Nach knapp 30 Jahren geht Pfarrer Jörg Schmidt in den Ruhestand, seine Stelle im Gemeindezentrum Herkenrath wird nicht nachbesetzt. Das nimmt die Evangelische Kirche zum Anlass, die Strukturen der Gemeinde in Bensberg, Herkenrath, Kippekausen, Frankenforst und Refrath neu zu ordnen. Statt der Bezirke stehen künftig die Aufgaben im Vordergrund, die Gemeinde wächst enger zusammen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Ev. Kirchengemeinde Bensberg

Die Evangelische Kirchengemeinde Bensberg geht weit über die Schlossstadt hinaus, ihre vier Bezirke umfassen neben Bensberg die Stadtteile Refrath, Kippekausen/Frankenforst und Herkenrath (wozu auch Dürscheid und Immekeppel gehören). Nun verliert die Gemeinde im Gemeindezentrum Herkenrath Anfang Juni den langjährigen Pfarrer Jörg Schmidt, der in den Ruhestand geht.

+ Anzeige +

Da die evangelische Kirche unter Nachwuchsmangel und zurückgehenden Steuereinnahmen leidet greift in Herkenrath jetzt der Pfarrstellenrahmenplan des Kirchenkreises, der dafür sorgt, das die knappen Pfarrstellen solidarisch verteilt werden. Mit der Folge, dass die Stelle von Schmidt nicht wieder besetzt wird.

Zur Person: Jörg Schmidt, geb. 19.7.1959, war vom 29.1.1995 an Pfarrer in unserer Kirchengemeinde und damit seit über 29 Jahren zuständig für die evangelische kirchliche Arbeit im Bezirk Herkenrath. Darüber hinaus war er auf der Ebene des Kirchenkreises tätig in der Notfallseelsorge, im Arbeitskreis Konfirmandenarbeit und für die Partnerschaft mit Kalungu (Demokratische Republik Kongo) sowie als Abgeordneter für die Landessynode der Ev. Kirche im Rheinland (EKiR).

Wer ist künftig mein Ansprechpartner?

Kein Wunder also dass Gemeindeglieder in Herkenrath befürchten, dass die vielfältigen Angebote nicht von den verbleibenden Pfarrer*innen und Ehrenamtlichen allein gestemmt und koordiniert werden können. Vor allem die Frage „Wer ist denn dann künftig mein Ansprechpartner?“ wird vor Ort gestellt.

Die Gemeinde hat jedoch bereits ein zukunftsfähiges Konzept erstellt, um die Gemeindearbeit und pfarramtliche Versorgung in allen Bezirken einschließlich Herkenrath zu gewährleisten.

Dazu hat der Strukturausschuss der Kirchengemeinde seit mehr als einem Jahr intensiv gearbeitet, mit Unterstützung einer externen Unternehmensberaterin.

Zur Sache: Der Bezirk Herkenrath …

… meint immer auch Dürscheid und Immekeppel mit und ist einer von vier Bezirken der Evangelischen Kirchengemeinde Bensberg (neben Refrath, Kippekausen / Frankenforst und Bensberg). Die Gemeindearbeit in Herkenrath ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl engagierter Ehrenamtlicher, gut besuchte Gottesdienste, eine intensive Arbeit an den örtlichen Schulen, eine umfangreiche Jugendarbeit unter der Leitung von Britta Gramstat und gefördert durch den Verein „Ev. Jugendförderung Herkenrath e.V.“, eine gute ökumenische Zusammenarbeit mit den kath. Nachbargemeinden sowie zahlreiche Gesprächs- und Aktionsgruppen.

Zur Sache: Der Strukturausschuss …

… ist ein Unterausschuss des Presbyteriums. Er hat schon zum Ruhestand von Pfr. Pöttgen (2013) erfolgreich die Gemeindearbeit neu strukturiert. Ihm gehören aus den vier Gemeindebezirken jeweils die Pfarrer*innen und weitere Hauptamtliche sowie mindestens ein Presbyter oder eine Presbyterin aus jedem Bezirk gleichberechtigt an.

