Nur für Anlieger frei: Der Nittumer Weg wird dennoch als Abkürzung der Umleitung genutzt. Foto: Redaktion

Die Baustelle auf der Altenberger-Dom-Straße spült einiges an Verkehr in den Nittumer Weg, die „Anlieger frei“-Regelung wird vielfach ignoriert. Die Stadtverwaltung hält die Belastung der Anwohnerschaft zwar grundsätzlich für vertretbar. Sie zählt aber seit Freitag die Autos und misst ihr Tempo.

Die Stadtverwaltung räumt ein, dass sich die Verkehrsbelastung im Nittumer Weg in Schildgen aus Sicht der Anwohnerinnen und Anwohner „subjektiv betrachtet“ seit Einrichtung der Baustelle auf der Altenberger-Dom-Straße erhöht hat. Allerdings gelte das nur für die Stoßzeiten, erklärt sie jetzt auf eine frühere Anfrage des Bürgerportals. Ohnehin sei der Nittumer Weg eine stark frequentierte und entsprechend klassifizierte Straße.

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Die Tatsache, dass einige Autofahrer – um die sehr lange Umleitung über Schlebusch zu vermeiden – gegen die Zufahrtsbeschränkung („nur für Anlieger“) verstoßen, sei erwartbar und „für uns nachvollziehbar“, so die Stadt.

Hinzu komme, dass es auch in der Anwohnerschaft unterschiedliche Einschätzungen gebe: „Während einige eine vollständige Sperrung wünschen, sprechen sich andere für eine Freigabe ausschließlich für Anliegerverkehr aus.“ Beides gleichzeitig gehe nicht, daher sei eine sorgfältige Abwägung erforderlich.

Um die Situation objektiv bewerten zu können habe die Ordnungsbehörde am vergangenen Freitag nun ein Messgerät installiert, das sowohl den Umfang des Verkehrs als auch die gefahrenen Geschwindigkeiten erfasst. Wie lange dieser Test laufen soll, lässt die Verwaltung offen.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. @Anno Nüm u.a.
    Ein Anwohner –》”Als Schildgener Anwohner darf ich ab Schlebuscher Str. jetzt statt ~700 m und ~1-2 Minuten mind. 6 km …..durch Schlebusch-City zurück nach Schildgen fahren”

    Vielleicht könnte man den “fantasieloseren” Anwohnern, die noch in der Lage sind, 700 m zu Fuß zurückzulegen, auf Parkflächen vor oder hinter der Baustelle hinweisen oder solche temporär einrichten, damit diese nicht (tatsächlich??) 6 km fahren, um zu ihrem Ziel (700 m) oder allmorgendlichen Ausgangsziel zu gelangen?

    Auch im Sinne derjenigen, die nun deren “Durchgangs-/Umleitungsverkehr aushalten müssen.

    1. Ahja, und den Inhalt des Kofferaums lädt man dann in den Bollerwagen um, der ja auch noch verstaut werden muss.
      Auch wäre ich völlig phantasielos, wo man da Parkflächen schaffen könnte.
      Die kürzeste Alternativstrecke ab Leverkusener Str. zu mir nach Hause in Schildgen ist tatsächlich ~6 km und ~13 Minuten (nicht im Berufsverkehr).
      Wenn ich dies an fünf Tagen pro Woche aufwenden müsste, wären das März bis inkl. Oktober ~960 km und ~35 Stunden. Betrifft das regelmässig 400 (völlig unkritisch für Nittumer und Zehntweg) weitere Anwohner …

  2. Und wie soll es dann für Schildgener geregelt werden mit Vollsperrung? Wenn ich von Odenthal kommend direkt zum Schneckenhaus möchte, soll ich dann auch über Schlebusch düsen, jeden Tag?! Auch wenn ich selbst im Drosselweg wohne, also eigentlich Anlieger bin, dürfte ich dann ja nicht einfach nur “durchfahren” :D.
    Die Zeit ist doch echt überschaubar. Hatte erwartet, dass es viel mehr Ausweichverkehr geben würde.

  3. Ich hab bis heute nicht verstanden, warum man nicht einfach gegenläufig zur Altenberger-Dom-Straße eine Einbahnstraße in Nittumer- und Zehntweg einrichtet. So müsste keiner riesige Umwege fahren und der Verkehr auf den engen Straßen käme wenigstens nur noch aus einer Richtung. Dazu Einseitiges Parken, ne Kreuzungsampel am Otter und Zebrastreifen zwischendrin.

    Und meine Güte, es sind 6-8 Monate, da kann man als Nittumer das ein oder andere Auto mehr mal ertragen. Eine Umleitung von etwa 15 Minuten halte ich für wenig realistisch. Denn gerade Nachts, wenn die Gefahr sehr gering ist, auf einen Polizisten zu treffen, schert sich keiner um die Anliegerregel oder um irgendwelche Sperrungen.

