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Nach langer Umbauphase ist es soweit – das Schulmuseum Katterbach öffnet mit einer neuen spannenden Dauerausstellung seine Pforten. Wir haben uns etwas länger im Museum aufgehalten – und die einzelnen Stationen in einer Fotoreportage festgehalten.

Zum 150. Jahrestag der Schuleröffnung in Katterbach haben Peter Joerißen und sein Team die Dauerausstellung des bekannten Schulmuseums von Grund auf neu konzipiert und gestaltet. Neben den Objekten und Themen wurde auch die Pädagogik modernisiert, mit einigen Mitmach-Stationen für die Besucher.

„Großformatigen Hingucker reißen die Themen an, liefern Anstoß zur Reflexion. Kleine Texttafeln schaffen inhaltlich und in der Ausstellungsarchitektur zusätzliche Tiefe. Eine wohltuende Ausstellungskonzeption, die sich angenehm von eindimensionalen Ansätzen mit Schautafeln abhebt, die allzu oft Langeweile verbreiten“, hatte Bürgerportal-Reporter Holger Crump in seinem Beitrag nach einer Vorab-Besichtigung bilanziert.

Am Samstag ist das Museum nun neu eröffnet worden, wir dokumentieren die Ausstellung unter dem Titel „Rolle vorwärts! Schule Katterbach 1871 – heute – morgen“ im Folgenden ausführlich. Den grundlegenden Bericht zur Neugestaltung des Museums finden Sie hier.

Der Alltag – gestern und heute

Der Rundgang beginnt im früheren Kinderzimmer der Lehrerwohnung. Hier kann man an einer interaktiven Entdeckerwand die Unterschiede des Schulalltags von Früher und Heute erleben.

Sie können jedes Foto mit einem Klick groß stellen; mit dem „zurück“-Button im Browser gelangen Sie zurück zum Text.

Küche und Handarbeit

Im nächsten Raum taucht man komplett ins Jahr 1900 ein. Gewidmet wurde der Raum Frau Magdalene Trier. Sie hat über Jahrzehnte hinweg eine einzigartige Sammlung von Handarbeiten und „Nutzgegenständen“ zusammengetragen.

Beim Lehrer daheim

So könnte die Lehrerwohnstube um 1900 ausgesehen haben.

Weimarer Republik

Kommt man in die erste Etage, findet man sich in der Weimarer Republik. Im Jahre 1920 wurde das Reichsgrundschulgesetz erlassen, welches einige grundlegende Änderungen mit sich brachte. Fortan legte man mehr Wert auf anschaulichen Unterricht. „Wissensstoffe sollten nicht mehr bloß äußerlich angeeignet, sondern innerlich erlebt und selbstständig erworben werden“, erfährt man in der Ausstellung.

Schulmuseum Katterbach – Sammlung Cüppers
Kempener Straße 187, Bergisch Gladbach-Katterbach
Tel. 02202 84247 
E-Mail: info@das-schulmuseum.de 
Website
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10 bis 13 Uhr
Eintrittspreise: 2 Euro, ermäßigt ein Euro

Schule zur NS-Zeit

Ab 1933 hielt das Fach „Rassenkunde“ Einzug in den Unterricht. Unter anderem diente es dazu, den „Beweis arischer Herkunft“ der Schüler zu erbringen.

Foto: Thomas Merkenich

Schwierige Zeiten

Nach dem Krieg fehlte es an allem. Der Unterricht wurde von „nicht pädagogischen Hilfskräften“ geleitet und es gab keine Unterrichtsmaterialien. Aus diesem Grunde wurden teilweise die Bücher aus der Nazi-Zeit weiterverwendet. Die „verräterischen“ Seiten oder Absätze wurden herausgerissen oder geschwärzt.

Von Adenauer bis Corona

Der größte Raum der Ausstellung befasst sich mit der Zeit von 1949 bis heute und ist in drei große Themenböcke aufgeteilt:

  • Die Adenauerzeit (1949 – 1967)
  • Die Schulreform (1968 und folgende)
  • Der „Aufbruch“ (1987 bis heute)

Fu lipt Fara

Foto: Thomas Merkenich

Neben den vielen spannenden Geschichten und Erklärungen gibt es auch Exponate zu entdecken, die sinnbildlich für die jeweilige Zeit stehen. So spricht beispielsweise Kanzler Adenauer aus einem Weltempfänger, Fu und Fara, die beiden Handpuppen aus der Grundschule, haben sich lieb und es gibt einen „modernen“ Computer zu bestaunen.

Man wird doch wohl mal träumen dürfen…

Am Ende wird es noch einmal interaktiv. Junge Besucher:innen dürfen sich ausmalen, wie „ihre Schule in hundert Jahren“ aussehen soll.

Großes Team im Einsatz

Die Ausstellung wurde von Peter Joerißen, Vorsitzender des Fördervereins des Schulmuseums und Museumsleiter, konzipiert. Dabei wurde er unterstützt von Günter und Sandra Marquardt, die als Museumsgestalter/in für Hingucker sorgten. Um die Mutmach-Stationen kümmerten sich v.a. Sandra Brauer (Bergisches Museum Bensberg) und Anna Arnold (vormals Villa Zanders).

Ergänzt wird das Team durch den Künstler Christian Zwirner und die Fotografin Ursula Berg, die für die Bebilderung des 320-seitigen Ausstellungskataloges sowie der neuen Webseite des Schulmuseums sorgt. Anna Sobota behielt als guter Geist des Hauses beim Umbau immer den Überblick.  

Rund 160.000 Euro kostet die Neukonzeption der Dauerausstellung, inklusive Katalog und neuem Online-Auftritt. Da der Förderverein Träger des Museums ist, gelingt dies nur über Großsponsoren wie die NRW-Stiftung und den LVR. Private Sponsoren sowie Unterstützer wie die Bethe-Stiftung runden den Kreis der Financiers ab.

Katterbacher Gespräche

Mit der Veranstaltungsreihe „Katterbacher Gespräche“ will Joerißen weitere Akzente setzen, mit zwei Termine pro Jahr: Ein Fachvortrag zur Geschichte der Pädagogik sowie eine Podiumsdiskussion zu Debatten aus dem Bildungsbereich.

Zielgruppe für die Gespräche seien interessierte Laien sowie Pädagogen und Lehrer:innen aus dem Rheinland. Mit Hans Brügelmann habe man bereits einen Referenten, der das Thema „Brauchen wir in Zeiten von Tablet und Co. noch die Schreibschrift“ aufwerfen will.


Mitarbeit: Holger Crump

Thomas Merkenich

ist der Fotograf des Bürgerportals. Mittlerweile wohnt er „im schönen Kürten" und liebt das Bergische Land. Aber das sieht man seinen Fotos ja auch an. Mehr Infos auf seiner Website www.thomasmerkenich-fotografie.de, mehr Foto im Bildershop: https://www.pictrs.com/thomasmerkenich-fotografie

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