Gemeindeglieder und Mitarbeitende wurden in zwei Workshops sowie einer Gemeindeversammlung einbezogen, ihre Fragen und Vorschläge fanden Berücksichtigung. Das Presbyterium als Leitungsgremium fasst auf dieser Basis die entsprechendem Beschlüsse.

Eine Gemeinde, die miteinander unterwegs ist

Gemäß unserem Motto „Unterwegs – gemeinsam im Glauben“ gehen wir mit dem Konzept entscheidende Schritte in Richtung Zukunft:

• Wir orientieren uns künftig kaum noch an den bisherigen Bezirksgrenzen, sondern verstehen uns als eine Gemeinde, die füreinander da und miteinander unterwegs ist.

• Die Pfarrer*innen und anderen Hauptamtlichen sind nicht mehr für „ihren“ Bezirk zuständig, sondern für einen Arbeitsschwerpunkt, den sie für die gesamte Gemeinde koordinieren und verantworten (sog. „Aufgabensicht“ im Gegensatz zur bisherigen „Bezirkssicht“)

• Bereits in diesem Sinne in Umsetzung begriffen sind ein gesamtgemeindlicher Predigtplan (alle Pfarrer*innen und ehrenamtlichen Prädikant*innen sind an allen Gottesdienststätten aktiv) sowie die Konfirmanden- und Seniorenarbeit

Weitere vorgesehene Aufteilung der Arbeitsfelder finden Sie im Anhang unten, die Umsetzung startet im Juni.

Zur Sache: Das Leitbild von 2008

Das Motto ist Teil unseres Leitbildes, wie es im Rahmen unserer Konzeption von 2008 entwickelt wurde. Zitat aus der Konzeption: „Die Leitbilder der Bezirke der Evangelischen Kirchengemeinde Bensberg bilden die Grundlage für das Leitbild der Gemeinde: ‚unterwegs – gemeinsam im Glauben‘

Unterwegs sind wir als Kirchengemeinde, indem wir uns den Herausforderungen unserer sich wandelnden Gesellschaft stellen. Mit den Christen in aller Welt setzen wir uns für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein.

Gemeinsam erleben und gestalten wir unsere Kirchengemeinde als Ort der Begegnung und der lebendigen Gemeinschaft. Hier finden wir Geborgenheit und Halt, Kraft und Orientierung. Wir laden herzlich ein, an unserer Gemeinschaft teilzuhaben.

Im Glauben leben heißt für uns, auf Gott zu vertrauen. Durch Jesus Christus haben wir Teil an Gottes Liebe und sind gerufen, seine froh- und freimachende Botschaft in Wort und Tat zu leben und weiterzusagen. Dieses Leitbild drückt unser Selbstverständnis aus und soll Maßstab unseres Handelns sein. Es ist Zuspruch und Anspruch an uns als evangelische Kirchengemeinde.“

Das Thema „Aufbruch/Umstrukturierung“ betrifft also nicht nur die Herkenrather*innen, sondern auch die Menschen in Refrath, Frankenforst und Bensberg, denn die nötigen Anpassungen wirken sich in unserer gesamten Gemeinde mit allen Bezirken aus.

Das ändert sich konkret

Gottesdienste: Es werden weiterhin regelmäßige Gottesdienste in Herkenrath angeboten (fast so viele wie bisher), eine Schließung des Gemeindezentrums ist nicht vorgesehen!

Im Detail: Künftige Gottesdienste in Herkenrath und Bensberg

• 1. und 3. Sonntage im Monat: Klassische Gottesdienste an beiden Standorten jeweils um 9.30 Uhr (Herkenrath) und 11 Uhr (Bensberg). Durch die neue Uhrzeit ist es möglich, dass nur je ein*e Prediger*in beide Gottesdienste hält.

