Foto: Thomas Merkenich

Das Jugendzentrum zieht vom Quirlsberg aufs Zanders-Gelände, Pfadfinder und Kindergartenmuseum teilen sich einen deutlich kleineren Neubau. Bis dahin saniert die Stadt nur das absolut Notwendigste im maroden Q1-Gebäude. Das hat der Jugendhilfeausschuss (JHA) beschlossen – zum großen Unmut der Pfadfinder. Offen bleibt, was künftig am bisherigen Standort passiert.

Hinweis der Redaktion: Es ging im JHA auch um die Auswirkungen des Geburtenrückgangs auf die Planung von Kita und OGS sowie um ein Jugendfestival; Details dazu weiter unten.

Die Verwaltung spricht von einem Kompromiss, die Pfadfinder sehen ihre Jugendarbeit durch diesen Vorschlag gefährdet: Nach vielen Fragen, einigen Erläuterungen und Antworten, einer intensiven und emotionalen Debatte beschließt der Jugendhilfeausschuss (JHA) in seiner Sitzung am Dienstagabend den Neubau eines „Jugendquartiers“. Geschätzte Gesamtkosten: 2,5 Millionen Euro.

In das 250 Quadratmeter große Gebäude auf dem Grundstück Hauptstraße 328 sollen  der Pfadfinderstamm Folke Bernadotte und das Kindergartenmuseum ziehen – sowie möglicherweise weitere Jugendverbände. Bis zur Fertigstellung des Neubaus bleiben sie im sanierungsbedürftigen Q1-Gebäude auf dem Quirlsberg. 

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Zukunft des Q1: Stadt schlägt Neubau eines „Jugendquartiers“ vor

Im Jugendhilfeausschuss präsentiert die Verwaltung einen neuen Plan für die Zukunft des sanierungsbedürftigen Q1-Gebäudes. Er sieht neben einer Minimal-Reparatur des Altbaus einen deutlich kleineren Neubau in der Innenstadt vor. Die Pfadfinder, die neben dem Kindergartenmuseum dort einziehen sollen, sprechen sich gegen den Vorschlag aus. Was aus dem Jugendzentrum selbst wird, bleibt offen.

Wenn das aktuell bestehende Untermietverhältnis mit der evangelischen Kirchengemeinde am 31. Oktober 2026 endet, springt die städtische Tochtergesellschaft GL Service gGmbH übergangsweise als Vermieterin für Pfadfinder und Museum ein. Für das Jugendquartier im Neubau soll ein neuer Betreiber gesucht werden. 

Zustimmung für Minimal-Sanierung

Einigkeit aller Beteiligter besteht darin, dass die von der Verwaltung vorgeschlagene Mindestsanierung schnellstmöglich erfolgen muss. Dabei werden nur die notwendigsten Maßnahmen getätigt, um den aktuellen Betrieb aufrecht zu erhalten und die Sicherheit der Besucher:innen zu gewährleisten. Geschätzte Kosten: 250.000 Euro.

Erst sehr kurzfristig, am Freitagabend, hatte die Verwaltung die Beschlussvorlage ins Ratsinformationssystem gestellt, was mehrere Ausschussmitglieder kritisierten. Der zuständige Beigeordnete Stephan Dekker äußert sein Bedauern darüber, „aber es ging nicht anders“.

Angaben zu den Kosten habe die Verwaltung erst Ende Februar bekommen, anschließend hätten Gespräche mit der evangelischen Kirchengemeinde und den Pfadfindern stattgefunden. 

Letzte Sanierung liegt 30 Jahre zurück

Noch im Dezember war die Verwaltung davon ausgegangen, dass eine Komplettsanierung zwischen sechs und neun Millionen Euro kosten könnte. Nun habe sich herausgestellt, dass es deutlich günstiger gehe, wenn nur die sicherheitsrelevanten Maßnahmen umgesetzt werden, erläutert Fachbereichsleiterin Claudia Werker. 

