Der Abenteuerspielplatz ist bei Eltern wie Kindern beliebt

Der Abenteuerspielplatz (ASP) in Gronau droht ganz geschlossen zu werden, da die finanziellen Mittel für die Betreuung des Platzes nicht mehr gesichert sind. Dies ist für den Ortsteil Gronau eine Katastrophe. Wo sollen unsere Kinder dann noch sicher
 spielen?

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Auf dem neu angelegten Spielplatz an der unteren Hauptstraße? Eingebettet in eine verkehrstechnisch gefährliche Lage? Was hat sich die Stadt bei der Errichtung dieses neuen Spielplatzes eigentlich gedacht? Gibt es Zahlen über den Bedarf eines
Spielplatzes an dieser Stelle? Nur weil dort vor Errichtung des
 Regenwasserrückhaltebeckens mal ein Klettergerüst gestanden hat, das höchst selten 
bespielt wurde?

Nun wird hier Geld ausgegeben, welches auf dem Abenteuerspielplatz, der gerade mal
 700 m entfernt liegt, sicherlich besser investiert gewesen wäre…

Hier die Argumentation von betroffenen Eltern FÜR den Erhalt:

  1. Gronau hat neben der Grundschule auch noch fünf Kindergärten (hier bin ich nicht so ganz
 sicher ob ich alle gezählt habe), Kinder wären also reichlich vorhanden, zumal das
 Einzugsgebiet auch über die Grenzen von Gronau hinausgeht (Hand).
  2. Der Spielplatz
liegt sehr zentral im Ortsteil Gronau, ist perfekte mit öffentlichen Verkehrsmitteln 
erreichbar (Bushaltestelle), auch gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten in unmittelbarer
Umgebung.
  3. Der Platz ist weit von der stark befahrenen Mülheimer Straße entfernt und schön
 eingebettet in alte Baumbestände.
  4. Das Gelände bietet für alle Altersgruppen
 Spielmöglichkeiten. Es gibt einen großen Bolzplatz, einen Bauplatz mit Feuerstelle,
einen riesigen Sandplatz mit großem Klettergerüst, zwei Rutschen, einer Wippe, einer
große Drehscheibe, Schaukeln, etc. Toiletten sind vorhanden.
  5. Tische mit Stühlen bieten
 den begleitenden Eltern eine angenehme Atmosphäre zum Verweilen.
  6. Der „Mini-Kiosk“
 mit einem kleinen Angebot von Kaffee und einigen Kaltgetränken zu kleinen Preisen ist
 ein weiterer Anziehungspunkt. Wer darüber hinaus noch Bedarf an Getränken, Obst und
Knabberzeug hat, braucht nur wenige Meter zum benachbarten Netto-Supermarkt zu
gehen und findet dort alles Notwendige. Übrigens, Leitungswasser und Becher stehen 
immer kostenlos für alle Besucher bereit.
  7. Der Platz ist zwar leider nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, aber dadurch dass er 
betreut wird, ist er stets gut gepflegt. Es wird sehr darauf geachtet, dass kein Müll den
 Platz überwuchert, weil jeder Besucher aufgefordert ist, seinen eigenen Müll wieder
mitzunehmen.
  8. Auf dem Platz ist das Rauchen verboten, und es wird sich daran
gehalten! Es liegen also keine Kippen im Sand, und die Kinder sehen keine schlechten
Vorbilder.
  9. Auch Hunde haben keinen Zutritt auf den Platz, so dass man als Mutter nicht
 befürchten muss, dass die Kinder beim Buddeln im Sand auf Hundehaufen stoßen.
  10. Zu den Öffnungszeiten wird sehr häufig auch Programm für die Kinder angeboten, hier 
kommt jeder mal auf seine Kosten, denn das Angebot reicht vom Fußballturnier über
 Stockbrot backen am Lagerfeuer bis zum Kistenklettern.
  11. Wer möchte, kann sich mit 
seiner Arbeitskraft nach seinem eigenen Ermessen auch immer dort einbringen (Platz
fegen, Unkraut zupfen, Müll einsammeln, kleine Reparaturen erledigen, Hecke
schneiden, etc.); somit entsteht bei den Besuchern auch ein Verantwortungsgefühl für
 den Platz, was die Bindung wieder verstärkt.

