Im Grünen Treff in der Paffrather Straße kann man sich kostenlos Leitungswasser in mitgebrachte Flaschen abfüllen lassen. Die Grünen haben damit die erste Refill-Station in Bergisch Gladbach eröffnet – und unterstützen weitere Interessierte an dem Netzwerk.

Interessierte finden die Stationen über die Internetseite von Refill Deutschland oder eine App. Ein Aufkleber an der Tür weist den Weg. Beteiligen können sich alle Ladeninhaberinnen und -inhaber mit einem Wasserhahn und festen Öffnungszeiten. Notwendig ist nur ein Aufkleber an der Tür und eine Registrierung bei Refill Deutschland.

Das Refill-Netzwerk wird ehrenamtlich betrieben und soll auch das soziale Miteinander fördern. Die GRÜNEN unterstützen das Netzwerk, denn Leitungswasser ist Trinkwasser und hat eine hohe Qualität. Mit Trinkwasser aus der Leitung werden lange Transportwege vermieden.

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Zudem reduziert das Nachfüllen von Wasserflaschen den Plastikmüll. Auch Einwegflaschen können somit mehrfach verwendet werden. Dies schützt die Umwelt. Leitungswasser ist deutlich günstiger als Mineralwasser und wird vor Ort produziert. Ein Liter Leitungswasser kostet durchschnittlich 0,25 Cent. Im Vergleich dazu kostet ein Liter Mineralwasser mindestens das Fünfzigfache.

Durch die kurzen Transportwege ist zudem die Ökobilanz wesentlich besser. Importiertes Flaschenwasser verursacht bis zu 1000 Mal höhere Umweltbelastungen als Leitungswasser. Die Qualität schließlich ist mindestens so gut wie die eines Mineralwassers, zum Teil sogar deutlich besser.

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Der Erhalt der Qualität unseres Leitungswassers kostet jedoch immer mehr Geld. Hohe Nitratwerte und Pestizidrückstände im Grundwasser und die zunehmende Verschmutzung des Wassers mit Mikroplastik und Medikamentenrückständen führen zu immer höheren Kosten bei der Wasseraufbereitung.

Wenn das Verursacherprinzip nicht konsequent verfolgt wird, sind zusätzliche Reinigungsstufen in den Klärwerken erforderlich, die die Haushalte der Kommunen erheblich belasten werden. Allein der Schadstoff Nitrat kann die Wasseraufbereitung für einen Vier-Personen-Haushalt zukünftig zusätzlich mit bis zu 134 Euro im Jahr belasten.

Maik Außendorf, Vorstandsmitglied und Mitglied der GRÜNEN im Rat der Stadt Bergisch Gladbach, hat die Idee in Bergisch Gladbach eingebracht: “Wir möchten einen praktischen und nützlichen Beitrag gegen Plastikmüll leisten und freuen uns über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter”.

Interessenten erhalten Aufkleber im GRÜNEN TREFF oder bei den Anlaufstellen in Köln. Weitere Informationen zum Refill-Netzwerk.

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3 Kommentare

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  1. Gute Initiative, die hoffentlich viele NachahmerInnen findet!
    Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Geschäfte, Kneipen oder Privatpersonen Durstige mit Wasser versorgen. Kostet (fast) nichts, dauert 30 Sekunden, und kann an einem heißen Sommertag Leben retten – im Wortsinne.

    @Ernst Meier: Es geht (nach meinem Verständnis) um den Fall, dass Leute in der Stadt unterwegs sind und nichts zu trinken haben. Dann jedes Mal eine (Plastik-)Flasche kaufen, die hunderte km transportiert wurde, ist ökologisch und ökonomisch absurd – eben weil Alle eine ‚Refill-Station‘ zuhause haben.

  2. Nicht mit dem Auto – mit dem Fahrrad natürlich! Ist in jedem Fall umweltfreundlicher ;)

    Es wird dringend Zeit, die Öffentlichkeit für das Abwasser- bzw. Mikroplastik-Problem zu sensibilisieren – ein guter Anfang!

    Ich denke auch, dass die Refill-Stationen genutzt werden.

    Super Sache!

  3. Der 1. April ist doch schon lange vorbei oder habe ich etwas wichtiges überlesen.

    JEDER Haushalt hat doch so eine Refill-Station zuhause. Bei uns nennt sich das Wasserhahn! Mir war nicht bekannt, dass die Wasserversorgung in Bergisch Gladbach so schlecht ist. Wie viele Haushalte in Bergisch Gladbach sind denn nicht an das Wassernetz angeschlossen, dass so eine Aktion notwendig wäre? Möchten die Grünen jetzt ernsthaft, dass ich mit meinem Auto und leeren Flaschen durch halb Gladbach fahre und noch mehr Schadstoffe produziere???

    Das ist doch nur eine Marketing-Strategie der Grünen!