PD Dr. med. Alexander Yang, Chefarzt der Elektrophysiologie (links) und Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Hans-Peter Hermann am Linksherzkathetermessplatz am EVK Bergisch Gladbach.

Das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK) hat einen neuen und hochmodernen Linksherzkathetermessplatz im Herzkatheterlabor in Betrieb genommen. Das Gerät ergibt bessere Bilder bei geringerer Strahlenbelastung und ermöglicht 3D-Darstellungen des Herzens. 

Das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK) hat einen neuen und hochmodernen Linksherzkathetermessplatz im Herzkatheterlabor in Betrieb genommen. Mit dem neuen Gerät können bei deutlich verringerter Strahlenbelastung wesentlich bessere Röntgenaufnahmen bis hin zu einer 3D-Darstellung des menschlichen Herzens gemacht werden.

Die Klinik für Innere Medizin und Kardiologie und die Klinik für Elektrophysiologie des EVK setzen das Gerät unter anderem bei Herzkatheter-Eingriffen, der Untersuchung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen und bei der Implantation von Herzschrittmachersystemen ein.

Der neue Herzkathetermessplatz verfügt für elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) unter anderem über ein modernes 3D-Mapping-System (Rhythmia HDx) zur Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen. Dabei wird ein dreidimensionales Computermodell der Herzanatomie praktisch in Echtzeit erstellt. Vorher war eine solche 3D-Darstellung nur mit einem separaten Gerät möglich.

PD Dr. med. Alexander Yang, Chefarzt der Elektrophysiologie, sagt deshalb über den technischen Fortschritt: „Wir haben hier das wahrscheinlich beste Gerät auf dem Markt, das uns ein noch schnelleres und effizienteres Arbeiten ermöglicht.“

Eine weitere Neuerung ist der große und hochauflösende Bildschirm, über den der behandelnde Arzt neben der Untersuchung des Herzens bei Bedarf auch weitere Daten und Informationen über den Patienten abrufen kann, die früher über mehrere Monitore verteilt waren. Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Hans-Peter Hermann sagt: „Wir haben jederzeit alle relevanten Einzelheiten über den Patienten im Blick, was die Untersuchungs- und Behandlungsqualität weiter verbessert.“

Neben der Röntgenanlage und dem Messplatz selbst wurde auch der angeschlossene Dokumentationsraum modernisiert. Dort gibt es nun einen zweiten Untersuchungsplatz, von dem aus ein weiterer Arzt den Eingriff mitverfolgen und sich mit dem Mediziner am Patienten austauschen und abstimmen kann.

Bisher musste der Zweituntersucher mit im Raum der Röntgenanlage stehen und war dadurch auch immer einer gewissen Strahlenbelastung ausgesetzt. Die Kommunikation zwischen Untersucher und assistierendem Personal erfolgt jetzt außerdem über Headsets.  

Die Demontage der alten Anlage, Umbauarbeiten im Untersuchungsraum sowie Anlieferung, Einbau und millimetergenaue Kalibrierung des neuen Messplatzes dauerte etwa einen Monat, wie Anne von Rymon, Leiterin des Herzkatheter-Teams, berichtet. Vor der Inbetriebnahme des neuen Geräts wurden sie und ihr Team umfangreich geschult und eingewiesen: „Viele Handgriffe und Funktionen sind zwar ähnlich, ein bisschen Eingewöhnung ist aber bei jeder technischen Neuerung nötig.“

Die bisherige Röntgenanlage hatte etwa zehn Jahre zuverlässig ihren Dienst getan und wurde mit ein bisschen Wehmut verabschiedet, wie von Rymon erzählt.

Zum Behandlungsspektrum des Herzkatheterlabors gehört unter anderem die Koronarangiografie (radiologische Darstellung der Herzkranzgefäße), Koronarinterventionen und Behandlung von strukturellen Herzerkrankungen, Herzschrittmacher- und Defibrillator-Implantationen und elektrophysiologische Untersuchungen sowie Ablationen mit Radiofrequenz (Hitze) bzw. Cryo-Technik (Kälte).

Insgesamt verfügt das Herzkatheterlabor am EVK über zwei Linksherzkatheter- und EPU-Messplätze, die rund um die Uhr für geplante Eingriffe und Notfälle zur Verfügung stehen. Rund 2.500 Eingriffe werden pro Jahr durch das Herzkatheter-Team durchgeführt.

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