Die Zentrale der Belkaw. Foto: Thomas Merkenich

Der lokale Energieversorger Belkaw reagiert auf sinkende Einkaufspreise und reduziert zum zweiten Mal in Folge die Strompreise. Beim Gas ist keine Senkung absehbar – im Gegenteil.

Im Zuge der Energiekrise nach Russlands Überfall auf die Ukraine hatte auch die Belkaw die Preise für Strom und Gas deutlich nach oben gesetzt. Jetzt könne das Unternehmen zum zweiten Mal in Folge günstigere Beschaffungskosten an die Kundschaft weiterreichen, teilt das Unternehmen mit.

Bereits zum 1. Oktober hatte der bergische Energieversorger die Preise reduziert, zum 1. Januar 2024 sinkt der Arbeitspreis für Privatkunden in der Grundversorgung um weitere 2,51 Cent auf 38,77 Cent brutto pro Kilowattstunde.

Allerdings müsse die Belkaw auch gestiegene Netznutzungsentgelte weitergeben, über den Grundpreis, der sich um 17,85 Euro auf 220,03 Euro pro Jahr verteuert.

Insgesamt spare ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 3.000 Kilowattstunden jährlich mit der neuen Preisanpassung rund 60 Euro, rechnet die Belkaw vor. Mit der Preissenkung folgt die Belkaw wie üblich der RheinEnergie, die 50,1 Prozent der Anteile hält; die andere knappe Hälfte gehört der Stadt Bergisch Gladbach.

Noch günstiger sei der Tarif „Fair Ökostrom 24“ – bei einem Grundpreis von 287,75 Euro kostet die Kilowattstunde 32,72. Cent.

Beide genannten Tarif liegen nun wieder unter der Strompreisbremse. Allerdings immer noch deutlich über den alten „Vorkriegspreisen“: Bis Ende Januar betrug der Arbeitspreis 23,5 Cent, bevor ihn die Belkaw auf einen Schlag auf 54 Cent erhöhte.

Mehrwertsteuer treibt Preis für Erdgas hoch

Die Preise für Erdgas für Privat- und Gewerbekunden bleiben weiterhin unverändert. Allerdings könnte sich der vorübergehend reduzierte Mehrwertsteuersatz zum 1. Januar 2024 wieder erhöhen, warnt die Belkaw.

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  1. Hat sich schon mal jemand mit dem Begriff “FairRegio” etwas näher auseinander gesetzt?

    BELKAW-Stromkunden wohnen innerhalb eines Schadstoffradius von ca 50 km Luftlinie. Wäre nicht z.B. mehr Transparenz in Punkto Feinstaubbelastung fair? Oder sogar so etwas wie Kompensation? Also Ausgleich für die gesundheitlichen Einbußen, die ja eigentlich gar nicht existieren, da ja statisisch fein säuberlich unter den Teppich gekehrt? Wie ist das eigentlich möglich, liebes Kreisgesundheitsamt? Oder habe ich einfach nur die monatlichen Statistiken hierzu überlesen?

    Nun gut. Zur Preisgestaltung. Man muss nicht BWL studiert haben, um zu wissen, dass Preise nicht vom Himmel fallen. Machen wir doch einmal die Milchmädchenrechnung auf. RWE beutet das Braunkohlerevier aus und verkauft den erzeugten Strom an den europäischen Energiemarkt. Mit welchem Preis wird die kWh gehandelt? Evtl. unter 0,20 Ct Arbeitspreis? Wäre es nicht fair, zu diesem Preis auch an den örtlichen Verbraucher zu verkaufen, in einer Art Hofladen? Das würde ich RegioFair nennen.

    RWE präsentiert sich uns jedoch als Supermarkthändler und dieser schließt sich den EU-marktüblichen Einstandspreisen an. Wie jeder Gutinformierte weiß, richtet dieser sich nach dem teuersten Anbieter… Ein einfach geniales Profitmodell. Wo gibt es das sonst noch, dass Konkurrenzsituationen ausgeschlossen sind?! Das zum Thema Fairness und freier und sozialer Marktwirtschaft.

