Der Sitz der Belkaw an der Hermann-Löns-Straße. Foto (Archiv): Thomas Merkenich

Zweimal hatte die Belkaw den Preis für Strom gesenkt, jetzt geht es wieder nach oben. Der regionale Energieversorger reagiert damit auf die kurzfristige Entscheidung der Bundesregierung, die Netznutzungsentgelte nicht mehr zu subventionieren. Der Preis für die Kilowattstunde und der Grundpreis steigen deutlich an.

Seit Januar seien die Netzentgelte deutlich gestiegen, daher müsse auch die Belkaw die Mehrkosten über den Strompreis an alle Kund:innen weitergeben, teilt der regionale Energieversorger mit – ab dem 1. April steigen der Arbeitspreis pro Kilowattstunde und der Grundpreis. Man gebe ausschließlich die gestiegenen Netzentgelte sowie eine gestiegene staatliche Umlage weiter, betont das Unternehmen.

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In der Grundversorgung Strom erhöht sich der Arbeitspreis pro verbrauchter Kilowattstunde von 38,77 auf 40,76 Cent – ein Plus von 5,2 Prozent.

Der jährliche Grundpreis steigt ab April von 220,03 auf 259,69 Euro, das entspricht einer Steigerung von 18,2 Prozent.

Insgesamt müsse ein kleinerer Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500 Kilowattstunden pro Monat 7,45 Euro mehr als bisher zahlen, errechnete die Belkaw.

Zuletzt hatte die Belkaw ihre Strompreise in der Grundversorgung im Oktober 2023 als auch im Januar 2024 deutlich gesenkt.

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Hintergrund: Bundesregierung spart

Die Preiserhöhung aufgrund der gestiegenen Netznutzungsentgelte geht auf eine kurzfristige Entscheidung der Bundesregierung zurück. Sie hatte nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Haushalt einen Bundeszuschuss zur Deckelung der Netznutzungsentgelte ersatzlos zu streichen.

Dies habe Auswirkungen auf alle, die Strom verbrauchen, erläutert die Belkaw. Die Entscheidung sei zu spät gekommen, um sie bei der Preissenkung im Januar zu berücktsichtigen.

Alle betroffenen Kundinnen und Kunden erhalten ein individuelles Anschreiben, kündigt das Unternehmen an. Eine Anpassung der monatlichen Abschlagsbeträge ab April erfolgte nicht automatisch, die Mehrkosten werden daher in der Regel erst mit der Jahresabrechnung veranschlagt.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung hatten wir die Angaben der Belkaw übernommen, wonach die Erhöhung beim Grundpreis 7,1 Prozent betrage. Tatsächlich sind es jedoch mehr als 18 Prozent. Wir haben die Angabe korrigiert.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Der Grundpreis ist übrigens um 18,02 % und nicht um 18,2 % gestiegen. Dem KStA ist es allerdings noch gar nicht aufgefallen, dass die Belkaw offenbar mit 7,1 % einen falschen Wert für Steigerung kommunziert hat: https://www.ksta.de/region/rhein-berg/energiekosten-belkaw-erhoeht-die-strompreise-in-rhein-berg-725475

    Im Übrigen meinen Glückwunsch an jeden Wechsler. Wir selbst konnten auch erfolgreich Leute mit jahrzehntelangen Kundenbeziehungen bezüglich eines Wechsels (u.A. auch Wärmestrom) beraten. Ergebnis: vierstellige (!) Ersparnisse im Vergleich zu Preisen vor (!) der Erhöhung.

  2. Nachdem mir die Belkaw vor einigen Tagen ein ganz großartiges “faires ” neues Angebot mit Festpreisgarantie für 12 Monate unterbreitet, welches teurer war wie mein bisheriger Tarif, hatte ich endgültig genug.
    Nach 29 Jahren wechselt man nicht so einfach.
    Ich habe nicht den ” billigsten” Anbieter sondern einen großen bekannten Anbieter genommen. Bin da vielleicht etwas konservativ.
    Trotzdem spare ich tatsächlich noch mit meinem Nachtstromtarif über 1.500 € ebenfalls mit Festpreisgarantie
    Das ist verdammt viel Geld !

