In der aktuellen Situation geraten viele Einzelhändler:innen und Gastronom:innen an den Rand des Ruins. Die Grünen appellieren daher an Vermieter:innen, auf Mieter:innen zuzugehen – und damit auch die Gladbacher Gewerbestruktur zu erhalten.

Theresia Meinhardt, Die Grünen

Wir alle wünschen und hoffen auch wirtschaftlich unbeschadet aus der Krise zu kommen. Besonders gefährdet sind im Moment Einzelhändler, kleine Betriebe und Gaststätten, die durch Mietverpflichtungen schnell in die Insolvenz getrieben werden könnten.

Viele Vermieter:innen sind oft in einer vergleichsweise robusten Situation, weil bei ihnen einige Monate Mietausfälle, auch wegen der steigenden Immobilienwerte, meist leichter zu verschmerzen sind.

Schon jetzt verschiebt sich der Marktanteil in Richtung Online-Handel. Dieser Trend wird durch die Krise zusätzlich verschärft. Damit beschleunigt sich das Sterben einer abwechslungsreichen und lokal geprägten Einzelhandels- und Gastronomielandschaft.

Natürlich sind auch andere Gewerbetreibende betroffen und bedürfen der Solidarität.

Gefahr, dass Geschäfte nicht überleben

„Es besteht die Gefahr, dass viele Betriebe und Geschäfte die Krise nicht überleben. Es ist ein Zeichen wirtschaftlicher Vernunft und am Gemeinwohl orientierter Solidarität, wenn Vermieter:innen ihren Mieter:innen über die Runden helfen. Nur ein Betrieb, der die Krise übersteht, kann langfristig Miete zahlen“ – so Maik Außendorf, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen.

Wir fordern daher die Vermieter:innen auf, mit ihren Mieter:innen ins Gespräch zu gehen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten sowohl über Mietstundungen als auch Mieterlasse zu reden. 

Soweit die Immobilien durch Banken finanziert sind, müssen auch diese an den Tisch. Nur so kann vermieden werden, dass jahrelange Aufbauarbeit und Lebensentwürfe der Gewerbetreibenden in Gefahr geraten und Bergisch Gladbach und seine Bürger:innen auch nach der Krise eine wirtschaftlich prosperierende, von lokalen Akteuren geprägte Gewerbestruktur erhalten bleibt und nicht noch mehr Kaufkraft aus GL abfließt.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Sehr geehrter Herr von Pilchau,
    die Kernaussage unserer Aufforderung ist, dass es zwischen Vermieter und Mieter regelmäßig, aber nicht immer, ein deutliches Gefälle in der wirtschaftlichen Verletzlichkeit gibt. Aus einem gestiegenen Immobilienpreis ensteht keine höhere Liquidität aber ein höherer Beleihungswert und damit eine geringere Veletztlichkeit gegenüber Marktereignissen, wie diesem. Ob ein Vermieter seinem Mieter aus Liquiditätsreserven heraus oder aus, neu aus dem Immobilienwert geschaffener, ist dabei ersteinmal zweitrangig. Uns geht es primär darum, dass jeder nach dem Maß seiner Möglichkeiten und hier seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, hilft unnötige Schäden von der Gesellschaft und seinen Geschäftspartnern/Kunden abzuwenden, damit zu den unvermeidbaren Folgen nicht noch vermeidbare hinzukommen. Die Hilfen werden schnell und wirksam gebraucht, damit Liquiditätsengpässe überbrückt werden können und während im Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter eine solche Einigung in GL oft auf Augenhöhe stattfinden kann ist dieses gegenüber Banken oder staatlichen Institutionen vielleicht nicht in ausreichender Geschwindigkeit möglich. Mit freundlichen Grüßen, Sascha Gajewski

  2. Sehr geehrte Frau Meinhardt,
    „Viele Vermieter:innen sind oft in einer vergleichsweise robusten Situation, weil bei ihnen einige Monate Mietausfälle, auch wegen der steigenden Immobilienwerte, meist leichter zu verschmerzen sind. “
    Wie kommen Sie denn zu dieser, nicht weiter untermauerten Aussage? Und welchen Einfluss haben steigende Immobilienpreise auf die Liquidität? Von steigenden Immobilienpreisen profitiert man erst, wenn man verkaufen würde, ansonsten ist das eine Zahl auf dem Papier.
    Präzisieren Sie doch bitte einmal, warum Vermieter Mietausfälle verkraften können. Vielleicht habe ich ja etwas übersehen.
    Ansonsten stimme ich mit Ihren Überlegungen überein.
    Freundliche Grüße
    Alexander Pilar von Pilchau
    (Vermieter)