Solange es keine großen baulichen Eingriffe in das 73 Jahre alte Gebäude gebe (was beispielsweise nötig wäre, um Barrierefreiheit etwa durch den Einbau eines Aufzuges herzustellen), werde auch die bestehende Baugenehmigung aus dem Jahr 1995 nicht angegriffen. Zu dem Zeitpunkt sei Werker zufolge die letzte große Sanierung erfolgt. In den vergangenen 30 Jahren habe es außer einer neuen Heizung keine großen Investitionen oder Sanierungen gegeben.

Zur Sache: Vertrag zwischen Stadt und Kirche

Das Q1-Gebäude gehört der Stadt, sie hat eine Vereinbarung mit der evangelischen Kirchengemeinde geschlossen, die das Objekt zur Nutzung für die Jugendhilfe erhält. 

Dabei handelt es sich um einen „Dach- und Fachvertrag“: Die Kirchengemeinde muss demnach alle erforderlichen Reparaturen und Erneuerungen auf eigene Kosten vornehmen. Aber: Jugendhilfe ist eine Pflichtaufgabe der Stadt. Da sie diese in diesem Fall an die Kirche übertragen hat, kann sich diese die Kosten bis zu 100 Prozent von der Stadt zurückerstatten lassen.

Grundsätzlich ist die Stadt dazu verpflichtet, eine angemessene Infrastruktur für die Jugendarbeit bereitzustellen. Dazu zählt auch die Arbeit der Pfadfinder.

Die Pfadfinder stellen sich gegen den Vorschlag der Verwaltung, wie sie in einem öffentlichen Statement deutlich machen. Deren Stammesführer Janis Reinhold ist an diesem Abend erstmals in seiner Funktion als Vorsitzender des frisch gegründeten Stadtjugendrings als beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss vertreten. Und richtet einen flammenden Appell für den Erhalt des Q1-Gebäudes und den Fortbestand der Jugendarbeit an diesem Ort.

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Stadtjugendring will als starke Stimme der Jugend auftreten

Jugendverbände aus Bergisch Gladbach haben einen gemeinsamen Stadtjugendring gegründet. Neben dem Austausch untereinander soll das dieser die Jugendverbandsarbeit in der Stadt stärken. Als Gesamtvertreter tritt das neue Gremium jugendpolitisch gegenüber Stadt und Kommunalpolitik auf. 

Als Hauptproblem am geplanten Neubau sieht Reinhold die deutliche Verkleinerung – von aktuell 1287 auf künftig 250 Quadratmeter. „Wenn das so beschlossen wird, schaffen wir keine Räume für Jugendliche, sondern wir nehmen der Jugend Räume weg – für ein Mehrzweckgebäude.“ 

Anstelle diese baufälligen Gebäudes soll ein Neubau für ein Jugendquartier entstehen. Foto: Thomas Merkenich

Der Idee, Pfadfinder und Kindergartenmuseum sollen sich die neuen Räume teilen, erteilt Reinhold eine klare Absage: „Das wird nicht funktionieren.“ Dagegen biete auch der bisherige Standort genug Platz für weitere Vereine und Verbände wie den Stadtjugendring.

Jugendzentrum zieht aufs Zanders-Gelände

Was künftig mit dem eigentlichen Jugendzentrum Q1 passiere, fragt Thomas Fischer-Wesselmann von der Katholischen Jugendagentur (KJA). Davon sei in der Vorlage gar keine Rede. Es sei geplant, das Jugendzentrum in der umgebauten Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Gelände fortzuführen, bestätigt Claudia Werker. Ein Vorschlag, den der damalige Bürgermeister Frank Stein bereits vor einem Jahr gemacht hatte.

Rückblick Q1

Spätestens seit September 2024 weiß die Stadtverwaltung um die prekäre Lage, damals hatte die Evangelische Kirche den Mietvertrag mit der Stadt gekündigt. Weil der Zustand des Gebäudes so schlecht ist, dass sie sich nicht mehr in der Lage sah, die notwendigen Reparaturen – auch in die Sicherheit – zu gewährleisten.

