In einem Raum des Miyummy sitzen Gäste auf Kissen auf dem Boden. Fotos: Redaktion

Im japanischen Restaurant an der Odenthaler Straße bestellen die Gäste ihr Essen per Tablet, das ein Roboter in Katzengestalt zu den Tischen bringt. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sich ein Besuch im Miyummy lohnt. Wir haben uns quer durch die Karte getestet und viele Gerichte probiert. Die werden frisch zubereitet. Von Menschen.

Ich gebe zu: Mit japanischer Küche habe ich lange Zeit vor allem Sushi, rohen Fisch und Meeresfrüchte verbunden. Und da ich Fisch noch nie mochte, gab es für mich keinen Grund, japanisch essen zu gehen. Bis mich eine Freundin dazu überredete. 

Was soll ich sagen: Ich war sehr positiv überrascht und lernte, dass es bei „Miyummy“ nicht nur viele vegetarische Sushi-Varianten gibt, sondern auch darüber hinaus eine große Auswahl an fisch- und fleischlosen Gerichten gibt. Als ich meinen Freundinnen davon erzähle, verabreden wir uns dort für unseren nächsten gemeinsamen Abend.

An einem Samstagabend betreten wir um 18 Uhr das Miyummy, das sich in einem Eckhaus an der Kreuzung Odenthaler Straße/ Am Mühlenberg am Rande der Innenstadt befindet. Wir sind überrascht, dass es bereits recht voll ist. Raumteiler in Holzoptik gliedern das Restaurant in verschiedene Bereiche. Einige Tische umrahmen sie so, dass gemütliche Nischen entstehen.

Unser reservierter Tisch liegt im hinteren Teil. Wir sitzen auf grünen Lederstühlen mit runder Lehne und Goldrand. „Super schönes Ambiente“, findet Julia. Wir waren alle noch nie in Japan, aber Raumgestaltung und Deko lassen uns an diesem Abend in die Ferne reisen. 

Schon beim Eintreten ist der Roboter-Kellner an uns vorbeigefahren. Den kenne ich noch von meinem früheren Besuch, freue mich aber trotzdem schon auf dieses unterhaltsame Extra. Dazu sollte man wissen: Die Gäste im Miyummy werden nicht ausschließlich vom Roboter bedient. Er unterstützt das menschliche Personal lediglich. Begrüßt werden wir von einer sehr freundlichen Kellnerin, die uns das Prozedere erklärt. 

Grundsätzlich können Gäste zwischen „all you can eat“ und Essen „á la carte“ wählen. Dabei müssen sich alle Personen eines Tisches für eine der beiden Varianten entscheiden. Weil wir möglichst viel probieren wollen, wählen wir „all you can eat“ für 30,90 Euro pro Person (dienstags bis donnerstags 29,90 Euro, die Lunchversion von 12 bis 15 Uhr kostet 19,90 Euro. Für Kinder gibt es Ermäßigungen.).

Wir haben nun 2,5 Stunden Zeit, in denen wir zwölf Runden bestellen können – theoretisch. In der Praxis „schaffen“ wir das nicht einmal annähernd. Pro Runde kann jeder Gast bis zu fünf kleine Gerichte auswählen. Zwischen den Runden gibt es eine wenigstens zehnminütige Bestellpause. Klingt kompliziert, aber das Tablet, über das wir bestellen, zeigt uns an, wie viele Gerichte, Runden und Zeit noch übrig sind. 

Obwohl es hektisch anmutet: Wir haben genügend Zeit, um die Gerichte zu studieren, auszuwählen, zu essen – und dabei noch zu quatschen. Was ich sehr sympathisch finde: Bei der Bestellung werden Gäste darauf hingewiesen, bitte nur so viel zu bestellen, wie man auch realistischerweise essen kann. Bleibt viel übrig wird ein Aufpreis berechnet. Ein sinnvolles Mittel gegen Lebensmittelverschwendung. 

Kellner auf Rollen

Unsere Freude ist groß, als der Roboter mit Katzen-Gesicht und großen Klimper-Augen an unseren Tisch rollt. „Der kommt aber nah“, entfährt es Pia. „Ihre Bestellung ist da“, sagt eine Stimme. Unsere Tischnummer leuchtet auf dem Display und die jeweilige der vier Etagen, auf der die für uns bestimmten Gerichte stehen. Sobald wir alles entnommen haben, drücken wir auf dem Display auf „Fertig“, die Katzenaugen blinken, lächelnd bedankt sich der Roboter – und fährt davon. 

Auch wenn jede für sich bestellt: Wir stellen alle Gerichte in die Mitte und probieren querbeet. Schon in der ersten Runde machen wir einige Favoriten aus: Etwa den Avocado-Salat mit Sesam und einem großartigen Tahini-Dressing. In der zweiten Runde bestellen wir den Salat gleich noch viermal.

Die Edamame und die gebratenen, köstlich marinierten Champignons kommen ebenfalls sehr gut bei uns an. Das Kimchi ist gut gewürzt und nicht zu scharf, Lisa lobt die Gamba-Spieße und Pia die Hähnchen-Spieße mit Teriyaki-Soße.

Persönliche Tops und Flops

Ob Fisch, Fleisch oder Gemüse: Alles schmeckt frisch und wird „super appetitlich angerichtet“, urteilt Julia. Sie isst häufiger Sushi. Im Vergleich empfindet sie die Auswahl „nicht so ausgefallen“ wie in manchen anderen Läden, was sie aber nicht stört, da es hier noch so viele andere Gerichte zum Probieren gibt. 

