Bei Hitze ist jeder Schattenplatz willkommen. Foto: Annette Voigt

Die AG Gesundheit der Klimafreunde sieht mit Sorge, dass viele Menschen über 80 nicht gut genug über die Gefahren von Hitzewellen informiert sind – und will diese Gruppe der besonders Vulnerablen gezielt ansprechen. Dafür ist allerdings eine Kooperation der „Fachstelle Älterwerden“ der Stadt erforderlich – die dieses Angebot abgelehnt hat. Es gibt auch noch einen anderen Weg.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Klimafreunde Rhein-Berg

Innerhalb der Klimafreunde Rhein-Berg ist die „Arbeitsgemeinschaft Gesundheit“  eine Gruppe u.a. von Ärzten und Psychologen, die sich dem Thema Klimawandel und seiner Auswirkung auf die Gesundheit widmet. Dazu stehen wir in Kontakt mit Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten und beraten Bürger zum Umgang mit dem Klimawandel. 

Vor einigen Monaten hat die Arbeitsgemeinschaft der Fachstelle Älterwerden der Stadt Bergisch Gladbach ein Angebot zur aufsuchenden Beratung von Senioren über den Umgang mit Hitzewellen unterbreitet.

Dabei ist besonders an die Mitbürger gedacht, die aus welchen Gründen auch immer, sich nicht die von der Stadt zur Verfügung gestellten Informationen beschaffen. Dabei sollen alle Mitbürger anlässlich ihres achtzigsten Geburtstages schriftlich gefragt werden, ob sie an einem Besuch eines Mitglieds der Arbeitsgemeinschaft interessiert sind, um sie hinsichtlich des Umgangs mit Hitzewellen zu beraten.

Mehr zum Thema

Wie verhalten wir uns bei Hitze richtig

Der Seniorenbeirat befasst sich mit den Auswirkungen der immer häufiger auftretenden Hitzewelle: Wie können wir die Hitze gemeinsam überstehen und den Sommer genießen? Was ist zu tun, wenn jemand akute Hilfe benötigt?

Dazu müsste lediglich die Stadt das Anschreiben verfassen, alles weitere, die Reaktion auf die positiven Rückmeldungen, die Terminabsprache und die Besuche würde die Arbeitsgemeinschaft übernehmen. Anfang März wurde von der Fachstelle mitgeteilt, dass die Verwaltung unser Angebot abgelehnt hat. Daraufhin hat die Arbeitsgemeinschaft mehrfach den Bürgermeister per Mail über diese Ablehnung informiert, ohne Antwort.

Wir gehen davon aus, dass es gerade bei den über 80jährigen Menschen gibt, deren Wohn- und Versorgungssituation Hilfe in Hitzephasen nötig macht. Deshalb gibt es in vielen Städten unterschiedliche Hilfsangebote (aufsuchend, Hitzetelefon usw.) für diese Gruppe. Warum dies bei uns nicht möglich sein soll, erschließt sich uns nicht.  Wir fordern die Stadt deshalb nochmals auf, ihrer Fürsorgepflicht für die von Hitze am meisten Gefährdeten nachzukommen.

Gleichzeitig bitten wir alle Bergisch Gladbacher und Bergisch Gladbacherinnen, die Menschen aus der betroffenen Altersgrupperuppe kennen, sich mit uns per Mail in Verbindung zu setzen. Wir werden die Personen dann direkt anschreiben und über unser Angebot informieren.

Kontakt:
AG Gesundheit der Klimafreunde Rhein-Berg
Dr. Ludger Nohr, Mailadresse

Die „Klimafreunde Rhein-Berg“, 2019 als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, sind seit 2021 ein gemeinnütziger Verein. Gemäß dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ wollen die Mitglieder vor Ort möglichst viele Menschen für das drängende Thema Klimaschutz sensibilisieren und fürs...

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Danke den Klimafreunden für solche Initiativen! Gerne durch Mitgliedschaft unterstützen. Das gilt bitte auch für die Stadtverwaltung und ihre Fachstelle Älterwerden.

    Ich habe in Jahrzehnten meines Arztlebens (zu) vielen alten dehydrierten Menschen in überhitzten Wohnungen und Seniorenheimen Infusionen anlegen müssen.
    Hören wir alle für unsere Enkel auf, unsere Ohren und Augen vor den Klimafolgen zu verschließen.