpfende Arbeitsplätze zu kümmern: In knapp 3 Jahren brechen wir hier, nach 60 Jahren, die Zelte ab und genießen unser Leben woanders!

    1. Das eine schließt das andere nicht aus. Auf dem Zandersgelände sollen (neben einem soziokulturellem Zentrum) rund 3000 Arbeitsplätze, Wohnraum für 3000 Menschen und ein starkes Zentrum der gewerblichen Bildung geschaffen werden.

    2. So wie Bergisch Gladbach in letzter Zeit runtergewirtschaftet wird ist diese Entscheidung verständlich und folgerichtig.

      1. @Dirk Wehn, “in letzter Zeit runtergewirtschaftet”
        Werden Sie doch bitte konkreter! Was fehlt Ihnen denn heute hier, 60 Jahre später, speziell bezogen auf B-GL? Das schöne Kopfsteinpflaser auf den Straßen?

      2. Mir fehlt in Bensberg u.a.:
        Eine fußgängerfreundliche Schloßstraße
        Einen gut angelegten und nicht an den Hang geknallten Wochenmarkt
        Ein im Sommer regelmäßig geöffnetes Schwimmbad
        Ein Veranstaltungsraum
        Ein regelmäßich geöffnetes Bürgerbüro