    1. Genau, das verstehe ich auch nicht, das wäre die beste Lösung (gewesen).

      Als Schildgener Anwohner darf ich ab Schlebuscher Str. jetzt statt ~700 m und ~1-2 Minuten mind. 6 km und mind. 13 Minuten ausserhalb der Hauptverkehrszeiten durch Schlebusch-City zurück nach Schildgen fahren, eigentlich ja über die LEV-Ringe noch weiter und länger.

      Das ist anscheinend zumutbar.

      Ich finde nicht, dass ich zum “Durchgangsverkehr” etwa nach GL-City und K zähle, wenn ich im Ort nur nach Hause fahren möchte. Ich hätte auch gerne den Selbstkostenpreis für die Autoplakette entrichtet, die mich authorisiert, als Anwohner in Schildgen den Nittumer Weg und den Zehntweg befahren zu dürfen (wäre auch eine gute Kontrollmöglichkeit) – alles organisierbar.

      Ich bin froh, dass ich die Umleitung nur einmal pro Woche fahren muss. Der Schmerz bleibt so überschaubar. Für die Leverkusener wenigstens emissionsfrei.

    2. Ich kann nicht erkennen, warum für Schildgener Einwohner andere Regeln gelten sollen/sollten als für z.B. Paffrather.
      Die Einwohner der Innenstadt werden unter den genannten Voraussetzungen nun vermutlich die Strecke durch Odenthal und Voiswinkel wählen. Ob das in Odenthal jedoch auch schon als Umfahrungsroute für Auswärtige ausgewiesen ist?
      Aber hier noch eine Wegstrecke, die man fahren kann um nach Schildgen zu kommen (wenn auch mit einem Umweg verbunden) ist über Kalmünten.

      1. Nein, am Kreisverkehr in Osenau ist die Umleitung so ausgeschilder, dass der Verkehr einmal durch den Kreisverkehr muss und dann wieder zurück nach Schlebusch.

  4. Anlieger frei-Regelung Nittumer Weg
    Eine Umgehung über Schlebusch um wieder in den Ortsteil Schildgen und Richtung Bergisch Gladbach oder Köln zu kommen finde ich eine Zumutung, nur weil einige Nittumer Bürger dies als Belastung empfinden.
    Auch für mich und den Anwohnern der Brahmstrasse, Haydnstraße und Altenberger Dom Straße ist diese Situation auch eine Zumutung.
    Da die Baustelle Altenberger Dom Straße ja auch zeitlich begrenzt ist, ist die Durchfahrt durch den Nittumer Weg in meinen Augen für diese Zeit die beste Lösung und hoffe, dass es eine vernünftige Regelung in Kürze gibt, ohne auf einzelne Wünsche einzugehen.

    1. Einzelne Wünsche, so wie den Ihrigen und Ihrer Nachbarn nicht die Umleitung fahren zu müssen?

      Jeder hat – wie Sie so richtig bemerkten – da so seine Sicht der Dinge und die Stadt bzw. die Straßenverkehrsbehörde muss die unterschiedlichsten aber vor allem auch die übergeordneten Interessen abwägen und – nicht zu vergessen – die gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Arbeitsstellen und Umleitungen einhalten.

      1. Natürlich geht es nicht ohne Umleitungen-da stellt sich ja jeder in dieser Situation ein- aber den Nittumer Weg als Umleitung nicht nutzen zu können erschließt sich mich nicht!!!

  5. Was ich mich nur immer bei solchen Diskussionen frage, was wäre eine Alternative? Gibt es denn sinnvolle Ausweichrouten, damit niemand eine Beeinträchtigung hat?
    Es wird immer jemanden geben, welcher sich im Nachteil sieht. Aber es muss nunmal gebaut werden oder als Alternative eben nicht.

  6. Ich dachte bislang immer, “Anlieger” seien diejenigen, die ihr Ziel mit ihrem Fahrzeug ausschließlich über die gesperrte Straße erreichen können. Eine solche Situation gibt es dort nicht, da der Nittumer Weg auch von der Leverkusener Straße aus zu erreichen ist. Wer darf sich denn dann als “Anlieger” fühlen und die Zufahrtsbeschränkung ignorieren?

      1. Was verboten bleibt:

        Durchgangsverkehr: Das reine Abkürzen oder Umfahren eines Staus ohne Ziel in dieser Straße ist eine Ordnungswidrigkeit.

        Parkplatzsuche: Wenn du dort niemanden besuchst und nur parken willst, um woanders hinzugehen, giltst du nicht als Anlieger.

