Ganz oben auf dem Treppchen: Hans Stötzel (links) mit seinem Doppelpartner Harald Wummel und den Unterlegenen Heinz-Josef Wirtz und Siegfried Gregor

Beim Finale der Deutschen Tennis-Meisterschaften in Bad Neuenahr hat Hans Stötzel im Einzel und im Doppel den Sieg davon getragen. Damit ist er der beste Tennisspieler Deutschlands – in seiner Altersgruppe.

Der 85-jährige ist seit 1975 Mitglied des Vereins Tennisfreunde Grün-Weiß und schlug den Aachener Peter Sand  in einem hektischen Spiel 6:3 und 6:4. Besonders im Doppel wurde sich nichts geschenkt und die Bonner Titelverteidiger unterlagen zähneknirschend.

Ingenieur statt Profi-Fußballer

Ein außergewöhnliches Ballgefühl hat Stötzel schon immer gehabt. Als Kind wurde zunächst auf der Straße Fußball gespielt und als junger Mann bekam er einen Vertrag als Profi-Fußballer angeboten.

1929 an der Ruhr geboren, war er Jugendlicher während des 2. Weltkrieges und hatte dadurch wertvolle Schuljahre verloren. Aus diesem Grund entschied er sich gegen die unsichere Zukunft der Fußballer-Karriere und für einen „seriösen“ Beruf.

Karriere im Vermessungsamt

Als frischgebackener Ingenieur zog er 1957 nach Bergisch Gladbach, wo er in der Stadtverwaltung bald die Fäden zog und im Vermessungsamt jahrzehntelang den Ton angab. Auch die Familienplanung glückte mit vier Kindern und fünf Enkeln. Die freie Zeit verbrachte die Familie meist auf dem Tennisplatz, aber auch im Schwimmverein oder besuchte ein Theater.

Sein außergewöhnliches Ball-Gefühl konnte er an die nächste Generation vererben: Sohn Arnd Stötzel ist ein begnadeter Hockeyspieler und hat zeitweite in der Bundesliga gespielt.

Große Ziele für 2015

Ein Ziel hat Senior Stölzel mit dem Titelgewinn nun erreicht, den es im nächsten Jahr zu verteidigen gilt. „Letztes Jahr kam ich nur bis ins Halbfinale. Jetzt hat es erst geklappt. Manchmal darf man seine Ziele eben nicht aufgeben,“ sagt der Sieger von Bad Neuenahr.

Seine zweite Leidenschaft gilt heute dem Golfspielen. Zwar ist er im Club in Kürten beheimatet, zieht aber mit seinen Golf-Freunden regelmäßig im Ausland über die Greens. Das hält ihn jung und irgendwie scheint Sport für’s Jungsein doch die beste Medizin zu sein.

Daniela Berntges

ist Mitglied der Bürgerinitiative Nussbaum.

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