Angesichts der Vielfalt der getesteten Speisen sind auch einige darunter, die wir nicht erneut bestellen würden – aber das ist natürlich auch Geschmackssache. Das gebratene Tofu ist uns zu fettig, ebenso das – es steckt schon im Namen – frittierte Gemüse: Brokkoli und Auberginen sind unter der dicken Panade nur noch zu erahnen. Ähnliches gilt für die frittierten Garnelen. 

Das gebratene Gemüse hingegen ist teils noch schön knackig und gut gewürzt. Allerdings entdecke ich zwischen Möhren, Pilzen und Sprossen etwas, das wie Fleisch aussieht. Pia probiert für mich und bestätigt den Verdacht. „Hähnchen“, tippt sie. Mir macht das nicht viel aus, aber manche Vegetarier:innen hätten damit vermutlich ein Problem.

Mein Highlight beim Sushi sind die „Fitness Rolle“ mit Avocado, Tamago, Frischkäse und Sesam und die „Cream Cheese Rolle“ mit Ananas, Frischkäse, Gurken und Schnittlauch. Pia lobt das „Spicy Tuna Gunkan“, ein Sushi-Schiffchen mit scharfer Tunfisch-Füllung.

Miyummy
Am Mühlenberg 3
51465 Bergisch Gladbach
02202/ 9262095
Internetseite

Öffnungszeiten: Di-Do 12-15 und 17.30-23 Uhr
Fr und Sa 12-15 und 17-23 Uhr
So/ Feiertage 12-22 Uhr

Der vordere Gastraum ist barrierefrei zu erreichen, der hintere nicht. Die Toiletten befinden sich im Untergeschoss, das man über eine Wendeltreppe erreicht.
Tipp: warm anziehen, im Laufe des Abends wurde uns allen kühl.

Wir schaffen längst nicht alle Gerichte zu probieren. Irgendwann nach Süßkartoffel-Pommes (überraschend gut), Algen-Salat, allerlei Maki, Nigiri und Gyoza sind wir fast schon zu satt für Nachtisch. Aber nur fast. Und so bestellen wir eine Auswahl der zwölf Desserts – gut, dass sie probierfreundlich klein portioniert sind. 

Köstliche Dessert-Auswahl

Das Sesam-Eis sieht mit seiner grauen Farbe nicht appetitlich aus, schmeckt aber lecker. Die mit Reis, Kokos und Algenblatt umhüllte Banane wird mit Mango-Soße serviert und ist ein interessantes Geschmackserlebnis. Bei den verschiedenen Eis-Sorten (Mango, Papaya, Grüntee) einigen wir uns alle auf einen gemeinsamen Favoriten: Yuzu-Eis. Es schmeckt zitronig und sorbet-artig. Pia erinnert Geschmack und Konsistenz an Lemon-Cheesecake. 

„Ich bin schon so satt, dass ich Bauchschmerzen habe, aber ich brauche noch einmal diese Kokosbällchen“, schwärmt Julia. Ich weiß, was sie meint – und teile sie mir mit ihr. Sozusagen als letzte Zugabe. Unbeschreiblich gut, zergeht im Mund. 

Bevor wir gehen, werfen wir noch einen Blick in einen zweiten Gastraum, in den man über einen kleinen Flur im hinteren Teil des Restaurants gelangt. In der Mitte des Raumes ist ein Teich mit Goldfischen, Holzstege führen zu den Tischen, an denen man auf Sitzkissen wie auf dem Boden sitzt. Ein etwas dunkler, aber gemütlicher und ruhigerer Raum. Allerdings serviert dort nicht der Katzen-Roboter. 


Hinweis der Redaktion: Wir testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben wir uns nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Vorweg, das Essen ist wirklich lecker.
    Was ich allerdings eher bescheiden finde: Die Nonchalance, mit der man dort Parkflächen ausweist, die offensichtlich viel zu klein für heutige Fahrzeuge sind – was dazu führt, dass dort eigentlich dauerhaft ein großer Teil des Bürgersteigs zugeparkt ist. Und da dort unter anderem sehr regelmäßig das gleiche Fahrzeug auf dem Bürgersteig steht, vermutlich auch vom Betreiber selbst.
    Das ist allerdings kein wirklich Alleinstellungsmerkmal – kann man quer durch die Stadt beobachten, z.B. auch bei der Rechtsanwaltskanzlei an der Ecke Odenthaler Str. / Engelsfuhr. Ausbaden dürfen es die Kinder auf dem Weg zur Schule.

    1. Beim FUSS e.V. gibt es kleine Klebezettel („Spuckis“) mit einem Hinweis für Gehwegparker. Davon einen aufkleben, und so mancher wird sich beim nächsten Mal gründlicher überlegen, wo er parkt. Der Fahrer soll den Aufkleber leicht bemerken können, aber die Verkehrssicherheit darf nicht beeinträchtigt werden.

      Da die Aufkleber leicht wieder zu entfernen sind, muss man sich auch keine Sachbeschädigung vorwerfen lassen. Die Spuckis sind zum Anlecken, wie bei Briefmarken. Bei klebstoffbeschichteten Aufklebern handelt man sich leichter den Vorwurf der Sachbeschädigung ein.

      1. Ach ja, und noch eins: Im Sichtbereich des Fahrers ist wohl doch nicht der ideale Platz. Er soll den Aufkleber leicht bemerken können, aber die Verkehrssicherheit darf nicht beeinträchtigt werden.

    2. Hallo Thomas, wenn ein Fahrzeug auf dem Bürgersteig steht können Sie auch eine Anzeige bei der Stadt eingeben. Und die Verwaltung bitten, auch an dieser Stelle regelmäßig vorbeizuschauen um tätig zu werden. Drei Verwarnungen im Monat können schon das Verhalten ändern. Parken auf dem Gehweg mit Behinderung kosten mindestens 55 Euro, und für 165 Euro bekommt man sicherlich auch einen Parkplatz gemietet.