Die objektgewordene Kölner Leichtigkeit: Ein Teppich aus Konfettischnipseln von Klaus Altmann (1942–2021), "Les Fleurs du Mal", 1991. Links daneben die Skulptur "o.T", 1995, gemacht aus Seidenpapier von Elke Wercha (*1961).Veröffentlicht inKultur
Paper / Elements: Kunst aus Papier und die vier Elemente
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Fotos: Thomas Merkenich. Text: Antje Schlenker-Kortum
Die neue Ausstellung in der Villa Zanders „Paper / Elements“ widmet sich den vier Elementen: Feuer, Wasser, Luft und Erde – aus Papier. Gezeigt werden Werke von rund 40 Künstlerinnen und Künstlern – und setzt damit viele Schätze des Kunstmuseums gekonnt in Szene.
Feuer, Wasser, Erde, Luft – und Kunst aus Papier – Museumsdirektorin Ina Dinter sagte in ihrer Eröffnungsrede, als ihr die Idee zur Ausstellung kam, sei sie erstaunt gewesen, wie leicht sich die Elemente mit dem Werkstoff Papier und mit den Kunstwerken der Sammlung verbinden lassen.
Dabei fasst sie den Begriff der Elemente im weitesten Sinn: Mal würden die realen Elemente durch experimentelle Materialuntersuchungen erforscht, mal durch bildliche Darstellungen in das Kunstwerk integriert. Einige Arbeiten bezögen sich direkt auf die vier Elemente, während andere einen assoziativen Zugang eröffnen würden.
Die Sammlung der Villa Zanders umfasst rund 500 Werke international und regional bekannter Künstler – die meisten Werke sind gemacht aus Papier – darunter Collagen und Décollagen, Prägedrucke, Reliefs und Papierschnitte, Buchwerke, Skulpturen und Rauminstallationen.
Zu den Künstler:innen zählen Bernard Aubertin, Mary Bauermeister, John Cage, Tina Haase, Oskar Holweck, Jenny Holzer, Wolfgang Mally, Robert Rauschenberg, Takako Saito, Regine Schumann, Yoko Terauchi, Günther Uecker und Timm Ulrichs. Ein großer Teil der Werke wurde mit Hilfe von Förderungen und Stiftungen angekauft; viele Exemplare sind Schenkungen vom anderen Sammlungen – oft von den Kunstschaffenden selbst.
Wiederkehr der Elemente
Die neue Ausstellung Paper / Elements setzt gekonnt die musealen Schätze in Szene. Dabei geht es mehr als um Eitelkeit – es geht um den Bildungsauftrag eines Museums: Gerade die älteren Kunstwerke stehen auch für ihre Zeit, in der sie entstanden sind – ein Großteil der vergleichsweise jungen Sammlung stammt aus den 60ern.
Die Sammlung Zanders wird regelmäßig unter einer bestimmten Themenstellung ausgestellt. So wird immer wieder ein neues und aktuelles Licht auf das Einzelwerk der Kunstschaffenden, auf die Sammlung insgesamt und auf die Gesellschaft geworfen.
Das Thema Elemente passt zu den existentiellen Fragestellungen und experimentellen Arbeitsweisen der Künstler der 60er – die heute wie kaum eine andere Zeit für eine Aufbruchstimmung stehen. Und auch die neueren Werke fächern das uralte Thema überraschend weit und zeitgenössisch auf; es gibt kritische und humorvolle Perspektiven.
So gesehen könnte diese Ausstellung einen Kommentar zu den gefühlt omnipräsenten Ängsten der Gegenwart darstellen; Museumsdirektorin Dinter „Die vier Elemente haben seit den 1960er Jahren in der modernen Kunst eine zentrale Rolle eingenommen. Diese Wiederkehr der Elemente spiegelt sich in der Auseinandersetzung mit Umweltzerstörung und der Materialität von Kunst wider.“
Die Werke wurden nicht nur nach Elementen geordnet – sie wurden zueinander in Beziehung gesetzt. So sind die Ausstellungsgäste eingeladen, den Kunstschaffenden auf eine spannende Zeitreise zu folgen, sich in Beziehung zu setzen und selbst die Elemente zu erforschen.
