So könnte das Werkstattgebäude auf dem Zanders-Areal in Bergisch Gladbach in Zukunft aussehen. Das Modell entstand im Rahmen des Studentenprojektes „Re Use Zanders“. Foto: Thomas Merkenich

Im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport gab es schlechte Neuigkeiten für die freie Kunst: Pläne für ein Atelierhaus auf dem Zanders Areal haben sich vorerst zerschlagen. Für die „neue“ Stadtbücherei werden derzeit zwei Standorte geprüft, auch auf Zanders. Die Neuausrichtung des Bensberger Museums wird fortgesetzt, trotz sehr hoher Kosten. Der Sport engagiert sich auch politisch.

Wir fassen die Ergebnisse der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport (ABKS) im Kurzprotokoll zusammen. Die Tagesordnung und alle Dokumente finden Sie im Ratsinformationssystem.

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Für die Stadtbücherei werden derzeit zwei Standorte geprüft: entweder bleibt sie im alten Gebäude am Forum, das für die Zukunft jedoch nicht nur komplett saniert, sondern auch technisch völlig neu ausgestattet werden müsste. Oder sie zieht auf das Zanders-Gelände in das ehemalige große Kantinengebäude, das dort ebenfalls Forum genannt wird. Eine Machbarkeitsstudie sei beauftragt worden, bestätigte Fachbereichsleiterin Barbara Kirschner im Ausschuss, Ergebnisse sollen in der nächsten Sitzung vorgelegt werden.

Dabei gehe es um eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der beiden Optionen, ergänzte der Beigeordnete Ragnar Migenda. Sollte der aktuelle Standort gewinnen müsse für die Umbauzeit ein Provisorium gefunden werden. Das Zanders-Gebäude („Forum 2“) biete mit seiner zentralen, künftig gut eingebundenen Lage, gute Voraussetzungen.

Die Einrichtung einer Atelieretage für lokale Künstler in einem Werkstattgebäude auf dem Zanders-Areal hat sich inzwischen zerschlagen, berichtete Heribert Bergermann, Vorsitzender des Stadtverband Kultur. In letzter Minute seien Unterlagen aufgetaucht, die unüberwindbare baurechtliche Probleme in dem Gebäude aufgezeigt hätten, dass derzeit von der Feuerwehr genutzt wird. Nun wolle das Projektteam Zanders noch einmal prüfen, ob ein anderes Gebäude für eine Zwischennutzung für Ateliers in Frage kommen.

Die Erstellung eines kulturpolitischen Leitbildes stocke, berichtete Bergermann. Migenda widersprach: Der Vergabeprozeß für die Ausarbeitung sei gestartet worden, ein erstes Angebot habe jedoch nachgebessert werden müssen.

Die Neuausrichtung des Bergischen Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe wird durch die Erstellung eines Feinkonzeptes fortgesetzt; als Basis wird eine Machbarkeitsstudie für 227.000 Euro in Auftrag gegeben. Das beschloss der Ausschuss einstimmig, bei Enthaltung von CDU und FDP. Die Kosten sollen weitgehend vom Landschaftsverband Rheinland getragen werden, der Eigenanteil der Stadt wird mit 13.500 Euro angegeben.

In einer intensiven Debatte äußerte die CDU erhebliche Bedenken angesichts der sehr hohen Kosten (für die auch die Stadt indirekt über die Kreisumlage zum Teil aufkommen muss). Bevor eine so hohe Summe eingesetzt werde müsse zunächst geklärt werden, ob die Stadt für eine spätere Umsetzung des Konzeptes überhaupt Geld habe. In der mittelfristigen Finanzplanung seien dafür keinerlei Mittel bereitgestellt worden.

Wie hoch die Kosten der Modernisierung tatsächlich seien, ließe sich aber erst nach der Machbarkeitsstudie sagen, betonte der Beigeordnete Ragnar Migenda. Auf Basis der Ergebnisse könne der Stadtrat dann entscheiden, welche Schritte umgesetzt werden. Angesichts hoher Kosten und der knappen Kasse müsse man die Pläne dabei womöglich „abschichten“ und auch bei der Barrierefreiheit etwas zurückstecken.

Dokumentation: Beschlussvorlage und Projektbericht Museumslabor

Museumsleiterin Laura Oehms begründete die hohen Kosten der Machbarkeitsstudie damit, dass in dem denkmalgeschützten Gebäuden eine große Zahl von schwierigen Fragen (Brandschutz, Sicherheit, Barrierefreiheit) geprüft werden müsse. Erst danach könne man an eine Feinkonzeptionierung für die künftige inhaltliche Ausrichtung des Museums gehen. Ein erstes grobes Konzept war bereits im Zuge des sogenannten Museumslabors erstellt worden.

Auch von Grünen und SPD kamen Nachfragen zu den hohen Kosten; sie plädierten aber am Ende dafür, den Prozess jetzt nicht abzubrechen und auch die Barrierefreiheit hoch zu gewichten.

Für den Stadtsportverband kündigte der Vorsitzende Detleff Rockenberg an, dass sich der Verband politisch deutlicher positioniere und sich zum Beispiel an einer Sternfahrt zum Gedenken an die Opfer des Brandanschlags von Solingen beteiligen werde, gemeinsam mit dem ADFC und dem Landesintegrationsrat.

Die Sanierung des Hans-Zanders-Bads hatte der Stadtrat schon vor Jahren ins Auge gefasst, als nächsten Schritt nach dem Neubau des Mohnwegs, erinnerte Rockenberg. Und bat darum, bei der Bädergesellschaft nachzufragen, was aus diesen Plänen geworden ist.

Die Max-Bruch-Musikschule präsentierte zum Beginn der Ausschusssitzung „mit nicht wenig Stolz“ den 17-jährigen Nils Völker, der ein anspruchsvolles Stück auf der Klarinette vortrug. Er hatte beim Regional- und Landeswettbewerb den 1. Platz gewonnen und sich für die bundesweite Endrunde von „Jugend musiziert“ in Lübeck qualifiziert. Völker spielt im Bensberger Saxophon-Quartett, im Max-Bruch-Blasorchester und in der Rheinisch Bergischen Bläserphilharmonie.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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