Schülerinnen und Schüler über Erfahrungen und Erlebnisse in den drei Monaten. Foto: Ev. Altenpflege

Sieben Schüler der Nelson-Mandela-Gesamtschule haben ein dreimonatiges Praktikum in den Einrichtungen der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach absolviert. Freitagnachmittags waren die Jugendlichen in den beiden Häusern unterwegs, lernten Bewohnerinnen und Bewohner kennen, erlebten den Alltag hochbetagter Menschen und die Arbeitswelt in Seniorenheimen.

Die Jugendlichen sollten, so die Idee, gesellschaftliches beziehungsweise ehrenamtliches Engagement kennenlernen und fremde Lebenswelten erfahren. Begleitet wurde das Projekt durch Frau Stephanie Schmidt, Pädagogin an der Nelson Mandela-Gesamtschule.

Denn das Engagement der Schülerinnen und Schüler sollte nicht losgelöst oder zusätzlich zur Schule, sondern als Teil von Unterricht und eng verbunden mit dem fachlichen Lernen erfolgen. So wurde der Einsatz der Schüler im Unterricht geplant, reflektiert und mit Inhalten der Bildungs- und Lehrpläne verknüpft.

Die Jugendlichen wurden in verschiedenen Wohnbereichen, der Kurzzeit- und Tagespflege in das Alltagsgeschehen miteinbezogen: ob den Weihnachtsmarkt besuchen oder Kicker spielen, „Transfer mit dem Rollstuhl“ oder auch Begleitung zum „Rehasport“. Die Bewohner hatten schnell erste Kontakte zu den Schülern geknüpft, trafen Verabredungen und schätzten die Gesellschaft der jungen Menschen.

Es ist schon etwas anderes, den Alltag im Heim direkt mitzuerleben, berichteten die Jugendlichen. Nicht für jeden ist es einfach, sich an diese neue Umgebung zu gewöhnen, die Nähe von Krankheit, Gebrechen und Einschränkung zu erleben. Beeindruckt zeigten sich die jungen Menschen aber auch von der Atmosphäre im Seniorenheim, von den Angeboten, die den Bewohnern gemacht werden und „was die noch alles können“.

Besonders beliebt waren die Treffen mit Herrn Trepper und Herrn Inck, so berichteten diese: „Die Jungs sind klasse, die bringen Leben in die Bude. Die drehen auch mal die Musik voll auf oder machen mit meinem Rollator ein Rennen über den Flur.“ Die gemeinsamen Spielenachmittage werden die beiden älteren Herrn vermissen, hoffen aber auch auf neue Begegnungen.

Zum Abschluss ihres Einsatzes berichteten die Schüler über Erfahrungen und Erlebnisse in den vergangenen Monaten. Das Erleben von Krankheit, Einschränkung und Behinderung einerseits, die Lebensfreude, Empathie und Offenheit anderseits hätten sie so nicht erwartet, mache aber das Besondere an diesem Einsatz aus.

„Ich kann mir auch gut vorstellen, mein Schülerpraktikum hier zu machen. Es hat mir gut gefallen, mit den älteren Menschen in Kontakt zu kommen“, so erzählt Jonathan Mputu. Auch später einen sozialen Beruf zu ergreifen, käme für ihn durchaus in Betracht.

„Wir freuen uns sehr, dass wir jungen Menschen einen Einblick in eine für sie ganz neue Lebenswelt geben können“, so Zsuzsanna Garstka, Leiterin des Sozialen Dienstes. „Wir sind ganz erstaunt, wie reflektiert und differenziert diese jungen Menschen mit den für sie so fremden Situation umgegangen sind“, so Garstka weiter. „Der Spiegel, den die Schüler den Senioreneinrichtungen hier vorhalten ist uns sehr wichtig, hier können auch wir noch ganz viel dazulernen.“

Die Möglichkeiten, über solche Projekte junge Menschen für soziale Berufe zu interessieren, könnten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, berichtet Garstka. Kein Wunder also, dass gemeinsam mit der Nelson-Mandela-Gesamtschule schon an der Fortführung des Projektes gearbeitet wird. Eine Neuauflage ist geplant.

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1 Kommentar

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  1. Riesengroßes Lob für diese Aktion und den pädagogischen Weitblick. Unsere jungen Menschen sind offener und sozialer als wir es von den Medien immer erzählt bekommen. (Außer in-gl.de natürlich)
    Begegnung mit alten und / oder behinderten Menschen sollte in jeder Schule in dieser Form eingeführt werden.