Erst im Mai 2025 machte die Verwaltung diesen Umstand öffentlich. Anschließend fanden viele Gespräche und Ortsbegehungen statt. 

Im Juni 2025 brachte der damalige Bürgermeister Frank Stein einen Umzug des Jugendzentrums in die umgebaute Zentralwerkstatt des Zanders-Geländes ins Spiel.

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Jugendzentrum Q1 soll ins Zanders-Areal ziehen

Mittelfristig soll das Jugendzentrum der evangelischen Kirche in der Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Gelände eine neue Heimat finden. Eine Übergangslösung für das Q1 werde bald präsentiert, teilt Bürgermeister Frank Stein mit. Auch für Kindergartenmuseum und Pfadfinderheim gebe es gute Perspektiven. Vorwürfe von CDU und FDP weist Stein zurück – und gibt deren Bürgermeisterkandidaten einen Ratschlag mit auf den Weg.

Warum ein eigenes Gebäude für die Pfadfinder? Gibt es in der Zentralwerkstatt nicht auch noch Platz für sie? Und was passiert mit dem jetzigen Q1-Gebäude, fragt Collin Eschbach (Grüne). Dekker antwortet, dass über das Bestandsgebäude in „zwei bis drei Jahren“ die Politik entscheiden müsse. „Das kann ich heute nicht beantworten.“ 

Die Räume der Zentralwerkstatt sind Dekker zufolge schon „sehr beschränkt“, auf eine multifunktionale Nutzung ausgelegt und böten nicht ausreichend Lagermöglichkeiten für die Pfadfinder. „Wann ist damit zu rechnen, dass aus dem Q1 das Z1 wird?“, hakt Eschbach nach. „Ende 2028 könnte die Zentralwerkstatt fertig sein“, antwortet Dekker.

Die evangelische Kirchengemeinde als Trägerin des Jugendzentrums ist nach Worten des Beigeordneten in die Pläne einbezogen und damit einverstanden. An der Ausschusssitzung nahm kein Vertreter der Gemeinde oder des Jugendzentrums teil.

Bedeutung des bisherigen Standorts

Pfadfinder und Jugendring-Sprecher Reinhold betont die Bedeutung und den Wert des Standortes und des alten Gebäudes: „Viele Hunderte Kinder und Jugendliche haben hier ihre Kindheit und Jugend verbracht.“ Er erinnert an Konzerte und Feste und äußert die Sorge über einem möglichen Verkauf an „interessierte Nachbarn“ – eine Anspielung auf das benachbarte Evangelische Krankenhaus (EVK).

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„Bei allem Verständnis für die emotionale Bindung an dieses Gebäude: Wir als Verwaltung müssen die gesamtstädtische Verantwortung im Blick haben“, erklärt Dekker. Das bedeute die Abwägung zwischen einem baufälligen Gebäude, in das in den nächsten Jahren möglicherweise deutlich mehr Geld gesteckt werden müsse als die 2,5 Millionen Euro für ein neues Gebäude. 

„Was wir hier vorlegen, ist ein Kompromiss“, so Dekker. Andere Organisationen oder Vereine würden sich über einen solchen Neubau freuen. In die Planung und Konzeption würden die Pfadfinder zudem mit einbezogen. 

Vor der Abstimmung wird die Sitzung zur Beratung unterbrochen. Anschließend stimmt die große Mehrheit dem Vorschlag der Verwaltung zu – bei zwei Enthaltungen (KJA und BDKJ) und einer Gegenstimme von der AfD. Über die kurzfristige Minimal-Sanierung des Bestandsgebäudes stimmte der Ausschuss separat ab – und beschloss diese einstimmig.

Was sonst noch im JHA passierte

Die Planungen für das kommende Kindergartenjahr und für die Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) werden einstimmig beschlossen – ebenso alle weiteren Beschlüsse.

