Der neue Bürgermeister ist zwar noch keine 100 Tage im Amt – aber im Interview mit Gisbert Franken von der BLZ gibt Lutz Urbach jetzt erstmals Auskunft über seine ersten Erfahrungen, seine Pläne und Sorgen. Das alles beherrschende Thema: die Finanznot der Stadt Bergisch Gladbach.

Mit seinem Einzug ins Rathaus von Bergisch Gladbach hat Lutz Urbach (CDU) einen Sanierungsfall übernommen, räumt er gleich zu Beginn ein:

Der entscheidende Eindruck in den ersten Wochen ist sicher die katastrophale Finanzsituation. Die Möglichkeiten zu gestalten sind extrem eng geworden. Umso wichtiger ist es, zunächst eine strukturierte Grundlage zu schaffen, damit wir die Weichen für Investitionen in den nächsten Jahren richtig stellen. (…) Von elementarer Bedeutung sind dabei transparente Grundlagen, damit der Rat vernünftige Entscheidungen treffen kann, die von den Bürgerinnen und Bürgern auch verstanden werden. Denn so grausam es ist: Nicht alles, was sinnvoll ist, werden wir uns künftig leisten können.

Da, wo kein Geld da ist, müssen Ideen und strukturelle Hilfen greifen. Es gibt in Bergisch Gladbach bereits heute ein tolles und buntes – in Teilen viel zu wenig bekanntes und zu wenig vernetztes – Kulturangebot. Hier müssen wir in den nächsten Jahren ansetzen.

Doch was heißt das konkret? Wo soll gespart werden, wofür bleibt noch etwas übrig?

Bei der Schulsanierung und dem Ausbau unserer Bildungslandschaft sehe ich im nächsten Jahr Schwerpunkte. Ebenso bei der Regionale 2010 – wenn auch reduziert.

Die Entwicklung der Stadtteile (im Gegensatz zum Stadtzentrum) liegt Urbach besonders am Herz. Aber (auch) hier bleiben seine Aussagen etwas nebulös:

Das hat zum Teil schon begonnen, wird im Jahr 2010 konkretisiert werden. Priorität hat der Stadtteil Bensberg – ganz einfach, weil hier der Handlungsdruck da ist. Mit der Bestandsaufnahme (beim 5-Punkte-Sofortprogramm) haben wir begonnen, sowohl was die Mängel als auch was die Potenziale angeht. Kleinere Aktionen wie die Ausbesserung der Beleuchtung oder eine für Anfang 2010 terminierte Aufräumaktion laufen bereits. Strukturelle Veränderungen wie die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft sind angestoßen.

Nicht nur Bastei Lübbe hat gerade Bergisch Gladbach verlassen, auch Industrieunternehmen wie Krantz TKT und Tower Automotive planen ähnliche Schritte bzw. haben sie bereits vollzogen. Diesen Trend will der Bürgermeister offenbar nicht weiter tatenlos mit ansehen:

Wir müssen und werden unsere Kommunikation mit den Unternehmen hier vor Ort verbessern. Hier ist die kommunale Wirtschaftsförderung gefragt, und hier sehe ich mich auch persönlich gefordert.

Heftig umstritten ist nach wie vor die Autobahnanbindung Bergisch Gladbachs. Dabei will sich Lutz Urbach offenbar nicht festlegen, sondern sagt:

Auch hier geht es 2010 weiter, wobei die Planungen derzeit beim Land NRW liegen und auch Abstimmungsgespräche mit dem Bund geführt werden müssen. Ich rechne mit Ergebnissen im ersten Quartal 2010, die dann selbstverständlich im Ausschuss öffentlich vorgestellt werden.

Weitere Informationen:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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