    Die Feuerstelle am Bauplatz

  12. Der Platz hat auch eine pädagogische Komponente, denn die Betreuer Heinz Steffens
 und Angelika Schäfer binden auch die Kinder immer liebevoll in Aktivitäten mit ein, so
 dass diese lernen, eigenverantwortlich zu handeln, Dinge selbständig zu erledigen und Probleme zu lösen.
  13. Montags und Freitags öffentlich zugänglich, aber der Platz wird auch von vielen Einrichtungen genutzt

    Hier spielen Kinder aus allen Bevölkerungsschichten, mit und ohne Migrationshintergrund, friedlich zusammen: Hier wird der Integrationsgedanke wirklich und problemlos praktiziert.

  14. Zusätzlich verfügt der Abenteuerspielplatz über diverse Spiel- und Fahrgeräte (Bälle, Skateboards, Dreirad, Roller, Bobbycar, Kicker, Geschicklichkeitsgeräte, Trampolin, Tischtennisplatte, etc.).
  15. Der Platz wird auch für private Veranstaltungen vermietet, und die Nachfrage ist hier so groß, dass er schon seit Monaten bis Ende des Jahres ausgebucht ist.
  16. Wenn die Kinder dann irgendwann ein Alter erreicht haben, in dem sie nicht mehr so gerne auf den Spielplatz gehen, bietet das nahegelegene Jugendzentrum CROSS zahlreiche Angebote.
  17. Die Kinder werden hier sehr zentral in allen Altersgruppen aufgefangen. Gronau bietet hier ein gutes Netz, Gemeinschaft schon in jungen Jahren kennen zu lernen und auch zu leben.

Jetzt würde mich mal interessieren, wo es in Gladbach noch solch ein breites Angebot gibt und warum das den Bach runter gehen soll, nur weil mal wieder irgendwo Geld fehlt, das leider an falschen Ecken ausgegeben wird! Gronau lebt und dass darf nicht kaputt gemacht werden!

Anmerkungen der Redaktion: Die Autorin hat diesen Text als offenen Brief an Bürgermeister Lutz Urbach, MdB Wolfgang Bosbach und einzelne Mitglieder des Stadtrates geschickt – und versteht ihn als Plädoyer, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. 
Träger der pädagogischen Betreuung auf dem Abenteuerspielplatz ist die Katholische Jugendagentur, Eigentümer des Grundstücks ist die Stadtverwaltung. Gerüchte, die Stadt wolle das Grundstück verkaufen, sind unbegründet, betont die Verwaltung – dafür gebe es keinerlei Pläne. 
Hinter den Kulissen sind alle Beteiligten derzeit dabei, nach einer Lösung für den Abenteuerspielplatz zu suchen, doch zeichnet sich bislang kein Ergebnis ab. Das Thema steht am 10. September auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses.

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Melanie Sprenger

engagiert sich seit vielen Jahren als Mutter auf dem Abenteuerspielplatz und ist Vorsitzende des KAB Ortsverbandes Gronau

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4 Kommentare

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  1. Vielen Dank für den gelungenen Artikel. Ich hoffe sehr, dass wir im nächsten Jugendhilfeausschuss eine Lösung für den ASP finden und auch für alle anderen Projekte, die von den beiden Sozialarbeitern betreut werden. Es steht ja nicht nur der ASP auf der Kippe.