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Trotz Geburtenrückgang: Kita-Plätze reichen nicht aus

Um dem jahrelangen Mangel an Betreuungsplätzen entgegenzuwirken, baut die Stadt Bergisch Gladbach die Anzahl der Kita-Plätze aus. Doch noch immer liegen die Neubauprojekte weit hinter dem Zeitplan – daher gibt es nun sogar weniger Plätze als im Vorjahr. Immerhin: Sinkende Kinderzahlen lassen die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage etwas kleiner werden. Die Lage unterscheidet sich je nach Alter der Kinder und Stadtteilen deutlich.

An welchen Schulen es mit OGS-Plätzen knapp wird – und wo nicht

Ab dem kommenden Schuljahr haben auch in Bergisch Gladbach alle Erstklässler einen Rechtsanspruch auf Betreuung im Offenen Ganztag. Stadtweit betrachtet gibt es genügend OGS-Plätze. Dennoch werden einige Familien vermutlich leer ausgehen. Wir haben uns angeschaut, wie die Pläne der Stadt im Einzelnen aussehen.

Der Geburtenrückgang werde Werker zufolge künftig Konsequenzen im Kita-Bereich haben. „Noch schaffen wir keinen Überhang an Plätzen.“ Künftig könnten aber auf qualitativer Ebene nachgebessert werden, Überbelegungen vermieden werden.  

An den geplanten neuen Kitas hält die Verwaltung fest. Auch den politischen Beschluss zur Kita Am Fürstenbrünnchen verfolge man weiterhin, so Dekker. Die Baustelle an der neuen Kita Nittumer Weg in Schildgen wird Werker zufolge Ende März wieder freigegeben. Dort waren Kampfmittel gefunden und entfernt worden. Bei der Kita Jakobstraße in der Innenstadt befinde man sich noch immer im Baugenehmigungsverfahren. 

Insgesamt 209.000 Euro aus Fördermitteln für Demokratieförderung und Extremismusprävention stehen stadtweit 22 Projekten für das Jahr 2026 zur Verfügung, teilt Werker mit. Unter anderem werde damit das Jugendfestival finanziert, das im Juni im neuen Gleispark auf Zanders stattfindet. 

2111 Kinder und Jugendliche haben die Jugendbefragung beantwortet, die in die Ausgestaltung des neuen Kinder- und Jugendförderplans einfließen soll, teilt die Verwaltung mit. Die Ergebnisse sollen Ende April vorliegen.


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ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. In der öffentlichen Darstellung entsteht derzeit immer wieder der Eindruck, das Gebäude sei „baufällig“ oder „marode“. Diese Einordnung ist so nicht haltbar. Ja, das Gebäude ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht den Standards eines Neubaus. Mittelfristig werden auch erhebliche Sanierungsmaßnahmen notwendig sein. Das ist bei einem Gebäude dieses Alters nichts Ungewöhnliches. Die Alternative ist dann nur Abriss oder Verkauf.

    Entscheidend ist doch: Was ist tatsächlich notwendig, um den sicheren Weiterbetrieb zu gewährleisten?

    Bereits im vergangenen Herbst wurde von mir nach einer gemeinsamen Begehung aus Sicht des Sachverständigen darauf hingewiesen, dass hierfür keine Generalsanierung im Umfang von sechs bis neun Millionen Euro erforderlich ist. Die damals genannten Summen basierten im Wesentlichen auf einer Vollsanierung nach Neubaustandard – also auf Maßnahmen wie energetischer Komplettsanierung oder einer umfassenden Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung.

    Für den Weiterbetrieb eines Bestandsgebäudes sind solche Maßnahmen jedoch nicht zwingend erforderlich. Entscheidend sind vor allem sicherheitsrelevante Punkte wie die Überprüfung der Elektroinstallation, eine brandschutztechnische Bewertung sowie die Sicherstellung der Rettungswege. Genau diese Maßnahmen wurden jetzt mit ca. 250 Tsd EUR bewertet und sollen kurzfristig umgesetzt werden.

    Ein zweiter Punkt wird in der öffentlichen Diskussion bislang kaum thematisiert: die verfügbaren Flächen für die Jugendarbeit. Im bestehenden Gebäude stehen den Pfadfindern derzeit rund 250 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. In den aktuell diskutierten Neubauüberlegungen soll diese Fläche künftig insgesamt für mehrere Nutzungen reichen – etwa für Pfadfinder, Kindergartenmuseum und möglicherweise weitere Jugendverbände (so die Vorlage).

