Tobias Nabben, Sieger Großer Preis. Foto: Thomas Fritzen/RV Hebborner Hof

Reiter:innen aus dem ganzen Rheinland zeigten sich am Dressur-Wochenenende der Bergisch Classics auf dem Hebborner Hof begeistert über beste Rahmenbedingungen. Am Donnerstag geht es mit den Springtagen weiter.

Hans-Joachim Erbel, der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ließ es sich nicht nehmen, am Wochenende vor dem Bundeschampionat in Warendorf persönlich beim Gastgeber, dem Reiterverein Hebborner Hof,  vorbeizuschauen: Die Bergisch Classics gelten mit mehr als 25 Jahren Tradition als eine der wichtigsten Reitsportveranstaltungen im Rheinland.

Erstmals trennten die Veranstalter die Dressurtage vom Springsport-Event, der ab Donnerstag an vier Tage lang bis Sonntag stattfinden wird. FN-Chef Erbel fühlte sich sichtlich wohl in Bergisch Gladbach und gratulierte den Machern vom RV Hebborner Hof zum gelungenen Dressur-Auftakt: “Dem Verein ist es geglückt, großem Reitsport ein besonderes Ambiente zu bieten”, sagte Erbel vor Veranstaltern und Sponsoren. Mit den Erfolgen der deutschen Dressurreiter bei Olympia in Tokio rücke der Dressursport wieder neu ins öffentliche Interesse.   

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Der Damm ist gebrochen, an der Spitze beim Großen Dressurpreis von Bergisch Gladbach behauptete sich diesmal einer, der sich vor zwei Jahren noch knapp geschlagen geben musste: Tobias Nabben verwies im Sattel seines Erfolgspferdes Black Jack die Konkurrenz auf die Plätze und durfte mit der Siegerschärpe auf die Ehrenrunde ziehen.

Der 32-Jährige ließ seinen schwarzen Wallach bei höchsten Schwierigkeitsgraden in seiner S***-Kür zur Musik durch das Viereck von Hebborn tanzen. Damit setzte sich der Pferdewirtschaftsmeister aus Bottrop-Kirchhellen vor Annabel Frenzen auf L’esprit und Heiner Schiergen auf Aaron.

Heiner Schiergen, Championats-Sieger. Foto: Thomas Fritzen/RV Hebborner Hof

Noch bei der Qualifikation zum Großen Preis hatte sich die Dressurelite in umgekehrter Reihenfolge präsentiert. Beim Hebborner Dressurchampionat ritt Schiergen zum Auftakt der Bergisch Classics in der ersten Wertung der S***-Klasse auf Platz eins vor Frenzen und Nabben, der sich da noch mit Rang vier zufrieden geben musste. Der imposante niederländische Hengst Aaron war eigentlich die Olympiahoffnung der Japanerin Akiko Yonemoto, doch die Pandemie verhinderte ein Training in Europa und so blieb der 16 Jahre alte Dunkelfuchs im Stall von Schiergen, dem amtierenden Rheinischen Meister der Senioren und Ausbilder aus Krefeld.

Annabel Frenzen (Krefeld) verteidigte im Sattel des elfjährigen Rheinländers L’esprit ihre Position auf Rang zwei aus dem Championat souverän auch in der Kür zum Großen Preis.

Schleifensammler aus den eigenen Reihen

Ausgesprochen erfolgreich präsentierten sich auch dieses Jahr wieder die Dressurspezialistinnen aus den eigenen Reihen. 23 Platzierungen gingen am Ende auf das Konto der Reiterinnen vom RV Hebborner Hof, sechs Prüfungen konnten sie für sich entscheiden. 

Gleich mehrere vordere Plätze konnte Josephine-Elisabeth Türk für sich verbuchen, die mit ihrem 16 Jahre alten Herzenspferd Le Noir in der S*-Prüfung beinahe die Wertnote 900 knackte: Platz eins und der Titel der Kreismeisterin.

