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Foto: Alessandro de Matteis

Schwarz, Weiß und Grün – das sind die typischen Farben im Bergischen Land. In zahlreichen historischen Ortskernen finden sich urige Häuser mit genau dieser Farbkombination, die man auch den „Bergischen Dreiklang“ nennt.

Insbesondere die typischen Fachwerkhäuser sprechen hier ihre eigene Sprache. Schwarz gestrichenes Holzständerwerk mit senkrechten und waagerechten Balken prägen die Fassaden. Die diagonalen Balken sorgen als Aussteifung für die Stabilität.

Dazwischen findet man traditionell Gefache mit einem Gerüst aus Staken und Weidengeflecht ausgefüllt mit einem Gemisch aus Lehm und Stroh und weißem Farbanstrich. Die Holzsprossenfenster zieren große grüne Schlagläden. Beim Bauernhaus ist außerdem eine grüne Haustür als Klöntür typisch, bei der man den oberen Flügel separat öffnen kann und die Haustiere beim „Klönen“ nicht flüchten konnten.

Manchmal findet man auch Haustüren in Ochsenblutrot. Primär fand dieser Anstrich bei den Holzdielenböden in den Wohnräumen Anwendung.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag ist in der aktuelle Ausgabe der „Bergischen Zeitung BauenWohnenLeben” im Heider Verlag erschienen. Die gesamte Ausgabe mit vielen weiteren Themen rund um das Bauen und Modernisieren lesen Sie hier. 

Zur bergischen Bauweise gehören aber auch die Häuser mit den typischen grau-schwarzen Fassaden aus Naturschiefer. Er dient als Wetterschutz. Abhängig von Stand und Reichtum des Hausbesitzers wurde der Schiefer entweder an allen vier Häuserseiten oder nur an der primär dem Wetter zugewandten Seite angebracht. Eine Holzverschalung war die schlichtere Lösung und kam vor allem bei Nebengebäuden wie Ställen und Remisen vor.

Eine Kernsanierung im Denkmalschutz. Foto: Lisa Wendling/bauoffice

Selbstverständlich kamen die verwendeten Baumaterialien aus der Region. Die Fundamente, Keller und der Sockel aus Grauwacke aus dem nahe liegenden Steinbruch, das Holz aus dem Wald, der Lehm am besten auf dem eigenen Grundstück gewonnen. Auch der rheinische Schiefer wurde im Bergischen abgebaut und als Baumaterial verarbeitet.

Um die historisch wertvolle Bausubstanz zu erhalten, stehen etliche der Gebäude unter Denkmalschutz. Viele Fachwerkhausbesitzer haben mit Liebe zum Detail die alten Konstruktionen materialgerecht rekonstruiert und konnten ggf. für den Mehraufwand Steuervorteile in Anspruch nehmen.

Fachwerkdorf Hückeswagen. Foto: Dominik Ketz/Naturarena

Fachwerk- und Schieferhäuser sind häufig in großer Zahl in den historischen Ortskernen zu finden. Insbesondere Bergneustadt, Hückeswagen, Engelskirchen-Ründeroth, Lindlar, Nümbrecht, Wermelskirchen, Wipperfürth und Ruppichteroth verfügen über idyllische, Gemütlichkeit und Ruhe ausstrahlende Ortskerne. Hier lohnt es sich, einen ausgiebigen Spaziergang durch die verwinkelten Gassen zu unternehmen und zwischendurch in eines der urigen Gasthäuser einzukehren.

Aber auch in zahlreichen kleinen Dörfern und Weilern, eingebettet in die weite Wald- und Wiesenlandschaft, findet man zuweilen große Ansammlungen an Fachwerkhäusern. Bekannt ist die kleine, zu Nümbrecht gehörende Ortschaft Bruch. Schon wer seinen Blick über die hügelige Landschaft hinüber zu dem kleinen Dorf schweifen lässt, kann die anheimelnde bergische Atmosphäre genießen. (LW)

Dieser Beitrag ist in der Ausgabe November/Dezember 2019 der „Bergischen Zeitung WohnenBauenLeben” im Heider Verlag zuerst veröffentlicht worden. Die digitale Ausgabe können Sie hier lesen.

Bergische Zeitung BauenWohnenLeben
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Die nächste Ausgabe der „Bergischen Zeitung WohnenBauenLeben” erscheint am 18. Januar 2020.

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Bergische Zeitung BauenWohnenLeben

Die „Bergische Zeitung BauenWohnenLeben" erscheint im Heider Verlag Bergisch Gladbach. Sie ist die regionale Zeitung mit aktuellen Nachrichten aus der Region und Verbraucherinformationen rund ums Haus für die Kreise RheinBerg und Oberberg.

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