Auf diesen Tasten wird der Organist Andreas Dewey ab Sommer 2019 spielen können.

Die Orgel-Projektgruppe in Paffrath ist überwältigt: Nach einem halben Jahr haben die Spenden für die neue Orgel die 50.000-Euro-Grenze überschritten. Orgelbauer Martin Scholz hat in seiner Mönchengladbacher Werkstatt bereits die ersten Pfeifen, Tasten, Windladen und Teile des Gehäuses fertiggestellt.

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Die alte Orgel in der St. Clemens Kirche in Paffrath wurde Ende Juni abgebaut und nach Italien verkauft. Zentrale Bauteile der neuen Orgel sind bereits in der Mönchengladbacher Werkstatt zu besichtigen. Alle Einnahmen aus dem Verkauf der neuen Broschüre „Wann und von wem wurde Paffrath gegründet?“ kommen der neuen Orgel zu gute.

„Es ist wirklich großartig, wie positiv die Paffrather auf die Spendenaktion für ihre neue Orgel in St. Clemens reagieren. Die Unterstützung von vielen einzelnen Bürgern und von den Vereinen ist überwältigend“, freut sich Ulf Breideneichen. Er ist der Sprecher der Orgelbau-Projektgruppe und plant mit vielen weiteren Ehrenamtlichen die Spendenaktionen rund um den Orgelneubau.

Viele Paffrather Bürger haben sich durch ihre Beiträge Patenschaften für bestimmte Orgel-Pfeifen gesichert. Viele haben eine Orgel-Patenschaft zu Weihnachten oder zu Geburtstagen an Freunde oder Angehörige verschenkt.

In der Mönchengladbacher Orgelwerkstatt entsteht gerade das Gehäuse für die neue Paffrather Orgel.

Auch auf Beerdigungen wurde Geld an Stelle von Kränzen und Blumen zu Gunsten der Orgel gesammelt. Die Patenschaft für einen Einzelton ist schon ab 50 Euro zu haben, ein komplettes Zungenregister wird für 5.000 Euro angeboten.

Sonderdruck für die Orgel zu den Ursprüngen von Paffrath

Besondere Unterstützung kommt aus den Reihen der Vereine. Die Interessengemeinschaft Paffrath hat in vielen Geschäften Sammelbüchsen aufgestellt. Eine erste Leerung ergab nach nur drei Monaten einen stattlichen Betrag von 600 Euro. Die Heimatklänge Nußbaum spendeten die Hälfte der Einnahmen aus dem Weihnachts-CD-Verkauf für die Orgel.

Auch die Paffrather Unternehmer lassen sich besondere Aktionen für die Orgel einfallen: Ein Highlight war sicherlich das Mitsingkonzert mit Pascal Lüders und Konrad Mäurer im Wirtshaus Hansen, über das alleine 1.000 Euro an Spenden gesammelt werden konnten. Die beiden Musiker sind nun Paten für den Ton E aus dem Register Principalbass 16.

Die Paffrather Kirchenhistorikerin Inge Flock hat für die Orgel die neue Broschüre mit dem Titel „Wann und von wem wurde Paffrath gegründet?“ aufgelegt. Da die Druckkosten vollständig über die Beiträge der Werbepartner abgedeckt werden konnten, gehen alle Einnahmen in das Orgelprojekt. Zu beziehen ist die Broschüre zu einem Preis von 5 Euro über das Paffrather Pfarrbüro sowie im Gartencenter Selbach und der Apotheke in Paffrath.

Die Orgel als Weltkulturerbe im denkmalgeschützten Raum

Kurz nach Start der ersten Arbeiten an der Orgel traf die Unesco die Entscheidung, den Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anzuerkennen. „Dies hat uns darin bestärkt“, so Breideneichen, „mit einem eigens auf den Kirchenraum angepassten, in Handarbeit gefertigten Instrument, die richtige Wahl getroffen zu haben. Eine elektronische Digitalorgel wäre zwar um einiges kostengünstiger gewesen. Doch wäre dies dem besonderen denkmalgeschützten Raum unserer Kirche nicht gerecht geworden.“

Die alte Paffrather Orgel kurz vor ihrer Abreise nach Italien

Diese Sichtweise hat auch die F. Victor Rolff-Stiftung überzeugt, die die Paffrather Orgel mit einem Betrag von 10.000 Euro fördert.

Paffrather besuchen Orgelwerkstatt in Mönchengladbach

Mitte Juli besuchten einige Paffrather mit dem Organisten Andreas Dewey die Mönchengladbacher Werkstatt, in der die neue Orgel entsteht. Der Orgelarchitekt und -bauer Martin Scholz hat mit seinem Team bereits die ersten Holzpfeifen, Tasten, Windladen und Teile des Gehäuses fertig gestellt.

„Er ist wirklich gut im Zeitplan“, freut sich Andreas Dewey, seit 22 Jahren Organist der Pfarreiengemeinschaft, „die Qualität der Arbeit ist beeindruckend“.

Alte Orgel ist auf dem Weg nach Italien

Die alte Orgel ertönte nach über 100 Jahren am 15. Juni zum letzten Mal in St. Clemens. Danach wurde sie abgebaut und verpackt und nach Italien auf den Weg gebracht. Der neue Besitzer ist ein Orgelrestaurator und betreibt seine Werkstatt am Comer See. In St. Clemens spielt Andreas Dewey nun auf einer Übergangsorgel.

Restteile der alten Orgel verbleiben jedoch in St. Clemens. So wird der Orgelprospekt der alten Stahlhuthorgel an die Kirchenrückwand versetzt und fünf Originalregister können in das neue Instrument übernommen werden.

Der Orgelneubau der Paffrather Kirche umfasst insgesamt 27 Register und 1.479 Pfeifen – verteilt auf Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal. Der Neubau wird rund 450.000 Euro kosten – 250.000 Euro wollen die Paffrather über Spenden einnehmen. Im Sommer 2019 soll die neue Orgel für Gottesdienst- und Konzertbesucher in der Paffrather Kirche ertönen.

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