  3. Hallo zusammen, danke für die gute Diskussion. Die Aussage sich über den eigenen Stromverbrauch Gedanken zu machen finde ich genau so richtig wie selber aktiv werden. Ja und zu Wahrheit gehört auch dass die Belkaw ist kein “Einzeltäter” ist. Andere Stromanbieter sind auch keine Engel.

    Das wechseln der Stromanbieter praktiziere ich schon seit vielen Jahren. Das regelmäßig suchen eines neuen Stromanbieter finde ich ein bisschen mühsam ist aber OK für mich. Blöd ist eben, wenn man schon bei einigen Stromanbieter war und den Neukundenbonus mitnehmen möchte den Überblick zu behalten.

    Richtig schön fände ich es einen Stromanbieter zu haben der einen fairen Preis anbietet bei dem ich sehr gerne dauerhaft bleiben würde. Auch wenn es einen Anbieter gäbe der etwas günstiger wäre würde ich bei diesem Anbieter bleiben wollen.
    Um eine Vorstellung zu haben was ich für einen fairer Strompreis halte: Im März 2024 hat die Megawattstunde Strom an der Leipziger Börse 64,70€ gekostet (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/289437/umfrage/strompreis-am-epex-spotmarkt/).

    Darauf kommen noch im Schnitt ca. 27% Netzentgeld drauf, was ich auch für viel zu teuer halte. Dann noch Verwaltungsgebühren, Zählermiete … .

    Warum muss ich eigentlich einen Zähler mieten? Einen eigenen Router kann ich bei einem Internetvertrag doch auch mitbringen. Aus diesen Gründen fühle ich mich „abgezock “.

    1. Wenn der Router die Abrechnungsgrundlage für vierstellige Summen pro Jahr wäre, dürften Sie auch nicht einfach irgendeinen an die Leitung klemmen.

  4. Ich mag auch nicht mehr abgezockt werden.
    Werde nach jetzt 30 Jahren Belkaw wechseln !

  5. @Jan: “Ich mag nicht mehr abgezockt werden. Meine Reaktion ist es mein Balkonkraftwerk zu vergrößern.”
    Unsere Reaktion war zunächst, einfach weniger Strom zu “verschwenden” z. B.
    Wäsche an der frischen Luft trocknen statt Wäschetrockner,
    der “Weichspüler”-Waschgang ist überflüssig und bescheuert (und Umweltschädlich!!),
    Kleidung nicht mehr “unnötig” oft waschen,
    Licht ausmachen sobald wir einen Raum verlassen haben,
    stromfressende Geräte austauschen gegen sparsamere Geräte,
    Gefriertruhe ausgemustert (brauchen wir nicht unbedingt haben wir festgestellt),
    usw..
    Auf diese Weise konnten wir unseren Stromverbrauch bereits erheblich senken.

    1. Für weniger Strom dann auch noch weniger pro kWh zu zahlen, sollte aber trotzdem ein nettes Sahnehäubchen auf dem Ganzen sein.

  6. Ich mag nicht mehr abgezockt werden. Meine Reaktion ist es mein Balkonkraftwerk zu vergrößern. Ich bin Mieter und kann aus diesem Grund keine Solaranlage auf das Dach montieren. Der Wechselrichter bleibt bei 600 Watt. Sobald dieser auf 800W erhöht werden darf, werde ich diesen umstellen. Die Solarpanels werde ich auf 1,6KWh erhöhen, damit auch in der dunklen Jahreszeit der Umrichter etwas zu tun hat. Außerdem werde ich eine Pufferbatterie mit einer Leistung von 1,6Kw kaufen. Diese soll dann in den Abendstunden die Grundlast ausgleichen. Der ganze Kram wird mich ca. 1600,-€ kosten und ist möglicherweise auch langfristig nicht kostendeckend. Aber um Kostendeckung und Effizienz geht es mir nicht. Es ist meine Möglichkeit mich gegen Stromkonzerne die Ihre Kunden als Melkkuh sehen, Lobbyismus und schlechte Politik zu wehren.

    1. Aber auch als Mieter kann man doch einfach den Stromanbieter wechseln, zumindest doch für den eigenen Haushaltsstrom? Das geht innerhalb von 15 Minuten mit Hilfe der gängigen Vergleichsportale und erscheint mir die naheliegendste Konsequenz zu sein. Ullas Stromspartipps sind auch ganz nett, aber die Belkaw muss trotzdem den Druck des Marktes zu spüren bekommen.