Kleiner Rundgang (Auswahl)
Foto: Thomas MerkenichEin dunkler Raum birgt einen vibrierenden Sternenhimmel – eine eigens für Villa Zanders entstandene Arbeit: “Schwerelos X”, 2004. von Regine Schumann (*1961). Foto: Thomas Merkenich
Bild links: Wolfgang Mally (*1952) findet man in allen Elementen; er ist eine Schlüsselfigur dieser Ausstellung. Wie ein Forscher hält er die Spuren der Zeit fest. In dokumentarischer Manier führte er die Untersuchungen an identisch großen Papierquadraten durch – beispielsweise in dem Werk “Papier in der Erde”, 0-71 Tage, 1978. Bild rechts: In “Schwefelhölzer auf Papier, 1-100, Quantität-Zeit” 1777/78 untersuchte Mally die Auswirkungen von angezündeten Streichhölzern (links).Mehrere halbrunde Objekte der Künstlerin Anna Goebel (*1951). Erdhalbkugeln, die die vielen Schichten der Erde offenlegen. Aus dem Zyklus “Revealed I und II”, undatiert. Objekt daneben: Tina Haase (*1957) Stratigraphie, 2010 – auch hier geht es um das Erdinnere. Foto: Thomas MerkenichGrausame Inhalte, großzügig geschwärzt – die sechsteilige Serie “Top Secret, 2012” der US-amerikanischen Künstlerin Jenny Holzer (*1950) befasst sich mit den Kriegsverbrechen der USA während der Golfkriege. Die freigegebenen geheimen Dokumente offenbaren, dass US-amerikanische Soldaten Waterboarding als Verhör- und Foltermethode angewandt hatten. Holzer. Foto: Thomas MerkenichLinks: Bastian Hoffmann (*1983) macht Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die die Herstellung scheinbar unnützer Objekte zeigen. In “how to turn your work place into a sheet of paper” zeigt er auf humorvolle Art und Weise, wie er aus seinem privaten Arbeitsplatz einen Bogen Papier herstellt. Papersheet, 2018. Frontale Wand: Pavlos (*1930) “Marine 2”, 1988. Foto: Thomas MerkenichLiliane Csuka (*1935) arbeitet häufig mit Materialien, die mit dem Thema der Kommunikation in Verbindung stehen. In memoriam (Asche), 2001 benutzt sie Tageszeitungen, die sie in schwarze Polaroid-Kassetten klebte. Foto: Thomas MerkenichSkulptur rechts: Michael Kortländer “Modul – Skulptur”. Wandobjekte rechts: Jiří Hilmar, “o.T.” (Relier). Foto: Thomas Merkenich
James Ensor war ein belgischer Schriftsteller, Komponist, Musiker, Maler und Grafiker – ein radikaler Erneuerer. Er gilt heute als Wegbereiter der Moderne, und entzieht sich einer eindeutigen Stilzuordnung. Die Ausstellung im Kunstmuseum Villa Zanders bietet die Entdeckung der altmeisterlichen und zugleich karikaturesken Welt eines Nonkonformisten.
Die neue Ausstellung im Basement16 ist eine Retrospektive zum 90. Geburtstag von Eckard Alker. Sie zeigt Malerei und Grafik, Rückblicke aus den vergangenen 40 Jahren seines künstlerischen Schaffens. Und das Kunststück gelang: Die Vernissage in der Galerie in Bensberg stieß auf große Resonanz – ein Lehrstück in aufrichtiger Kunst und gelebter Authentizität.
Die Fotografen Hartmut Schneider und Christoph Gerhartz zeigen ihre Arbeiten im neuen Kulturort in Heidkamp – gegensätzlicher kann Fotografie kaum sein: Schneider zeigt Dokumentarfotos, die ungeschönt und entlarvend sind. Gerhartz inszeniert traumhafte, cineastische Dystopien. Beide verbindet ein scharfsinniger Blick auf menschliche Gefühlswelten.
Die Wanderausstellung „Botschaften für Inklusion“ macht Perspektiven und Wünsche von Menschen mit und ohne Behinderungen sichtbar. Sie ist bereits im Bensberger Rathaus und ab Freitag auch in der Servicestelle InBeCo in der Innenstadt zu sehen. Alles begann mit einem Flashmob in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone.
In der Ausstellung „! MenschSein“ präsentieren die Fotografen Hartmut Schneider und Christoph Gerhartz in den Lux-Hallen Werke, die den Blick auf unsere Existenz aus verschiedensten Perspektiven und Jahrzehnten bis in die Gegenwart hinein beleuchten.
Die zwei Ausstellungsräume im Partout sind ausschließlich mit blauen Bildern bestückt. Wer glaubt, das sei bloß eine ästhetische Spielerei, liegt nicht ganz falsch – und genau darin liegt der Knackpunkt. Die junge Ausstellungsreihe „Sideways“ lädt zur Vernissage der Künstlerin Jovita Majewski in die Herkenrather Galerie Partout.
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ist der Fotograf des Bürgerportals. Mittlerweile wohnt er „im schönen Kürten" und liebt das Bergische Land. Aber das sieht man seinen Fotos ja auch an. Mehr Infos auf seiner Website www.thomas-merkenich.de
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