Josie Türk, Kreismeisterin S, Foto: Thomas Fritzen/RV Hebborner Hof

In der S**-Dressurprüfung gelang dem Paar dann der Ritt auf die Zweitplatzierung. Auch mit ihrem Nachwuchspferd Santiano ist Josie Türk, die auf der väterlichen Reitsportanlage Landgut Diepeschrath trainiert, schon auf der Erfolgsspur: In der Dressurpferdeprüfung Klasse A der Vier- bis Sechsjährigen konnte sie ihren Rappen auf Rang eins platzieren, vor Vereinskameradin Monika Link mit der bewegungsstarken Fuchsstute Dancielle auf Platz vier.

Für Platz zwei reichte es mit Santiano in der Dressurpferdeprüfung der Klasse L für Fünf- bis Siebenjährige. Hier triumphierte Luisa Türk (RV Hebborner Hof/Landgut Diepeschrath), die mit Forty Shades auf Platz eins und Federkönig auf Platz vier gleich zwei Hoffnungsträger aus eigener Ausbildung vorstellte. Mit ihrer Erfolgsstute For Happiness setzte Luisa Türk ein Ausrufezeichen insbesondere in der mittleren Klasse.

Platz zwei in der M*-Prüfung bedeutete  den Titel Vize-Kreismeisterin in dieser Klasse. In der M**-Prüfung legte das Paar in den Lektionen dann noch einmal nach und übernahm die Führung. In der L-Klasse siegte Sarah Gammersbach auf ihrem dunkelbraunen Rheinländer-Wallach Donovan FH.

Den Kreismeister-Titel holte auch die Mannschaft vom Gastgeber Reiterverein Hebborner Hof mit ihrer Vorstellung in der L-Dressur. Sarah Gammersbach auf Donovan FH sowie Kim-Karina Wagner auf Feodora N,  Jennifer Staar auf Snow Patrol und Giulia Wittig auf Dantino N zeigten die beste Leistung und verwiesen überlegen die Teams von RSG Burghof und Imbacher Pferdefreunde e.V. auf die Plätze.

“Wir freuen uns, dass wir den Dressurreitern der Bergisch Classics bei meist idealen Wetterbedingungen einen so guten Rahmen bieten konnten. Dadurch hat der Dressursport eine erhebliche Aufwertung erfahren”, freute sich Vereinschef Matthias Beggerow. Schon jetzt könne die Trennung der Diszipinen Dressur und Springen als Erfolg gewertet warden.  In den kommenden vier Tagen stehen 24 Springprüfungen auf dem Programm, bei denen auch sechs Kreismeister in den verschiedenen Klassen  ermittelt werden. “Insbesondere die Jugendprüfungen haben wieder verstärkten Zulauf“, sagte Beggerow.

Springtage mit Favoriten im Sattel am Wochenende

Von diesem Donnerstag bis Sonntag (12. bis 15. August) geht es bei den Bergisch Classics weiter mit dem Spring-Sport-Event. In den Top-Wettbewerben starten international erfolgreiche Reiter in den Parcours, darunter Fiete Constantin Krebs, Ralf Runge, Cedric Wolf, Martin Sterzenbach, Karl Schneider, Pia Stiborski und Hendrik Tillmann. Felix Schneider, Oliver Lemmer, Alexander Hufenstuhl, Marc Boes waren bereits Titelgewinner in Bergisch Gladbach.

Auch die Vereins-Amazonen Ina von Bormann, Lara Wittlings und Franziska Zimmermann haben das Zeug dazu, am Sonntagnachmittag als Champion beim Großen Preis von Bergisch Gladbach vom Platz zu reiten, einem S**-Parcours mit Stechen.

Infos rund um das Turnier, den Programmablauf und die Corona-Bestimmungen gibt es auf den Social-Media-Plattformen des Vereins sowie auf der Website des Hebborner Hofs.

Katrin Voss

Journalistin, Zeitungsredakteurin, Pressewart für den Reiterverein Hebborner Hof e.V.

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