    Wer selbst eine Konkurrenzsituation schaffen will, findet relativ einfach gute Alternativen, s. u.a. Verivox. Der Wechsel selbst ist absolut easy – habe ich selbst ausprobiert und fühle mich zum ersten Mal wirklich fair mit Strom versorgt. Ich wollte mich einfach nicht länger zum Narren halten lassen.

    Noch mehr bringt mir allerdings mein Solardach ;O)

      1. Danke für den Verweise auf den Fanktencheck, welcher mir tatsächlich in dieser Tiefe und Breite noch nicht bekannt war. Durch ihn wird m.E. die Seriosität der gewaltigen Preiserhöhung im Frühjahr nicht nur noch mehr in Frage gestellt, sondern – nach dem eigenen Selbstverständnis der BELKAW zu “FairRegio” – sogar in Gänze ausgehebelt.
        Zum besseren Verständnis: Warum werden die Äpfel aus dem Kölner Umland teurer, wenn in Südtirol Hagelstürme die Ernten vernichten? Was macht Regionalität dann überhaupt noch für einen Sinn?

    1. Meinen Sie das Solardach, auf Kosten der armen Mieter und Steuerzahler?

      Ist doch schön, dass diese Ihnen ihre Investition bezahlen, oder?

      Siehe hierzu die aktuellen Meldungen zu Übernahme der Netzkosten für Redispatch etc. aus Steuern damit die Netznutzungsentgelte nicht so steigen.

      Oder vielleicht die nun aufkommenden Informationen zur Betreiber der KKW Isar, die mit dem Bund verhandelt haben, CO2 armen Strom für die Industrie zu 6 Cent liefern zu können. Leider von Habeck abgelehnt.

      Oder die aktuellen Importstatistiken etc. etc. etc.

      1. Ich bin dankbar für jeden Hausbesitzer und Eigentümer, der eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installiert hat. Von mir aus auch subventioniert. (Meine fast 85jährige Mutter hat auch eine auf das Haus installieren lassen; für sie werden sich die Kosten niemals amor­ti­sie­ren.) Jede Anlage reduziert die Energiekosten und die Belastung der Umwelt.

      2. Herr Doktor, da geben Sie allerdings vorwiegend Schlagworte von sich, die gut klingen, aber mit der Realität nichts zu tun haben.

        Eventuelle Mieter sind bei der Investition in ein Solardach außen vor, da sie nicht umlagefähig ist.

        Nennenswerte Subventionen gibt es ebenfalls nicht – bei unserer Installation letztes Jahr (10 kWp und 9 kWh Speicher) gab es 1000 Euro vom Kreis, 950 Euro Speicherförderung vom Land und zusätzliche 900 für die Wallbox von der KfW. Das war’s. Stromüberschüsse dürfen wir für 6,53 Cent/kWh an die Rheinenergie verkaufen, damit machen wir ganz sicher keinen Gewinn. Dem gegenüber stehen (inkl. einiger Nebeninstallationen) knapp 30.000 Euro Investition, die sich über den Eigenverbrauch amortisieren müssen. Wer bezahlt uns die Investition also Ihrer Ansicht nach? Ich kann es Ihnen sagen: Niemand.

        Und da Sie die Importstatistiken ansprechen. Auch dazu wird viel Unsinn in die Welt gesetzt. Ich empfehle ein interessantes Interview dazu, das einiges davon gerade rückt: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutschland-ist-kein-Strombettler-erklaert-Bruno-Burger-von-Energy-Charts-im-Klima-Labor-article24357979.html

      3. 2.850 € die z.B. für Kitas fehlen. Bei 30.000 hätten sie den Teil auch noch selber zahlen können, oder?
        Umverteilung von unten nach oben, eben von denen, die sich keine auf dem Dach leisten können oder keine Möglichkeit haben.