        KI unterstützt

      2. Das ist so nicht richtig. Wenn man kontrolliert wird, muss man glaubhaft darlegen, wen und warum man ein “Anliegen” in der Straße hat. Das wäre beim Arztbesuch z.B. der Termin oder ähnliches. Auch dürfen Behörden dies kontrollieren und überprüfen. So ein “ich wollte jemanden nur besuchen” könnte dann ganz schnell nach hinten losgehen.

  7. Mir tun ganz ehrlich die Leverkusener Einwohner leid, die aufgrund der Umleitung durch Schlebusch nun mehr Verkehr schlucken müssen, da die Anwohner der Nittumer Straße entlastet werden (sollen).
    Dass sich die Leverkusener Verwaltung und die betroffenen Leverkusener Einwohner noch nicht gewehrt haben ist für mich nicht erklärbar.

    1. Die Anwohner im Nittumer aber auch Zehntweg sollen nicht entlastet werden, sondern vor einer Mehr- bis Überlastung geschützt werden. Kleiner aber entscheidender Unterschied.

      Und im Gegensatz zur ausgewiesenen Umleitung u.a. über den Karl-Carstens-Ring und Willi-Brandt-Ring, teils mehrspurige Durchgangsstraßen, handelt es sich in Nittum um eine eng bebaute (mit alternierenden Parktasche zusätzlich eingeschränkte) Wohnstraße unter Zone 30.

      Ich bin mir sicher ganz ohne Einschränkung würde der Verkehr im Nittumer Weg und vor allem damit der wichtige ÖPNV ansonsten zum Erliegen kommen.

      1. Bis zum Karl-Carstens-Ring muss man jedoch erstmal über die Odenthaler Straße in Leverkusen an den Häusern vorbei und belastet somit die Anwohner dort.
        Und ein Erliegen des Verkehrs würde die Autofahrer dann jedoch schon von alleine dazu bewegen, den Umweg zu fahren.

    2. Auch die Odenthaler Straße ist eine Durchgangsstraße bzw. sogar klassifizierte Landesstraße L288 mit übergeordnetem verkehrlichem Hintergrund.

      Aber korrekt: Die Anwohner dort werden stärker belastet als bislang.

      Aber bedenklich: sehenden Auges einen Infarkt im Nittumer zu provozieren kann und darf nicht Lösung der Straßenverkehrsbehörde sein.

      1. Das mag sein, aber es darf doch auch nicht zu Lasten der Menschen gehen, die eh schon viel Verkehr mit allen Nebenwirkungen (Lärm, Feinstaub) zu ertragen haben.
        Und dass durch den Umweg von zig Kilometern auch noch die Umwelt unnötig belastet wird kann und darf auch nicht die Lösung sein.

  8. Ich wiederhole mich gerne: einfach mal mit Google-Maps von der Altenberger Dom Str. 233 zur Altenberger Dom Str. 153 eine PKW-Fahrt planen (Hausnummern willkürlich unter-/oberhalb der Einbahnstraße gewählt).

    Wenn das abgestellt werden könnte, wären es vielleicht schon ein paar Fahrzeuge weniger.

    Andere Apps (Apple Karten oder Here We Go) zeigen den gleichen Weg.

    Und der Schilderwald mit offiziellen und selbst gemachten „Verkehrszeichen“, teils momentan nur durch Äste, demnächst von Laub, überdeckt hilft nicht.

    1. Ich denke nicht, dass Strecken-Tips von irgendeiner eLandkarte Verkehrsschilder außer Kraft setzen

      1. Richtig, aber mein Eindruck ist, dass man (und da schließe ich mich nicht aus) bei Nutzung eines Navi schnell eine (insbesonders umfangreiche) Beschilderung übersieht. Teils sind die Informationen widersprüchlich. Teils bekommt man zu viel Input als Fahrer und muss sich schnell und an die Verkehrsverhältnisse angepasst entscheiden, insbesondere wenn man dann auch noch ortsfremd ist. Oder man fährt bei einer Umleitung einfach dem Vordermann/-frau hinterher.

    2. Welche Verkehrszeichen sollen denn “selbstgemacht” sein. Mir sind keine außerhalb der StVO verfügbaren aufgefallen.

      1. Das laminierte „Wupsi“, leider ist der Rest darüber nicht komplett zu sehen. Das war schon vor dem Stapel mit dem blauen „Geradeaus fahren“ mit den 4 Schildern zu den Ausnahmen darunter da.

      2. Das laminierte „Wupsi“ ist aber kein Verkehrszeichen. Und auch nicht StVO relevant.

      3. Das sehe ich genauso, aber jedes Schild führt dazu, dass ich möglicherweise ein anderes nicht sehe. Und was es da soll, ist mir nicht klar, ich habe aber auch nicht mehr genau in Erinnerung was sonst an dem Pfosten war (und das blaue Schild mit den Ausnahmen noch nicht da war). Braucht man das oder kann das weg?