Der alte Friedhof der Gnadenkirche. Foto: Thomas Merkenich

Neben der Gnadenkirche liegt eine wenig beachtete, aber bemerkenswerte historische Stätte: Der alte evangelische Friedhof, auf dem seit 1777 unter anderem fast alle der vielen Papierfabrikanten der Stadt beigesetzt worden sind. Mit Hilfe des Verschönerungsvereins sind die 34 Grabsteine nun wieder instand gesetzt worden.

Auf einer Fläche von nur gut 500 Quadratmeter zwischen dem Engel am Dom der Gnadenkirche und dem Quirls sind 34 historische Grabsteine zu entdecken, verborgen hinter einer respektgebietenden Mauer. Solche historischen Friedhöfe sind weit mehr als eine letzte Ruhestätte. Sie können auch als Ort der Erinnerung, aber auch als ein offenes Geschichtsbuch betrachtet werden.

Allerdings waren die Steine und ihre Inschriften durch großflächige Verwitterungen bedroht. Deshalb fanden sich im Frühjahr 2026 die evangelische Kirchengemeinde von Bergisch Gladbach, der Förderverein des evangelischen Friedhofs Quirlsberg und der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V. zusammen, um durch Restaurierungsmaßnahmen diesen Zerfall wenigstens für einige weitere Jahrzehnte aufzuhalten.

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Dieser Friedhof wurde mit dem Bau der Gnadenkirche 1776/77 – also vor exakt 250 Jahren – angelegt und bis 1870 genutzt. Bestattet wurden dort über 600 Personen; die letzte Person war Julie Zanders (1804-1869), die Witwe des Gründers der Papierfabrik Johann Wilhelm Zanders.

Dass der Friedhof als ein Objekt bemerkenswerter Zeitgeschichte betrachtet werden darf, ist schon deshalb gegeben, da fast alle in Bergisch Gladbach ansässigen Papiermacherfamilien dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Abgesehen davon ist dieser Friedhof ein anschauliches Beispiel der Grabmalkunst von 1777 bis Ende des 19. Jahrhunderts.

Da die Grabsteine nicht aus dem fast unzerstörbaren Basaltlava, sondern aus Sandstein bzw. Grauwacke hergestellt wurden, sind Sanierungs- bzw. Restaurierungsmaßnahmen ab einer gewissen Zeit immer wieder notwendig. Die häufigste Verwitterungserscheinung sind neben Rissen sogenannte Verwitterungsschalen, die sich scheibchenweise vom Grabstein lösen und dadurch die „Haut“ der Steine zerstören.

Der Diplom-Restaurator Thomas Sieverding, der die Restaurierungsmaßnahme durchgeführt hat, veranschlagte die Kosten auf insgesamt 12.000 Euro. Der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V. übernahm 3.500 Euro, der Förderverein des evangelischen Friedhofs Quirlsberg ebenfalls 3.500 Euro, der Restbetrag in Höhe von 5.000 Euro wurde von der evangelischen Kirchengemeinde getragen.

Prof. Dr. Michael Werling, geb. 1950 in Ludwigshafen am Rhein. Nach einer Lehre als Bauzeichner, Studium der Architektur an der Ingenieurschule Mainz sowie an der TH Karlsruhe. Assistent am Lehrstuhl für Industrialisiertes Bauen und Industriebau an der Technischen Universität in Kaiserslautern. Parallel...

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