      4. Jetzt treten Sie auch noch eine Neiddebatte los, nur weil Sie bei einer Falschmeldung ertappt wurden. Nicht jeder, der eine solche Summe ausgibt, ist „oben“. Andere stecken das in ein Auto, wir fahren seit mehr als 10 Jahren dasselbe – man setzt eben Prioritäten.

        Und wenn der Staat oder irgendwelche Gebietskörperschaften Geld dafür ausloben, dass man u.a. im Sinne des Gemeininteresses investiert, dann hilft das tatsächlich bei der Entscheidung, auch wenn der Betrag nur 10% der Investition ausmacht. Das ist staatlicherseits so gewollt, man nennt das Lenkungswirkung. Wenn Ihnen das nicht passt, dann müssen Sie sich eben darüber ärgern, da kann und wird Ihnen niemand helfen.

      5. #Dr Alban. Unterstellungen scheinen eine Spezialität von Ihnen zu sein. Nun zur Wirklichkeit, die außerhalb Ihres vermutlich zu schmal geratenen Gesichtsfeldes stattfindet.

        Alle Investitionen wurden von Erspartem voll finanziert. Über Fremdfinanzierung, Zuschüsse usw. hatte ich nicht einen Gedanken verloren. Selbst die Armortisation spielte keine Rolle, und den Mehrwertsteuererstattungszirkus habe ich auch nicht mitgemacht. Musste allerdings auf einen SUV verzichten und bei Ferienflügen und Kreuzfahrten werden Sie mich auch nicht antreffen.

        Und bevor ich es vergesse, an Spenden für eine Obdachlosenhilfeorganisation für die ich seit über 27 Jahren ehrenamtlich koche, musste ich auch nicht knausern. Im Gegenteil. Meine Ersparnisse bei geschicktem Energiemanagement lassen am Ende des Jahre sogar etwas mehr für die Bedürftigen über. Wie sieht’s bei Ihnen aus?

  2. Ja einfach wechseln dann wenn das billige Unternehmen laut Verivox , meist mit Vorrauszahlung bei billigen Verträgen , Insolvenz anmeldet das Vorrausgezahlte Geld verlieren und wieder bei der Belkaw Vertrag abschließen.
    Da bleibe ich lieber bei der Belkaw da weiss ich was ich habe und die haben auch verschiedene Verträge anzubieten

    1. Nicht zu vergessen, dass die BELKAW ein erheblichen soziales Engagement vor Ort hat.
      Wenn den Vereinen diese Gelder (z.B. auch von Sparkassen) wegfallen, würde es vielerorts anders aussehen.

    2. Es gibt zahlreiche Anbieter, die wie die Belkaw eine (oder mehrere) öffentliche Körperschaft als Gesellschafter haben und es schaffen, Strom und Gas erheblich unter den Bergisch Gladbacher Mondpreisen anzubieten.
      Z.B. Maingau Energie mit 5 Kommunen als Gesellschafter. Da kostet Gas gerade 8,88 Cent pro kWh bei 107,90 Euro Grundgebühr im Jahr.
      Strom für 28,67 Cent bei 60 Euro Grundgebühr.
      Selbst schuld, wer da bei der Belkaw bleibt.

      1. ….kann ich nur zustimmen. Seriöse Anbieter, z.B. Vattenfall, findet man dort genug. Genau lesen und nicht auf jeden billigen Trick reinfallen hilft.

  3. Ich bin wirklich begeistert, wie es dieses Unternehmen trotz Mondpreise schafft, solange zu bestehen. Leider werden vermutlich genau die Gruppen die Mondpreise bezahlen, die eher auf Entlastungen angewiesen wären.
    Stromverträge kann man derzeit für fast 26-27 cent je kW abschließen und Gas für 9-10 cent je kW.

    1. ….so siehts aus. ich weiss auch nicht warum man die Belkaw immer als die heilsbringende Konstante darstellt.
      Eher Verbraucherunfreundlich