Das Pestel Institut hat bundesweit untersucht, wie gut Städte und Kreise gegen Krisen gewappnet sind. Im Ergebnis kommt der Rheinisch-Bergische Kreis auf Rang 339  – von 412 getesteten Regionen.

Dabei wurden 18 Indikatoren aus den Bereichen „Soziales“, „Wohnen“, „Verkehr“, „Flächennutzung“, „Energie“ und „Wirtschaft“ einbezogen, die die Verletzbarkeit einer Region beschreiben sollen. Zudem sollen sie zeigen, wie gut auch im Krisenfall die Handlungsfähigkeit einer Region oder Stadt durch Flexibilität, Ressourcenausstattung und Sozialkapital erhalten bleibt.

Die Ergebnisse für den Rheinisch-Bergischen Kreis:

Nur bei vier Indikatoren liegt er im Spitzenbereich, sechsmal wurde ein Mittelplatz erreicht und bei acht Indikatoren reichte es nur für einen Rang am Ende der Tabelle.

Besonders krisenanfällig erscheint der RBK aufgrund folgender Eigenschaften:

  • die geringe Versorgung mit Hausärzten
  • der Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs
  • des überproportional großen Bestandes an PKW
  • der geringen Landwirtschaftsfläche
  • der geringen Windkraftleistung
  • der geringen Verbreitung von Solaranlagen
  • die Starke Abhängigkeit von Arbeitsplätzen außerhalb des Kreises
  • der hohen kommunalen Verschuldung

Weitere Informationen:

Die komplette Untersuchung mit einer Beschreibung aller Indikatoren und der bundesweiten Rangliste (pdf)

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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4 Kommentare

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  1. Die Anzahl der Autos sind abhängig von der Qualität des ÖPNV. Und die ist schlecht. Wenn man außerhalb der östlichen Stadtgrenzen wohnt, kommt man zwar am Abend und am Wochenende noch weg, aber nicht mehr nach Hause. Da ist man ohne Auto aufgeschmissen. “Jaaa, aber die Busse sind doch leer!” Klar, weil sich inzwischen alle auf den schlechten ÖPNV eingestellt und entsprechend viele Autos haben. Da ist sie dann wieder, die berühmte Katze, die sich in den Schwanz beißt. In Familien wo Vater und Mutter arbeiten gehen, muss man schon organisatorische Klimmzüge machen, wenn man nur mit einem Auto auskommen will.

  2. Schön, wenn sich hier sehr viele Familien ein Drittauto leisten können.
    Leider kosten diese Autos auch Verkehrsfläche und diese muss von Stadt, Land
    und Kreis zur Verfügung gestellt und unterhalten werden. Auch geht es
    hier um den gesammten Kreis und selbst aus GL-Stadtmitte ist Köln
    mittels ÖPNV nur im 20min Takt zu erreichen.
    Und was ist, wenn die Bevölkerung weiter altert? Schlimmstenfalls kommt
    irgendwann die Altersgrenze oder das Gesundheitszeugnis für den
    Führerschein. Dann rächt es sicht, nicht in den Ausbau von ÖPNV investiert zu
    haben.

  3. Ich finde Sie haben Durchblick, das zeigt nämlich wie oberflächlich diese Studie ist. Wir leben hier unmittelbar am Ballungsraum Köln-Bonn und nicht auf einer einsamen Insel. Wir haben die hohe PKW-Dichte nicht weil wir hier in der Pampa sind und nicht ohne Auto von A nach B kommen, sondern weil dieser Kreis mit die höchste Kaufkraft in Nordrhein-Westfalen hat und sich viele Familien Zweit- und Drittautos leisten können. Zum Arbeitsplatz nach Köln oder sonstwo kommt man auch mit dem ÖPNV. Und wer will schon die schöne Bergische Landschaft mit Windrädern verschandeln. Es gibt wieder mal eine der vielen Studien die die Welt nicht braucht, vielleicht aber das mir bisher unbekannte Pestel-Institut zur Eigen-PR?

  4. So aus dem Bauch raus und spontan kann man alle diese Punkte abnicken. Geringe Landwirtschaftsfläche versteh ich zwar auf Anhieb nicht so ganz. Denn wenn man nach Osten fährt sieht man eigentlich nichts anderes als Landwirtschaftsfläche. :-) Aber da fehlt mir wahrscheinlich der Durchblick.