Im Supermarkt in Sand wurden durch Pfandbons seit 2021 mehr als 10.000 Euro gesammelt. Foto: Thomas Merkenich

Jochen Gippert hat im Edeka-Markt in Sand eine Pfandbon-Sammlung ins Leben gerufen. Oft handelt es sich nur um kleine Beträge, die einzelne Kunden spenden. Doch insgesamt kamen seit 2021 mehr als 10.000 Euro zusammen. Das Geld kommt regelmäßig lokalen Kitas, Schulen und Vereinen zugute. Der Rentner hofft auf Nachahmer.

Meist sind es nur Cent-Beträge. Für ein paar leere Flaschen oder Getränkedosen spuckt der Pfandautomat einen Bon aus, der an der Kasse in Bargeld umgewandelt wird. Oder der Bon landet in einer Spendenbox, die in vielen Supermärkten neben dem Pfandautomaten angebracht ist. Mit der Zeit summieren sich die Cent-Beträge und die Bons – und werden dann Vereinen oder Institutionen gespendet. 

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Auch in der Edeka-Filiale in Sand gibt es eine solche Pfandbon-Sammlung. Initiiert wurde diese im Frühjahr 2021 von Jochen Gippert. Kürzlich hat er damit die Gesamt-Summe von 10.000 Euro überschritten. 

Jochen Gippert hatte die Pfandsammlung für den Supermarkt in Sand initiiert. Foto: Kathy Stolzenbach

„Kleinvieh macht auch Mist“, sagt der 74-Jährige lakonisch. Der durchschnittliche Wert der gespendeten Bons betrage rund 70 Cent. Das ist nicht viel für den Einzelnen. In Summe kommen aber regelmäßig Hunderte Euro für Kitas, Schulen oder Sportvereine zusammen. Diese schaffen davon beispielsweise Spielsachen, Bücher oder Möbel an.

Aktuell wird für die Grundschule in Sand gesammelt. „Der lokale Bezug ist mir wichtig. Es sollen Einrichtungen hier vor Ort unterstützt werden“, sagt Gippert. Vor einigen Jahren hatte er auf einer Urlaubsreise in einem Geschäft in Bayern eine Spendenbox für Pfandbons entdeckt. In seinem heimischen Supermarkt in Sand vermisste er bis dato eine solche Aktion. 

Erste Sammlung für das Naturfreundehaus Hardt

Nach seiner Rückkehr schlug Gippert dem Inhaber der Edeka-Filiale in Sand vor, die Pfandbon-Sammlung dort zu übernehmen. Bei Markus Hetzenegger stieß er sofort auf offene Ohren: „Ich hatte so etwas schon länger vor, aber bisher nicht umgesetzt. Manchmal braucht man einfach jemanden, der einen ein bisschen anstupst“, sagt Hetzenegger. 

Markus Hetzenegger in seinem Edeka-Markt in Sand. Foto: Thomas Merkenich

Im April 2021 ging es schließlich los: Markus Hetzenegger montierte einen Holzbriefkasten neben dem Pfandautomaten, Jochen Gippert formulierte einen Text, der das Spenden-Prozedere erklärt, laminierte ihn ein und die Sammlung nahm ihren Lauf. 

Die ersten Spenden gingen an das Naturfreundehaus Hardt. „Es war noch mitten in der Corona-Zeit und das Naturfreundehaus steckte wegen der langen Schließung in finanziellen Schwierigkeiten“, erinnert sich Gippert. Nach nicht einmal zwei Monaten waren schon weit über 400 Euro zusammengekommen.

Jochen Gippert kümmert sich allein um die Sammlung. Einmal pro Woche leert er die Spendenbox und löst die Bons an der Kasse ein. Solange, bis eine Summe von rund 500 Euro erreicht ist. „Das dauert im Schnitt acht bis zwölf Wochen“, sagt Gippert. Dann wird das Geld als Spende an den Förderverein der Schule oder Kita, an die Tafel oder den Sportverein ausgezahlt. 

Das ist ein toller Verdienst von Jochen GippertMarkus Hetzenegger

Gippert führt eine Spendenstatistik und heftet alle Kassenzettel, Belege und Spendenquittungen penibel in einem Ordner ab, sortiert nach den jeweiligen Institutionen, für die gesammelt wird. Auch einige Danksagungen der Empfänger – etwa der Kita Ferrenbergstraße finden sich darunter. 

Ein paar Mal hat Gippert auch schon Zettel in der Spendenbox gefunden: „Könnten Sie auch mal für uns sammeln?“, hatte etwa der Förderverein vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gefragt. Im Dezember 2022 konnte Gippert diesem dann eine Spende in Höhe von 535,43 Euro überreichen. 

Aktuell wird für die GGS Sand gesammelt

In der Filiale in Sand ist der Rentner gut bekannt, wird von der Kassiererin und dem Leiter der Getränkeabteilung gegrüßt, als er den Laden betritt. Ein junger Mann, der einige Flaschen in den Pfandautomaten geschoben hat, drückt Gippert anschließend seinen Bon in die Hand: 1,75 Euro. „Die spende ich gern. Das Leergut lag bei mir zu Hause schon eine Weile rum.“ Die GGS Sand kann sich demnächst über die Spende freuen.

„Das ist ein toller Verdienst von Jochen Gippert – und von unseren Kunden“, sagt Markus Hetzenegger, der dankbar für das Engagement ist. „Ich wünsche mir noch mehr Nachahmer für die Aktion“, sagt Gippert. „Eigentlich könnte das doch in jedem Supermarkt gemacht werden.“

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Schön, zu lesen, dass und wo die kleinen Spenden ankommen. Und vor allem, wie viel bereits gesammelt wurde. Gerne wandert weiterhin der ein oder andere Pfandbon in den Kasten.

  2. Das finde ich eine ausgesprochen tolle Idee die lokalen Schulen und Kindergärten zu unterstützen. Leider ist in Schildgen nur bei Netto und Aldi eine Möglichkeit der Pfandflaschenabgabe. Ich würde meine Bons sonst auch spenden, vor allen Dingen wenn ich weiß, dass dieses Geld auch genau bei dem genannten Projekt ankommt. Super!

    1. Spenden Sie gerne einen Geldbetrag Ihrer Wahl an eine Kita o.ä.
      Da muss man nicht unbedingt den Umweg über den Pfand gehen. Dann bekommen Sie auch noch eine Spendenbescheinigung und können diese von der Steuer absetzen.

  3. Einige wenige MACHEN DEN UNTERSCHIED
    Chapeau ! Gerade in trostarmen Zeiten
    Danke Herrn Gippert und dem EdekaMarkt in Sand (der unermüdlichen Familie Hetzenegger )