Der Beschlussvorschlag der Verwaltung für die Sitzung des Umweltausschusses Anfang Dezember legte es offen: „Eine Wiedereinführung der Baumschutzsatzung für das gesamte Stadtgebiet Bergisch Gladbach, wird abgelehnt.”

Da liest sich der einschlägige Beitrag auf der städtischen Website wie blanker Zynismus. Zitat:

Bäume sind ein wichtiges und prägendes Element im Stadtbild und sind für viele Stadtbewohner eindrucksvoller Gegenstand für ein unmittelbares Naturerlebnis.”

Wie ernst unsere Stadtoberen ihre eigenen Veröffentlichungen nehmen, sieht man dann wieder einmal in der aktuellen Baumfällungs-Aktion am Refrather Weg  in Gronau kurz vor dem Finanzamt. Klicken Sie das erste Foto an und gehen Sie weiter, dann erschließt sich das ganze Trauerspiel:

Politik wird von Menschen für Menschen gemacht. Das Menschen auch Luft zum Atmen brauchen, wird anscheinend von den derzeit Regierenden vergessen. Auch hier passt daher treffend ein Filmzitat: „Denn sie wissen nicht was sie tun.”

Es wird Zeit , daß die Bürger in Bergisch Gladbach aufwachen und aktiv werden. Denn Politiker wollen wieder gewählt werden und da hat es doch jeder in der Hand, was zukünftig aus einer nicht schöner werdenden Stadt werden soll. Die Stadt gewinnt sicherlich niemals einen Schönheitspreis für geschmackvollen Städtebau und Landschaftsplanung. Hinzu kommen noch Straßen in einem desolaten Zustand , die jedem Radfahrer das Fürchten lehren.

Man fragt sich, ob z.B. unser Stadtoberhaupt mit geschlossenen Augen ins Rathaus fährt und wohlmöglich nie mit dem Fahrrad? Ansonsten hätte man doch zumindest in der Hinsicht mehr gradlinige Initiative erwarten können.

Weitere Informationen und eine Debatte:

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

3 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ich zitiere aus dem Artikel vom 1.10.2013 “Ein Baum ist ein Baum”:

    “Eigentlich wird unserem Land ja eine besondere Beziehung zu Bäumen und auch zu Wissenschaftlern nachgesagt. Von einem der berühmtesten deutschen Naturwissenschaftler, zugleich dem Erforscher und Entdecker Südamerikas, nämlich Alexander von Humboldt, ist folgender Spruch überliefert:

    Habt Ehrfurcht vor dem Baum, er ist ein einziges Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen von Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des einzelnen.“

  2. Das Problem mit dem immer wieder passionierten Bäumefällen hat seine Ursache
    nicht zuletzt auch in zwei Reflexen, die kultur- und sozialgeschichtlich erklärbar sind:

    Reflex 1: Jeder echte Kerl muss (mindestens) einen Baum im Leben fällen …
    Reflex 2: Jeder gefällte Baum ergibt automatisch (mindestens) einen Prozentpunkt Wirtschaftswachstum mehr …
    Beide Reflexe können natürlich auch zusammenwirken.

    Das bedeutet im Umkehrschluss:
    Wer beim munteren Bäumefällen zur Selbstbestätigung oder für den Aufschwung
    zuckt oder gar zu Maß und Überlegung auffordert
    (also erst denken, dann fällen – oder eben nicht),
    der ist kein echter Kerl oder/und ein Wachstumsblockierer bzw. Aufschwungbremser.

    Oft genug zeigt sich allerdings -hinterher-,
    dass (baulicher) Fortschritt / wirtschaftliche Expansion
    auch mit Baum / Bäumen möglich gewesen wäre,
    wenn man -vorher- nachgedacht hätte.

    Ich weiß nicht, ob und inwieweit eine Baumschutzsatzung
    in diesem Sinne wirksam dienlich wäre,

    – sprich eben jenes reflexartige Bäumefällen zugunsten einer gescheiten Vorprüfung aufzuschieben, um bei berechtigtem Zweifel bis schlichtem Unsinn
    den flotten Kahlschlag zu verhindern oder auch zu erkennen: Ist leider nicht zu vermeiden.

    Sollte eine Baumschutzsatzung aber diesen Effekt haben
    – und das für alle Beteiligten effektiv (= unbürokratisch, zeitnah, nachvollziehbar) –
    dann spricht wenig bis nichts gegen ihre Einführung.

    Also: Noch ´mal nachdenken, ggf..andere (wirksame) Alternativen überlegen,
    denn gefällt ist schnell, wachsen braucht länger (gilt i.d.R. nicht bloß für Bäume)

    Gruß!
    HGU