    Das bedeutet faktisch eine deutliche Verdichtung der Nutzung und eine spürbare Verkleinerung der Flächen für die Jugendarbeit.

    Auch der vorgeschlagene neue Standort wirft Fragen auf. Das Grundstück liegt direkt an einer stark befahrenen Straße und grenzt gleichzeitig unmittelbar an Wohnbebauung. Damit entstehen typische Nutzungskonflikte, die man bei Jugendtreffs nur zu gut kennt: Hol- und Bringverkehr, Fahrradabstellflächen, Treffpunkte im Außenbereich oder Lärmempfinden der Nachbarschaft.

    Solche Rahmenbedingungen erschweren erfahrungsgemäß eine langfristig konfliktfreie Nutzung.

    Dass das Jugendzentrum Q1 perspektivisch auf das Zanders-Gelände umziehen soll, kann durchaus sinnvoll sein und neue Möglichkeiten eröffnen. Umso wichtiger wäre es jedoch, die verbleibenden Strukturen der Jugendarbeit sorgfältig zu betrachten.

    Denn am Ende geht es nicht um Gebäude oder Standorte, sondern um etwas anderes: verlässliche Räume für Kinder und Jugendliche.

    Jugendarbeit braucht Platz, Sichtbarkeit und eine Umgebung, in der sie sich frei entfalten kann – am besten mitten in der Stadt.

  2. Leider scheint die Lokalpolitik nicht den langfristigen Nutzen breiter Kinder-und Jugendarbeit zu sehen, die im Q1 geschehen könnte!

  3. Die Entwicklung des Q1 interessiert mich sehr, hatte unser ältester Sohn doch auch vor nahezu 30 Jahren dort während seiner SturmUndDrangJahre einen sicheren “Unterschlupf” gefunden. Und für uns als Eltern ein sicheres Gefühl… – und heute Dankbarkeit dafür, dass sein Leben gelingt.

    Alles hat seine Zeit. Dem alten Q1 nachzutrauern, bringt nichts. Jedoch dessen Verdienste zu würdigen, sehr viel.
    Dass Gebäude alle 20-30 Jahre einer genauen Betrachtung unterzogen müssen, ist ja keine neue Erkenntnis. Dass es dann auch mal richtig teuer werden und zu Umbrüchen kommen kann, muss kein Schicksalsschlag sein, wenn sachgerecht vorgesorgt wurde.

    Wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allem, dass die Grundbedürfnisse heranwachsender Menschen, welche die Gesellschaft zu erfüllen hat, niemals zu kurz kommen. Dass ein Bewusstsein in den Köpfen aller Verantwortung Tragenden existiert, welches die Gefahren bei Vernachlässigung höher einschätzt, als die Kassenlage.

    Junge Menschen sind sehr flexibel und eigentlich auch anspruchslos. Werden sie nict erst wirklich lebensfähig, indem sie mit Problemen konfrontiert und mit eingebunden werden? Nur dürfen sie nicht allein gelassen werden, wenn sie an ihre Grenzen kommen. Bei den Pfadfindern findet jetzt sicher auch ein Reifungsprozess in Sachen gelebter Demokratie statt, welcher für deren künftiges Leben von Vorteil sein kann.

    Wenn ich die Gesamtsituation seit Schließungsbeschluss des Q1 richtig einschätze, gibt es von Seiten der Stadtpolitik und der Kirchen ein ehrliches Bemühen, eine brauchbare Infrastruktur für alle Betroffenen herzustellen. Mit dem daraus entstehenden neuen Bild gilt es dann, sich anzufreunden und ggf. Nachzubessern. Aber das dürfen dann die jungen Leute beurteilen… Wir Erwachsenen brauchen nur die Ohren offen zu halten, wenn es soweit ist – auch wenn es manchmal schwer fällt ;O)
    MfG Dieter Richter, Bergisch Gladbach