Die Gnadenkirche in der Stadtmitte. Foto: Thomas Merkenich

Im Bezirk 1 der Evangelischen Kirchengemeinde mit der Gnadenkirche und der Kirche zum Frieden Gottes rückt Tim Herzog aus dem Probedienst in die Stelle des Pfarrers auf. Im Bezirk 3 mit der Kirche zum Heilsbrunnen ist Pfarrer Christoph Breer abberufen worden. Auch die evangelischen Gemeinden der Region wollen und müssen künftig enger zusammenarbeiten.

Pfarrer Tim Herzog, der in den vergangenen zwei Jahren bereits im Probedienst in der Gnadenkirche und in der Kirche zum Frieden Gottes tätig war, ist vom Presbyterium zum Pfarrer auf die Pfarrstelle Stadtmitte / Heidkamp gewählt. Er werde am 26. September von Superintendentin Kerstin Herrenbrück in einem Gottesdienst in der Gnadenkirche in sein Amt eingeführt, berichtet Carsten Bierei, der Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrer der Heilig Geist Kirche in Hand.

Pfarrer Christoph Breer habe dagegen die Gemeinde verlassen und nehme seit dem 1. September einen landeskirchlichen Auftrag als Pfarrer wahr. Er war Ende August ist einem Gottesdienst im Heilsbrunnen von Superintendent Torsten Krall verabschiedet worden. Breer hatte die Stelle vor vier Jahren als Nachfolger von Achim Dehmel übernommen.

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Nach Angaben von Bierei werden die Aufgaben von Breer zunächst von ihm selbst, von Tim Herzog sowie der ordinierten Diakonin Jutta Unterbusch und ehrenamtlichen Prädikantinnen und Prädikanten übernommen. Ob und in welchem Umfang die Stelle wiederbesetzt werde, stehe noch nicht fest.

Engere Zusammenarbeit der Gemeinden

Bierei weist darauf hin, dass auch in der Evangelischen Kirche im Rheinland alle Gemeinden vor Umstrukturierungen stünden. Sie seien auf die Zusammenarbeit mit anderen Kirchengemeinden angewiesen, weil die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer zurückgehe. Zudem stünden strukturelle Neuausrichtungen durch Fusionen oder Kooperationen an.

Die Evangelischen Kirchengemeinden Bergisch Gladbach und Altenberg/Schildgen wollen künftig in der sogenannten Region Bergisch Nordwest (das ist noch ein Arbeitstitel) kooperieren, erläutert Bierei. Nun werde daran gearbeitet, „wie wir zukünftig in dieser Region gemeinsam in allen Bereichen zusammenarbeiten und zusammen Entscheidungen treffen“.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Dieser Artikel hinterlässt bei mir nach der ganzen Geschichte um Q1 und die Pfadfinder einen ziemlich bitteren Beigeschmack.

    Die evangelische Kirche spricht über Strukturwandel, Nachwuchsprobleme, Kooperationen und die Frage, wie Kirche in Zukunft überhaupt noch Menschen erreichen kann. Gleichzeitig hat genau diese Kirchengemeinde mit der Kündigung des Nutzungsvertrags einen Prozess angestoßen, durch den ein seit Jahrzehnten gewachsener Ort für Kinder, Jugendliche und Ehrenamtliche am Quirlsberg seine bisherige Grundlage verliert.

    Genau dort hätte Kirche eigentlich zeigen können, was Gemeinschaft bedeutet.

    Stattdessen verlieren die Pfadfinder ihren gewachsenen Standort, das Jugendzentrum Q1 wird in seiner bisherigen Form aufgegeben und die Stadt steckt nun rund 250.000 Euro in das bestehende Gebäude, nur um es zunächst weiter nutzbar zu halten. Die Kosten für Ersatzlösungen und neue Standorte kommen noch hinzu.

    Und während all das passiert, wird der Quirlsberg seit Jahren immer stärker vom wachsenden Gesundheitscampus geprägt. Das ist ausdrücklich kein Beweis für einen Zusammenhang.

    Aber nach allem, was inzwischen passiert ist, muss die Frage erlaubt sein: Welche langfristige Planung gibt es eigentlich für den Quirlsberg – und insbesondere für das heutige Q1-Gelände?

    Wenn es keinerlei Zusammenhang gibt, wäre es doch sehr einfach, endlich transparent zu erklären, welche Zukunft für dieses Grundstück vorgesehen ist.

    Besonders widersprüchlich finde ich aber etwas anderes: Man beklagt, dass Kirche Mitglieder verliert, Nachwuchs fehlt und Strukturen zusammengelegt werden müssen – und gibt gleichzeitig einen Ort auf, an dem Kinder und Jugendliche über Jahre Gemeinschaft, Ehrenamt und Verantwortung erlebt haben.

    Vielleicht sollte man sich irgendwann fragen, ob junge Menschen wirklich das Interesse an Gemeinschaft verlieren – oder ob Institutionen ihnen schlicht immer weniger Orte geben, an denen Gemeinschaft entstehen kann.

    Q1, Pfadfinder und nun sogar die Diskussion um den Spielplatz am Quirlsberg: Irgendwann sind es einfach zu viele einzelne „Zufälle“, als dass man sich als Bürger nicht zumindest eine transparente Gesamtplanung für diesen Berg wünschen dürfte.

    1. Eine „Gesamtplanung“ für den Quirlsberg gibt es nicht, weil er weder der Kirche noch dem EVK noch der Stadt gehört. Die Frage, was mit dem Grundstück des Q1 geschieht, muss an die Stadt als Eigentümerin gerichtet werden. Am Ende entscheidet der Stadtrat.