  2. Sehr geehrter Herr Leuthe,
    herzlichen Dank für die Hintergrundinformation bezüglich der Finanzierung des neuen Spielplatzes, auch vielen Dank für die die Statistik über den Fehlbedarf an Spielplatzfläche. Diese Dinge waren und in der Tat nicht bekannt. Wir sind sehr wohl dafür, dass so viel wie möglich für die Kinder in Bergisch Gladbach getan wird, gerade im Ortsteil Gronau. Wir möchten nicht destruktiv meckern, sondern nur auf die Situation aufmerksam machen und konstruktiv nach Lösungen für einen Erhalt des ASP suchen. Der neue Spielplatz sieht attraktiv aus und ich wünsche uns allen, dass er das auch bleibt und viel genutzt wird!

  3. Der Erhalt des betreuten Abenteuerspielplatzes in Gronau ist auf jeden fall für die Kinder in Gronau wichtig und richtig. Ich drücke den Kindern, den Eltern und Frau Sprenger die Daumen, dass dies klappt. Nur sollte man nicht für das eine kämpfen und anderes Gutes madig machen. Die Stadt Bergisch Gladbach hat nicht die neue Grünanlage und den Spielplatz an der Tannenbergstr. auf dem Regenrückhaltebecken Cederwaldstraße bezahlt, sondern das Abwasserwerk d.h. die Gelder kommen nicht über den Haushalt der Stadt Bergisch Gladbach. Ich für meine Person habe sehr dafür gekämpft, dass auf dieser Fläche wieder eine Grünanlage und ein Spielplatz entsteht. Der Spielplatz und die Wiese ist früher sehr wohl sehr gut angenommen worden von Kindern und Erwachsenen. Vor allem natürlich auch von Kindern mit Migrationshintergrund, weil in der Umgebung sehr viele Kinder wohnen. Außerdem wurde die Wiese auch von Familien mit Kindern angenommen, die auf der Wiese ihre Decken ausgebreitet haben und an schönen Tagen den Nachmittag draußen verbrachten. Die Umgebung ist mit öffentlichem Grün sehr unterversorgt und die Wohnungen haben i.d.R. keine Balkone oder Gärten. In der Vorlage zum Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr vom 19.09.2013, der den Maßnahmebeschluss getroffen hat, ist auch ausführlich der Bedarf dargestellt worden. Der Wohnplatz 21 ( Stadtmitte ) hat einen Fehlbedarf von 16 695 m² an Spielplatzfläche und im näheren Bereich von 700 m Luftlinie wohnen 315 Kinder unter 12 Jahre. Ich bin sehr froh für die Kinder und die in der Nähe wohnenden Familien, dass das Abwasserwerk für die Wiederherstellung dieser Fläche StadtGrün das Geld zur Verfügung gestellt hat. Außerdem ist diese Anlage und der Spielplatz auch stadtgestalterisch ein schönes Entree` in die Innenstadt. Bei dem Erhalt für den Abenteuerspielplatz Gronau geht es wohl um einen Zuschuss für die Personalkosten der Betreuer. Dieser jährlich immer wieder anfallende Zuschuss kann natürlich nicht über das Abwasserwerk finanziert werden, sondern nur über den städtischen Haushalt. Ich wünsche allen Akteuren für den Erhalt des Spielplatzes, dass es möglich ist diesen Zuschuss weiter aufrecht zu erhalten.

  4. Eine gute Liste von Argumenten, der ich ein weiteres hinzufügen möchte: Bewegungsmöglichkeiten für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sind heute dringender denn je nötig, da die motorischen Fähigkeiten der Kinder immer weiter abnehmen, zugleich aber die Vereinsangebote seltener (und teurer) werden und die sozialpädagogischen Einrichtungen mit der Erfüllung ihres Auftrages immer mehr unter Druck geraten, weil ihnen die Motopäden wegrationalisiert werden. Ein Spielplatz mit derart großem Aufforderungscharakter wirkt dieser negativen Entwicklung zumindest ein wenig entgegen und bietet Kindern die Möglichkeit, durch eigenes spielerisches Tun ihre motorischen Fähigkeiten auszubauen und zu verfeinern. Insofern ist der Gronauer Spielplatz ein Vorzeigebeispiel für ein Angebot auf der Höhe unserer Zeit, das man auf gar keinen Fall in Frage stellen sollte.