Bernd Martmann (2.v.r.) mit Schulleitern vor der „Ersatzschule” bei Baubeginn 2016 

Die Generalsanierung des Schulzentrums an der Saaler Mühle wird immer mehr zum Problemfall: Die Fertigstellung verschiebt sich immer weiter, die Kosten steigen um weitere Millionenbeträge. Immerhin: Der Zeitplan für das NCG soll davon nicht betroffen sein. 

Wir hatten bereits berichtet, dass der Abschluss der Sanierung von Otto-Hahn-Realschule und Otto-Hahn-Gymnasium frühestens im Frühjahr erfolgt, und damit mit rund einem Jahr Verspätung. Jetzt räumt die Stadtverwaltung ein, dass auch dieser Termin nicht zu halten ist: Co-Dezernent Bernd Martmann habe den  Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr jetzt informiert, dass mit einem Wiedereinzug der Schulen erst im Juli 2020 zu rechnen ist.

Bernd Martmann

„Die Gründe für die Verzögerung sind mannigfaltig“, schreibt Martmann; „als ein Hauptgrund ist die Vollauslastung der Bauwirtschaft zu nennen. Diese führt dazu, dass nur noch wenige Firmen sich an Ausschreibungen für die Sanierung beteiligen. Nach den bereits am Anfang der Maßnahme entstandenen Bauzeiten-Überschreitungen einzelner Gewerke wird es nun immer schwerer, überhaupt Auftragnehmer zu finden.“

Zudem hatte sich erst im Laufe der Arbeiten gezeigt, dass die Erneuerung der Fassade, die brandschutztechnische Ertüchtigung von statisch notwendigen Elementen der Betonkonstruktion, die Betonsanierung der Pausenhallen und die Sanierung der Außenflächen in allen Eingangsbereichen notwendig war.

Noch einmal zwei Millionen Euro mehr

Damit sind auch die Kosten kräftig gestiegen – durch zusätzliche Bauleistungen und durch die allgemeinen Preissteigerungen im Bausektor. Daher, so Martmann, sei nun „eine weitere Nachfinanzierung notwendig”. Wie hoch die ausfällt, ist bislang offen. Martmann rechnet jedoch mit weieren zwei Millionen Euro – womit die Kosten für das ganze Projekt auf (voraussichtlich) 33,4 Millionen Euro steigen.

Zum Start der Planungen, vor sechs Jahren, waren die Kosten grob auf 18 Millionen Euro geschätzt worden. 

Campus-Charakter noch etwas genießen

Für die Otto Hahn Realschule und das Otto Hahn Gymnasium ist die neue Nachricht zu verkraften. „Wir werden den „Campus“-Charakter noch drei Sommermonate länger genießen”, sagt Felix Bertenrath, Direktor der OHR. Die Zeit könne das Kollegium gut für die Vorbereitung auf die neue Situation gebrauchen – denn mit dem Einzug sei auch eine größere technische Umstellung verbunden.

Wichtig sei, dass nun offen über die noch fehlenden Finanzmittel gesprochen wird. „Fehlende finanzielle Mittel würden sich in der Endphase direkt auf die Unterrichtsqualität auswirken”, gibt Bertenrath zu Bedenken.

Das NCG wartet seit Jahren auf die Sanierung

Keine weiteren Auswirkungen auf NCG

Die Verzögerungen an den Otto-Hahn-Schulen sollen jedoch keine weiteren Auswirkungen auf den Beginn der Sanierung und des Teilneubaus am Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums (NCG) haben.

Eigentlich sollten die als „Ersatzschule“ dienenden Container an der Saaler Mühle nach der Fertigstellung  auch für die Auslagerung des NCG-Schulbetriebs verwendet werden. Daher war der eigentlich in diesem Herbst geplante Baubeginn bereits vertagt worden.

Jetzt plant die Stadt jedoch um – und will die Container nutzen, die bislang für die Flüchtlings-Unterbringung in Lückerath dienen. Dieses Camp muss aus baurechtlichen Gründen im Frühjahr 2020 geschlossen werden.

Ab April 2020, kündigt Martmann an, sollen die Container aus Lückerath zum NCG in Hebborn gebracht werden. Damit „könnte der bisherige Zeitplan für den Abriss des NCG-Nordtraktes in den Sommerferien 2020 eingehalten werden.“ Ganz zu Beginn der Planungen war mal der November 2018 als Starttermin anvisiert worden.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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