  7. Die Belkaw hat regional die höchsten Grundgebühren.
    Umgerechnet gibt das bei 4000kw p.A. Verbrauch 47ct pro kW.

    Im deutschen Mittel liegt der Preis aktuell bei 27ct. stand 25.04.’24
    In Bergisch Gladbach sind aktuell 30ct pro kW möglich. (ebenfalls bei einem regionalen Öko-Anbieter aus dem Rheinland).

    Also leisten sich die treuen Belkaw-Kunden 50% Mehrkosten für nix!!!

  8. Dank Energiewende : RWE kann seinen Gewinn mehr als verdoppeln – war zu lesen.

    Warum der ” günstige” Nachtstrom Tarif plötzlich wesentlich teurer ist wie die ganzen Fair oder Ökotarife konnte oder wollte mir keiner bei der Belkaw erklären.
    Vielleicht weil er hätte weiter für den Verbraucher gedeckelt werden sollen und der Staat weiter mit der Gießkanne den Differenzbetrag erstattet hätte ? Was aber jetzt ja nicht mehr geklappt hat.
    Für mich hat das ein gewaltiges Geschmäckle

    1. Hallo Walther, für mich ist das selbsterklärend. Über Tag produzieren die Photovoltaikanlage soviel Strom, dass er schon nicht mehr verbraucht werden kann. In der Nacht muss er dann über Gas, Pumpspeicherwerke, … erzeugt werden.

  9. Bei all den Vorwürfen bitte nicht vergessen:

    – Aus den Gewinnen finanziert sich die Stadt teilweise. Niedriger 7-stelliger Betrag im Jahr.

    – Das soziale Engagement der Belkaw in der Region.

    Das sieht man von den kleinen Händlerbüros, die günstigen Strom anbieten, nur selten.

    1. Ich zahle lieber ein paar Euro mehr (u.a. wegen der genannten Gründe). Ich erinnere mich aber auch an das Gejammere und die Schimpferei, als Energieunternehmen Insolvenz anmeldeten oder Verträge gekündigt wurden und die Kunden dann in die teure Grundversorgung wechseln mussten.

    2. Ich nehme an, wenn ich den ersten Grundsteuerbescheid nach den neuen Regeln bekomme, weiß ich, dass ich die Stadt schon mehr als genug finanziere. Das muss dann nicht auch noch über extrateuren Strom gehen.

      Es sind übrigens nicht nur irgendwelche kleinen Händlerbüros. Wenn Sie mal eins der großen Vergleichsportale besuchen, werden Sie sehen, dass auch Branchengrößen wie RWE, E-on, yello etc. so weit unter den Belkaw-Preisen liegen, dass eine Durchschnittsfamilie bei einem Wechsel etliche hundert Euro im Jahr sparen kann.

      1. Hi Drucker, es soll auch schon große Unternehmen gegeben haben, die produktions (= leistungs)unfähig geworden sind.

      2. Kommt immer mal wieder vor, aber die kleinen Krauter haben seltener die Möglichkeit, Rücklagen zu bilden oder einzelne Geschäftsbereiche zeitweise durch Quersubventionierung zu stabilisieren. Dass ein Großkonzern pleite geht, ist insgesamt unwahrscheinlicher.

  10. Unverhältnismäßig und Sittenwidrig sind die Strompreise von Belkaw und anderen Anbietern meiner Meinung nach. Dieses Geschäftsmodell praktiziert die Stromkonzern schon sehr lange. Als der Strom noch deutlich preiswerter war ist uns das nicht so sehr aufgefallen. Wir Endverbraucher zahlen den kompletten Energieumbau in viel zu kurzer Zeit und lassen den Energiekonzernen volle Gewinne. Warum soll ich mir bei diesen Preisen ein Elektoauto oder Wärmepumpe kaufen?

  11. Wer gerne hunderte Euro im Jahr verschenkt, könnte auch einfach wechseln und das Geld an einen guten Zweck spenden.

    1. Wechseln ist so unglaublich leicht. Selbst Ökostrom ist um Welten billiger… Wenn ich es auf die Jahre hochrechne, habe ich mehrere Tausend Euro gespart. Werde nie verstehen, wieso nur so wenige wechseln.