Die Kirche Heilige drei Könige in Hebborn. Foto: Thomas Merkenich

Vor 100 Jahren wurde die neuerbaute Orgel der Orgelbaufirma Johannes Klais (Bonn) in Hl. Drei Könige geweiht. Aus Anlass des Geburtstags findet in der Kirche in Hebborn eine kleine Konzertreihe statt.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius

Die neue Orgel mit 13 Registern und pneumatischer Traktur wurde zur Einweihung am 5. Dezember 1926 vom damaligen Kölner Domorganisten Prof. Hans Bachem gespielt.

Aus Anlass dieses 100. Orgelgeburtstags findet in Hl. Drei Könige eine Konzertreihe statt mit drei Orgelkonzerten:

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  • 4.10. (Prof.em. Ludger Lohmann; Stuttgart),
  • 15.11. (Kantor Helmut Voß; Bergisch Gladbach),
  • 6.12. Prof.em. Wolfgang Seifen (Kevelaer).

Das Auftaktkonzert spielt Prof. Ludger Lohmann unter dem Motto ,,Romantische Welten“ mit Werken von Brahms, Mendelssohn Bartholdy, de Lange, Liszt und Reger

4.10.2026, 16 Uhr
Kirche Hl. Drei Könige
Odenthaler Str. 259
51467 Bergisch Gladbach

Der Eintritt ist frei.

Als einer der renommiertesten Orgelvirtuosen und Orgelpädagogen hat Ludger Lohmann nachhaltigen Einfluss auf die Orgelkultur genommen. Seine Konzerttätigkeit, die ihn in viele Kirchen, Kathedralen und Konzertsäle der Welt geführt hat, begann mit Auszeichnungen bei mehreren bedeutenden internationalen Wettbewerben, darunter der ARD-Wettbewerb München 1979 und der Grand Prix de Chartres 1982.

1954 in Herne geboren, studierte er an der Musikhochschule Köln Orgel bei Wolfgang Stockmeier und Cembalo bei Hugo Ruf. Seine eigene pädagogische Arbeit stand immer gleichberechtigt neben seine umfangreiche Konzerttätigkeit. So hat er in über 40 Jahren, zunächst an der Kölner, ab 1983 als Professor an der Stuttgarter Musikhochschule, zahlreiche junge Organisten und Organistinnen aus aller Welt ausgebildet, von denen heute viele selbst konzertierend und lehrend fruchtbare Arbeit leisten. 

Seine künstlerische und pädagogische Ausstrahlung hat Ludger Lohmann als Gastprofessor, Dozent zahlloser masterclasses und Juror in vielen Wettbewerben durch die Welt geführt. In Anerkennung seiner vielfältigen Tätigkeit hat ihn das britische Royal College of Organists als ersten mit seiner Ehrenmedaille ausgezeichnet. 2023 erhält er den „Preis der Europäischen Kirchenmusik“.

BACH – Ein Name mit Klang

Am 15.11.2026 um 16 Uhr spielt Kantor Helmut Voß ein Orgelkonzert unter dem Motto BACH – Ein Name mit Klang mit Werken von Bach, Schumann, van Eyken, Brewer und Liszt. 

Der Nachname BACH hat die Seltenheit, dass er vollständig aus Buchstaben besteht, die Tönen entsprechen, so dass der Name gewissermaßen zum Klingen gebracht werden kann. Da das Motiv B-A-C-H aus vier aufeinander gelagerten Halbtönen besteht, ergibt sich ein sehr charakteristisches Motiv mit zwei fallenden Halbtonschritten. Johann Sebastian Bach selber und unzählige Komponisten nach ihm verwendeten das BACH – Motiv in ihren Werken als Hommage an Bach,  einige von Ihnen erklingen im Konzert.

Improvisationskonzert über adventliche Themen

Als Abschluss der Konzertreihe zum 100. Orgelgeburtstag spielt Prof. em. Wolfgang Seifen aus Kevelaer am 6.12. um 16 Uhr ein Improvisationskonzert über adventliche Themen.

Wolfgang Seifen wuchs in Oberaußem im Kreis Bergheim auf. Ab 1967 besuchte er das Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen. Von 1973 bis 1976 studierte er katholische Kirchenmusik am Gregoriushaus in Aachen. Von 1976 bis 1983 war er Kirchenmusiker an St. Sebastian Nettetal-Lobberich und, von 1983 bis 2000, Organist an der Päpstlichen Marienbasilika zu Kevelaer. Dort etablierte er den Freundes- und Förderkreis der Basilikakonzerte und die Internationalen Orgeltage. Zusammen mit Paul Wißkirchen gründete er die Internationale Altenberger Orgelakademie für Improvisation und war von 1987 bis 2022 deren ständiger Dozent.

Parallel dazu leitete Seifen von 1989 bis 1992 die Orgelklasse für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Von 1992 bis 2000 hatte er einen Lehrauftrag für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf, wo er 1995 zum Honorarprofessor ernannt wurde. Im Oktober 2000 wurde er zum Professor für Improvisation und Liturgisches Orgelspiel an der Universität der Künste in Berlin ernannt; im Oktober 2021 erfolgte seine Emeritierung. 2002 wurde er von Kardinal Sterzinsky in die Kirchenmusik-Kommission des Erzbistums Berlin berufen. Von 2003 bis 2009 war er Vorsitzender der Konferenz der Leiter katholischer Ausbildungsstätten für Kirchenmusik in Deutschland.

Von 2004 bis 2022 war Seifen Titularorganist an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin, wo er künstlerischer Leiter des Internationalen Orgelimprovisationsfestivals Berlin und (gemeinsam mit Helmut Hoeft) der Orgelkonzertreihe Meisterkonzerte Berlin war. Von ihm liegen zahlreiche Veröffentlichungen über Orgelbau und Orgelimprovisation sowie Kompositionen für Chor, Orgel und Kammermusik vor. Ferner wirkte er bei zahlreichen Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit, veröffentlichte CD-Einspielungen mit Orgelimprovisationen und geht einer umfangreichen internationalen Konzerttätigkeit nach. Seit März 2024 ist Wolfgang Seifen Vorsitzender des Orgelbauvereins Kevelaer e. V.

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