Ursula Abels im Bensberger Puppenpavilon

Bereits zum dritten Mal ist Ursula Abels, die Grande Dame der Bergisch Gladbacher Kultur, mit einer Märchenlesung für Erwachsene im Puppenpavillon in Bensberg aufgetreten.

+ Anzeige +

Nachdem sie in den Vorjahren Geschichten von Hans Christian Andersen und eigene Märchen gelesen und entsprechende CDs vorgestellt hatte, präsentierte die ehemalige Fernseh- und Zeitungsjournalistin und Referentin der Stadt Bergisch Gladbach für Theater und Literatur diesmal ein Märchen des Schriftstellers Ernst Wiechert: „Der alte Zauberer oder Das Ende vom Lied“.

50 Zuhörer, hatten den Weg in den Puppenpavillon gefunden, darunter auffallend viele junge Leute im Abiturientenalter und etwas darüber.

In meiner Begrüßung als Intendant des Puppenpavillons erinnerte ich an den Autor Ernst Wiechert (1887-1950), der ein Vertreter der „inneren Emigranten“ war, die dem Hitlerstaat offen ablehnend gegenüberstanden, ohne das Land zu verlassen. Leider ist er heute fast in Vergessenheit geraten. Schon meine Generation hat Wiechert in der Schule nicht mehr gelesen, und würde man heute durch die Stadt gehen und die Leute nach seinem Namen fragen, erntet man wahrscheinlich ganz überwiegend Schulterzucken.

Das Cover der neuen CD. © by szenario arts/Eckard Alker und Rudolf Hasselblatt

Umso mehr ist es zu begrüßen, dass Ursula Abels jetzt eine neue Wiechert-CD aufgenommen hat. Sie ist eine Zusammenarbeit zweier Bergisch Gladbacher Künstler: neben Abels als Sprecherin hat der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Maler und Graphiker Eckard Alker (Jahrgang 1936) mitgewirkt. Er hat wie für alle vorherigen Abels-Hörbücher das Cover gestaltet.

Zum künstlerischen Team gesellt sich die Pianistin Tamara Hasselblatt, die den Abels’schen Vortrag unaufdringlich mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart (Adagio KV 488) und Enrique Granados (Danzas Espanolas No. 2) umrahmt. Die CD ist über das Label szenario arts und jede Buchhandlung zu erwerben. Nähere Informationen hält der Puppenpavillon bereit.

Stunde gespannter Konzentration im kleinen Bensberger Theatersaal

Bei der Lesung im Puppenpavillon trug die inzwischen 85jährige Abels die melancholische Geschichte Wiecherts um die Begegnung eines alten Zauberers mit einem kleinen Jungen mit betont ruhiger Stimme und in langsamer Sprechweise vor.

Diese Form der Darbietung, gänzlich auf Effekte und äußeres Pathos verzichtend und ganz und gar dem Dichterwort Raum schenkend, wirkte ein wenig wie aus einer anderen Zeit-. Sie verfehlte ihre Wirkung aber nicht, sondern sorgte für eine Stunde gespannter Konzentration im kleinen Bensberger Theatersaal.

Gerd J. Pohl

*21.10.1970. Puppenspieler, Schauspieler, Autor, Regisseur und Rezitator. Seit 2009 Intendant des Theaters im Puppenpavillon in Bergisch Gladbach (Bensberg). Rheinisch-katholisch, Nichtraucher, Kölschtrinker.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.