Die „Reise gegen das Vergessen“ führte 20 Bergisch Gladbacher nach Krakau und Auschwitz. Auch ein Besuch in der polnischen Partnerstadt Pszczyna gehörte zum Programm. Dort wurden die Gäste im Rathaus empfangen und lernten bei einem Rundgang das Schloss, die Wisentzucht und weitere Sehenswürdigkeiten kennen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Partnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Pszczyna e.V.

Städtepartnerschaft ohne Begegnungen? Unvorstellbar für den Partnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Pszczyna e.V., kurz Pszczyna-Verein.

Jedes Jahr im September ist Besuchsfahrt angesagt: Im Rahmen der vom Verein organisierten „Reise gegen das Vergessen“ nach Krakau und Auschwitz lernen 20 Bergisch Gladbacher auch die polnisch-schlesische Partnerstadt kennen – sofern sie nicht sogar „Wiederholungstäter“ sind. „Wir werden dort jedes Mal so herzlich empfangen, dass wir nur ungern wieder wegfahren“, sagt Vereinsvorsitzende Gabi Malek-Przemus mit Augenzwinkern.

Herzlicher Empfang in Pszczyna

Wichtigste Station beim Besuch ist natürlich das Rathaus. Die stellvertretende Bürgermeisterin Magdalena Czarnecka übernahm diesmal die offizielle Begrüßung bei Kaffee und schlesischem Kuchen.

Oskar und Mikolaj als städtische Mitarbeiter kümmerten sich anschließend um einen kurzweiligen Nachmittag für die Gäste. Denn Pszczyna hat eine Menge mehr zu bieten, als das hübsche kleine Landstädtchen auf den ersten Blick erahnen lässt.

Attraktion Nummer eins ist das fürstliche Schloss, unmittelbar im Zentrum gelegen und mit völlig intakter historischer Architektur sowie Inneneinrichtung. Die Fürsten von Pless ließen es 1874 neu aufbauen, und sogar Kaiser Wilhelm II war hier Stammgast.

Möglicherweise lag dies nicht nur am Schoss, sondern auch an der attraktiven Schlossherrin, Fürstin Daisy. Diese war Britin, mit Fürst Hans Heinrich XV verheiratet und ein Freigeist, der sich nur unvollkommen in die preußische Disziplin einfügen konnte. Aber sie tat viel Gutes für das einfache Volk, und deshalb ist sie heute noch die Ikone der Stadt, gefeiert jedes Jahr im Mai mit dem Stadtfest „Daisy Days“.

Weiteres Highlight ist die Wisentzucht von Pszczyna. Um die 50 Tiere leben in den Wäldern rund um die Stadt. Eine der Wisentfamilien kann auch im Schaugehege begrüßt werden. Ein süßer kleiner Babywisent ist gerade geschlüpft, weiterer Nachwuchs steht kurz vor der Geburt.

Einrichtungsleiterin Ewelina Skrobol ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe persönlich zu führen und alles Wissenswerte zu vermitteln. Für das benachbarte Freilichtmuseum „Skansen“ mit seinen historischen Beskiden-Häusern blieb danach auch eine halbe Stunde Zeit, um den Duft jahrhundertealten Holzes zu schnuppern.

Kein Pszczyna-Besuch ohne intensives Studium der schlesischen Küche: Dazu ist das Gasthaus Frykowka am Rynek (Marktplatz) bestens geeignet. Zu empfehlen ist zum Beispiel die Rinderroulade mit schlesischen Klößen und Rotkraut. Viel Hunger mitbringen! Für die Gäste aus Bergisch Gladbach nach intensivem Besuchsprogramm kein Problem.

Nicht zu vergessen ist außerdem der Besuch in der evangelischen Kirche am Marktplatz, unmittelbar neben dem Rathaus. Pfarrer Tomas Bujok nahm sich Zeit und begrüßte die Besucherschar herzlich – insofern besonders erwähnenswert, als seine Gemeinde vor wenigen Wochen durch Vermittlung des Pszczyna-Vereins eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde in Bensberg besiegelt hat.

Pszczyna und Bergisch Gladbach bleiben verbunden

Im kommenden Frühjahr erwartet Bensberg den ersten Besuch aus Pszczyna – einmal mehr ein Beispiel für gelebte internationale Begegnung! Die 33 Jahre alte Partnerschaft der beiden Städte erhält somit wieder einmal frischen Wind für den so wichtigen Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern.

1993 unterzeichneten Pszczyna und Bergisch Gladbach ihre Partnerschaftsvereinbarung. Seitdem besuchen sich beide Städte regelmäßig, tauschen Erfahrungen aus und bauen Beziehungen auf, die über die offizielle Zusammenarbeit der lokalen Behörden hinausgehen.

Ob Empfang beim Bürgermeister, offizielle Einladung von Delegationen oder Austausch zwischen Kirchen: Solche Treffen zeigen, dass die Partnerschaft der Städte nicht nur ein bürokratischer Akt geblieben ist, sondern vor allem Angehörige unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen zusammenführt.

Statt diffuser Fremdenfeindlichkeit entsteht so Freundschaft zwischen den Menschen verschiedener Völker und das Verständnis füreinander. Dieses Ziel ist, so werden es die Mitreisenden und die Gastgeber dieser Reise gern bestätigen, einmal mehr erreicht worden. Do widzenia, Pszczyna, bis im nächsten Jahr!

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