UPDATE 25.10.2013: Gegenüber der Bergischen Landeszeitung bestätigt Juniorchef Marc Krüger, dass die  Kapselproduktion in einer einzigen Produktionslinie auf dem Betriebsgelände im Gewerbegebiet Zinkhütte zusammengeführt werden soll. Krüger gab ein unbedingtes und langfristiges Bekenntnis zum Standort Bergisch Gladbach ab: „Ich bin ein Gläbbicher Jung“. Laut BLZ könnten in der Kapselproduktion „perspektivisch“ 300 Mitarbeiter beschäftigt werden. Diese Information geht aber noch auf die Informationen zur Kooperation mit Starbucks zurück – der Aldi-Deal ist dabei offenbar nicht berücksichtigt.
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Der ursprüngliche Beitrag vom 23.10.2013

Nach dem Bündnis mit dem US-Kaffeekonzern Starbucks hat der Bergisch Gladbacher Lebensmittelkonzern Krüger einen weiteren großen Auftrag für sein Kaffee-Geschäft an Land gezogen: Ab kommenden Mittwoch (30.10.) wird Aldi Süd Kaffeekapseln und Espressomaschinen aus dem Hause Willibert Krüger verkaufen – zu Kampfpreisen und höchst wahrscheinlich mit sehr großen Stückzahlen.

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Die Expressi-Maschine. Foto: Aldi

Aldi preist das neue Produkt in seinem Sortiment unter dem Namen Expressi an: Die Kapseln kosten pro Packung mit 16 Stück 2,99 Euro, damit liegt der Preis für eine Tasse Kaffee bei knapp 19 Cent und weit unter den Konkurrenzprodukten. Bei der Nobelmarke Nespresso kostet die Tasse 40 Cent, aber auch bei Tchibo werden noch 30 Cent fällig. Nur bei Lidl gibt es die Kapseln der Marke Bellarom ebenfalls zum Preis von 19 Cent.

Die passende Expressi-Kapselmaschine bietet Aldi für 69,99 Euro an, auch das deutlich unter dem Preis, den man bislang für vergleichbare Maschinen bezahlt. Zuvor hatte Aldi Maschine und Kaffee bereits in Australien getestet. Dort ist das Expressi-System für 79 australische Dollar seit 2012 zu haben, Kaffekapseln verkauft Aldi in Downunder schon seit Jahren, Marke K-fee.

Und auch hinter dem Namen Expressi verbirgt sich das System K-fee – und das wiederum stammt aus dem Hause Krüger. Die Bergisch Gladbacher fertigen nicht nur Kapseln für Starbucks, sondern eben auch eine sogenannte White-Label-Linie: Kapseln, die von den jeweiligen Handelskonzernen unter eigenem Namen vertrieben werden. Inzwischen hat Krüger einige namhafte Partner in Schweden, Finnland, Frankreich und Hongkong gefunden, die die Kapseln unter Marken wie Arvid Nordquist oder Pacific Coffee anbieten.

In Deutschland war die Krüger-Eigenmarke zunächst in den Filialen von Penny nicht sonderlich erfolgreich, K-fee verschwand dort wieder aus den Regalen. K-fee verkauft die Kapseln jetzt unter dem Namen Espresto – über einen eigenen Onlineshop (16 Stück für 3,99 Euro) oder auch über Amazon.

Und auch die Maschinen werden unter verschiedenen Namen verkauft. So ähnelt die neue Aldi-Maschine optisch und technisch sehr der eigenen Preferenza (99 Euro) und der Verismo 580 von Starbucks, die selbst auf dem Schnäppchenmarkt nicht unter 100 Euro zu haben ist. Die Maschinen lässt Krüger von einer schweizerschen Partnerfirma bauen.

Dagegen kommen die Kapseln aus Bergisch Gladbach. Starbucks liefert zwar seinen Kaffee zu, für die K-fee-Kapseln röstet Krüger den Kaffee selbst.

Ob und welche Auswirkungen der neue Großauftrag auf den Unternehmensstandort Bergisch Gladbach hat, dazu wollte das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage nichts Konkretes sagen. Im Geschäftsbereich K-fee würden derzeit “knapp über 100 Mitarbeiter“ beschäftigt.

Grundsätzlich würde mit steigender Nachfrage auch die Kapazitäten in Bergisch Gladbach angepasst – das resultiere aber „nicht aus einem einzelnen Auftrag sondern dem Gesamtfortschritt des K-fee Systems“, hieß es aus der Geschäftsleitung.

Krüger-Hauptsitz in der Senefelder Straße

Bei der Bekanntgabe des Starbucks-Deals hatte der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, dass in diesem Zusammenhang 50 Millionen Euro investiert werden sollen. Juniorchef Marc Krüger sagte, dass im September 2012 rund 90 Mitarbeiter in der Kapsel-Produktion beschäftigt seien. Mittelfristig sollten es jedoch 300 werden. Und bis 2015, so die Planung, könne das Geschäft mit dem Kaffee für einen einen Großteil des Gesamtumsatzes verantwortlich sein.

Allerdings: die Kapseln werden in hochautomatisierten Produktionsstraßen hergestellt und befüllt, viel menschliche Arbeitskraft ist dafür nicht notwendig, wie Krüger-Fotos aus der Produktion zeigen.

2012 hatte Krüger mit rund 4700 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 1,806 Milliarden Euro gemacht, deutlich mehr als die 1,67 Milliarden im Jahr davor. Dabei hatten die Kapseln die höchsten Zuwachsraten. Ein Zukunftsgeschäft.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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