Für den AdK wurde Kunst nach Marijampole befördert. Foto: HHGL

 Vor 35 Jahren ist Bergisch Gladbach eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Marijampole in Litauen eingegangen, damals noch hinter dem Eisernen Vorhang. Und seit mittlerweile 30 Jahre gehen Hilfstransporte in die Partnerstadt. Und sind wichtiger denn je.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Humanitären Hilfe Bergisch Gladbach

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Bereits seit Anfang der 80er Jahre bemühte sich die Stadt Bergisch Gladbach auf vielfältige Weise darum, freundschaftliche Verbindungen zu einer Stadt in einem Staat des damaligen Warschauer Paktes einzugehen. Der Kontakt zu Marijampole ist erstmals am Rande des Hansetages in Köln im September 1988 entstanden. Damals bekundeten die Vertreter aus der Stadt Kapsukas – so hieß Marijampole von 1955 bis März 1989 – gegenüber dem damaligen Bürgermeister Krey, sowie dem damaligen Stadtdirektor Fell das Interesse an einer Partnerschaft mit Bergisch Gladbach. 

Im August 1989 besuchte eine Delegation aus Bergisch Gladbach unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Franz Heinrich Krey die Stadt Marijampole und unterzeichneten die Partnerschaftsvereinbarung. Der Rat der Stadt Bergisch Gladbach stimmte in einer Sitzung im geleichenen Monat einstimmig dem Partnerschaftsvertrag zu. 

Nach einem Schüleraustausch zwischen den beiden Städten entwickelte sich bei einigen Pfarrgemeindemitgliedern in der Pfarrgemeinde Bensberg-Moitzfeld die Idee, mit einem Hilfstransport nach Marijampole zu fahren, um den dortigen Bistumscaritasleiter Pfarrer Arvydas Liepa zu unterstützen.

Daraufhin machten sich bereits 1994 vier Hilfstransporteure mit einem Transit und einem Anhänger mit 500 kg Lebensmittel auf den damals beschwerlichen Weg nach Marijampole auf. Die Vier gaben dort das Versprechen ab, wieder zu kommen und weiter in Marijampole zu helfen. 

In diesem Jahr fuhr der versprochene 30 Hilfstransport nach Marijampole mit der doppelten Anzahl von Hilfstransporteuren wie vor 30 Jahren. Symbolisch war auch ein Anhänger mit etwa 500 kg Hilfsgütern dabei, sowie ein vollgefüllter 7,5 Tonner. 1.431 km legte die Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach e.V. (als Nachfolgeverein des ursprünglichen Hilfskomitees Litauen-Weißrussland aus Moitzfeld-Bensberg) unter Leitung des 1. Vorsitzenden Ulrich Gürster mit erstmaliger Begleitung der Humanitären Hilfe Overath e.V. mit dem 1. Vorsitzenden Norbert Kuhl zurück.

Geschlafen wurde im Fahrzeug während der Fahrt und gegessen in den Tankpausen, denn es sollte kein Ausflug, sondern ein Hilfstransport sein.

„Nicht viele halten 30 Jahre durch“

Die Freude der Ankunft war bei der stellvertretenen Caritasleiterin im Marijampole, Giedre Wolff, sehr groß. Zahlreiche Bananenkartons mit diversen Textilien, Rollstühle, Rollatoren, Lebensmittel u.v.m. wurden abgeladen.

Der jetzige Bistumscaritasleiter Pfarrer Gintaras Urbstas erwähnte lobend: „Nicht viele halten 30 Jahre durch und wir freuen uns umso mehr über die entstandenen Freundschaften in beiden Städten. In vielen Dörfern herrscht aber auch heute, trotz der EU-Mitgliedschaft, noch große Not bei den Menschen, hauptsächlich bei den Älteren. Dank der Hilfe aus Bergisch Gladbach kann diese Not ein wenig gelindert werden.“ 

In Marijampole wurden die Hilfstransporteure im Rathaus durch den Bürgermeister Povilas Isoda und dem stellvertretenden Bürgermeister offiziell empfangen. Ulrich Gürster überreichte beiden mitgebrachte Geschenke aus Bergisch Gladbach mit einem netten Gruß vom Bürgermeister Frank Stein und den Gladbachern Bürgern.

BM Isoda erhielt von Ulrich Gürster auch den diesjährigen Prinzenorden 2023/2024 mit besten Grüßen von Prinz Andreas I. von der “Grossen Bensberger KG“ überreicht. Es entstand ein reger Austausch von Ideen der Intensität der Städtepartnerschaft.

Fahrplan für einen Schüleraustausch

So wurde ein Fahrplan zu einem Schüleraustausch und einem Basketballturnier zwischen den beiden Städten erstellt. Abschließend gratulierte und würdigte Bürgermeister Isoda die langjährige vielfältige Unterstützung: „Ich freue mich sehr die Humanitäre Hilfe Bergisch Gladbach und auch erstmalig die Humanitäre Hilfe Overath im Rathaus hier in Marijampole zu empfangen. Es ist heutzutage nicht mehr alltäglich, so viel Zeit und Engagement für andere Menschen in anderen Ländern zu investieren“, und schaute augenzwinkernd nach links und rechts zu den beiden Vorsitzenden Gürster und Kuhl.

Beide Vorsitzenden versprachen, wie vor 30 Jahren bereits versprochen, individuell weiterzuhelfen. Mit einem litauischen Präsent wurden die acht Hilfstransporteure verabschiedet. Aus Marijampole sollte es dann für die Hilfstransporteure beider Vereine weiter in die Ukraine gehen, um dort einen Feuerwehrwagen, Stromgeneratoren, Tourniquets, Lebensmittel etc. zu übergeben. Aber das ist eine andere Geschichte. 

Weitere Informationen über beide Vereine erhalten Sie auf der jeweiligen Homepage: www.hh-gl.de und www.hhov.de.

Gerne können Sie uns auch finanziell mit einer Geldspende zum Kauf von weiteren Hilfsgütern auf dem gemeinsamen Spendenkonto unterstützen:

Pax Bank Köln
IBAN: DE93 3706 0193 0032 5620 27. 

Seit 1994 engagieren wir uns in Litauen und Weißrussland bzw. Belarus. Diese Zeit ist nicht nur geprägt von materieller Hilfe, sondern auch von Freundschaft, Nächstenliebe und Solidarität mit den Menschen jenseits der auch heute zum Teil noch wenig durchlässigen Grenzen. Um auch zukünftig die...

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  1. Das ist wirklich interessant, aber nicht so sehr, was berichtet wird, sondern, was nicht berichtet wird oder wie es geschieht.
    Information durch Verschweigen? Das hat einen totalitären Beigeschmack, ist aber vor allem eine Mißachtung von Bürgern unserer Stadt, z.B. von Schülern und Lehrern des AMG Bensberg, Mitarbeitern der Stadtver-waltung und der Chorgemeinschaft Zanders. Und Herr Liepa war 1993 als Kaplan in Bergisch Gladbach, weil ich das ihm ermöglichte. Die ev Kirchengemeinden in Refrath und Marijampole werden nicht einmal erwähnt.
    Nur nebenbei: die KSK und die Fa. Knauber ermöglichten es, daß ich in deren Räum-lichkeiten jeweils eine Ausstellung für Künstler aus Marijampole ausrichten konnte. Wenn man also Lobeshymnen singt, sollte gründlicher recherchiert werden.
    Oder ist Geschichtsklitterung inzwischen “normal”?