• 2. und 4. und ggf. 5. Sonntage im Monat: “Besondere, gemeinsame” Gottesdienste für Herkenrath und Bensberg (Familien-/ Gesprächs-/ Konfi-Gottesdienst, …), jeweils um 11 Uhr. Sie finden abwechselnd an einem der beiden Standorte statt und die Gemeindeglieder vom anderen Standort werden dorthin eingeladen. Somit haben sowohl die Herkenrather als auch die Bensberger einen Gottesdienst pro Monat weniger als früher.

• Das Konzept beginnt nach den Sommerferien 2024, eine ergebnisoffene Evaluation des neuen Konzepts (einschließlich der neuen Uhrzeiten) wird im Sommer 2025 stattfinden.

Amtshandlungen: Anfragen zu Taufen und Trauungen sollen künftig zunächst in den Pfarrbüros vorgeklärt werden (Koordinierung von Termin/Ort/gewünscht.Liturg*in); im 2. Schritt Anfrage an die betreffende Pfarrperson.

Beerdigungen: übergangsweise bleibt es bei einer bezirklichen Zuständigkeit und Durchführung, das Gebiet Herkenrath/Dürscheid/Immekeppel wird zunächst auf die verbleibenden Pfarrpersonen aufgeteilt. Im Laufe des Jahres soll ein neues, nachhaltiges Konzept für Beerdigungen erarbeitet werden, unter Einbeziehung der Erfahrungen anderer Kirchengemeinden.

Hilfe in der Übergangszeit: In Aussicht gestellt ist eine Pfarrperson, die uns befristet für ein Jahr bei der Umsetzung und Weiterführung des Konzepts unterstützt („PDÜ“).

Zur Sache: Pfarrdienst im Übergang (PDÜ)

Der Pfarrdienst im Übergang wird wahrgenommen von Pfarrerinnen und Pfarrern mit einer Zusatzqualifikation, die darin geschult sind, Gemeinden in Übergangszeiten zu unterstützen, z.B. durch Entlastung im Predigtdienst und die Moderation von Strukturprozessen und Evaluationen.

Die Ziele der Umstrukturierung sind klar: die Menschen im Bereich unserer Gemeinde weiterhin gut zu begleiten und in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und sprach- und handlungsfähig zu bleiben.

Anhang: Verteilung Arbeitsfelder und Aufgaben

  • Betreuung der Altenheime (Gottesdienste und Seelsorge in den Heimen): Robert Dwornicki
  • Seniorenarbeit (Begleitung und Vernetzung der Seniorenkreise, Rentner-Café): Rainer Beerhenke
  • Koordination Bildungsarbeit (Konzerte, Ausstellungen, Vorträge, Gemeindeseminare, interne Fortbildungen): Birgit Dwornicki
  • Durchführung von theol./geistlichen Gemeindeseminaren: Robert Dwornicki, Marion Rauber
  • Taizé-Freizeit: Marion Rauber
  • Bibel- und Hauskreise: Robert Dwornicki
  • Musik (innergemeindliche Projekte): Marion Rauber
  • Besuchsdienste und Diakonie: Julia Krämer-Walter
  • Öffentlichkeitsarbeit (Werbung, Kommunikation nach innen und außen, Social Media, Stadtteilarbeit): Birgit Dwornicki und Kristina Scharnke
  • Angebote für Kinder: Britta Gramstat, Larissa Schmitz
  • Jugendarbeit: Larissa Schmitz, Samuel Dörr
  • Kitas/Familienzentrum Engel: Silke Geissler, Larissa Schmitz
  • Konfirmandenarbeit: Marion Rauber, Samuel Dörr
  • Grundschulen (Koordination Schulgottesdienste, Ansprechpartner): Rainer Beerhenke
  • Weiterführende Schulen (Koordination Schulgottesdienste, Ansprechpartner): Samuel Dörr
  • Gottesdienste: alle Pfarrer*innen halten in allen Kirchen der Gemeinde Gottesdienste, ergänzt durch die Prädikant*innen und den Diakon

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.