Auch die Frühjahrsumfrage der IHK Köln zeigt für den gesamten Kammerbezirk keine Trendwende an. In Rhein-Berg bewerten die Unternehmen ihre aktuelle Lage zwar etwas besser als zu Jahresbeginn. Die Erwartungen und Beschäftigungsaussichten bleiben jedoch auch hier deutlich negativ.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der IHK Köln  

Die wirtschaftliche Lage im Bezirk der Industrie- und Handelskammer zu Köln bleibt auch im Frühjahr 2026 angespannt. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der IHK Köln. Der IHK-Konjunkturklimaindikator sinkt erneut und liegt nur noch bei 85,2 Punkten. Damit bleibt er deutlich unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten. Eine Trendwende ist auch weiterhin nicht in Sicht.

Die Geschäftslage wird von den Unternehmen bereits zum sechsten Mal in Folge überwiegend negativ bewertet. 29 Prozent der Unternehmen schätzen ihre aktuelle Lage als schlecht ein, nur 21 Prozent als gut. 

Vor allem aber sinken die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate deutlich: Ein Drittel der Unternehmen befürchtet eine weitere Verschlechterung der eh schon kritischen Wirtschaftslage, lediglich elf Prozent rechnen mit einer Verbesserung.

„Die Wirtschaft steckt in der Krise fest, der Iran-Konflikt hat die Lage noch weiter verschärft“, sagt Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. „Die Preise für Energie und Rohstoffe, aber auch für Transport und Logistik, sind massiv gestiegen, Lieferketten unsicherer geworden.”

Uwe Vetterlein weiter: „Hinzu kommen noch die die hohen Arbeitskosten und die leider immer noch zunehmende Bürokratie. Die politischen Rahmenbedingungen werden von mehr als der Hälfte der Unternehmen als eines der größten Standortrisiken gesehen. Deshalb werden Investitionen – sogar in den Substanzerhalt – aufgeschoben.

Inzwischen gerät auch der Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck: Ein Viertel der Unternehmen will Stellen abbauen. Wenn die Politik jetzt nicht in die Gänge kommt und die drängenden Reformen umsetzt – wann dann?“

Besonders angespannt bleibt die Situation in der Industrie. Alle Konjunkturindikatoren bewegen sich weiterhin tief im negativen Bereich. Nur 14 Prozent der Industriebetriebe bewerten ihre Lage als gut, ein Drittel als schlecht. 42 Prozent der Unternehmen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einer weiteren Verschlechterung der Lage, was auch mit den Exporterwartungen zusammenhängt: 45 Prozent der Industrieunternehmen rechnen hier mit Rückgängen.  

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist in vielen Bereichen einfach nicht mehr gegeben. Deshalb melden 50 Prozent der Industriebetriebe sinkende Auftragseingänge. Die Kapazitätsauslastung liegt in der Industrie aktuell bei lediglich 73,1 Prozent.

Der Handel, insbesondere der Einzelhandel leidet weiterhin unter der schwachen Binnennachfrage. Auch hier sind die Erwartungen alles andere als rosig: nur 9 Prozent der Unternehmen glauben an eine positive Entwicklung ihrer Geschäftslage, während 30 Prozent negativ gestimmt sind.

Der Lage im Dienstleistungssektor ist noch robust und verhalten positiv, für die Entwicklung der nächsten zwölf Monate ist allerdings ebenfalls Skepsis angesagt. Insbesondere bei den verbrauchernahen Dienstleistungen steigen die Sorgen bezogen auf die Nachfrage, gleichzeitig laufen die Kosten weg.

Rheinisch-Bergischer Kreis 

Die Unternehmen bewerten ihre Lage etwas besser als zu Jahresbeginn. Die Erwartungen und Beschäftigungsaussichten bleiben jedoch deutlich negativ. Belastend wirken insbesondere hohe Energiepreise und die schwache Nachfrage. 

Vor allem mittelständische Unternehmen stehen unter erheblichem Kostendruck. Viele Betriebe konzentrieren sich derzeit auf Bestandssicherung und Effizienzmaßnahmen, größere Investitionsprojekte werden verschoben. Die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt hoch.

Stadt Köln 

In Köln verschlechtert sich die Geschäftslage leicht. 22 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut, 28 Prozent als schlecht. Die Erwartungen bleiben pessimistisch. Als größte Risiken nennen die Unternehmen Energiepreise, Inlandsnachfrage und Arbeitskosten. 

Zwar zeigt sich der Dienstleistungsstandort Köln insgesamt weiterhin etwas robuster als die stärker industriell geprägten Regionen im Kammerbezirk, dennoch nimmt auch hier die Verunsicherung deutlich zu. Viele Unternehmen verschieben Investitionen und halten sich bei Neueinstellungen zurück. Vor allem die hohen Standortkosten und die anhaltend schwache Nachfrage bremsen die wirtschaftliche Entwicklung in der Domstadt. 

Stadt Leverkusen 

In Leverkusen verbessert sich die Geschäftslage marginal, die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben jedoch schwach. Die Unternehmen sehen die größten Risiken in der Inlandsnachfrage, den Energiepreisen und den Arbeitskosten. 

Insbesondere die Industrieunternehmen leiden weiterhin unter hohen Produktionskosten und einer schwachen Auftragslage. Gleichzeitig bleibt die Zurückhaltung bei Investitionen hoch, da viele Betriebe erst einmal abwarten, was jetzt bei den Energiekosten auf sie zukommt.   

Rhein-Erft-Kreis 

Im Rhein-Erft-Kreis trüben sich Geschäftslage und Erwartungen weiter ein. Die Investitionsbereitschaft sinkt deutlich. Energiepreise und Arbeitskosten zählen zu den größten Belastungsfaktoren. 

Die Unternehmen in der Region leiden besonders unter den weiterhin hohen Energie- und Rohstoffkosten. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage in wichtigen Branchen schwach. Viele Betriebe reagieren darauf mit vorsichtiger Personalplanung und halten sich bei Investitionen zurück. 

Oberbergischer Kreis 

Im Oberbergischen Kreis verschlechtern sich die Erwartungen an die nächsten 12 Monate deutlich. Mehr als die Hälfte der Unternehmen fährt die Investitionen zurück, viele bauen Stellen ab.  

Die stark industriell geprägte Wirtschaftsstruktur macht sich in der Region besonders bemerkbar. Rückläufige Auftragseingänge und schwache Exporterwartungen belasten die Unternehmen. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einem weiteren Verlust an Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland. 

Die Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2026 wurde vom 23. März bis zum 08. Mai 2026 bei rund 2.300 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Köln durchgeführt. In die Auswertung sind Antworten von 557 Unternehmen eingeflossen. Die ausführlichen Ergebnisse des Konjunkturberichts Frühjahr 2026 finden Sie auf unserer Homepage.

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