Die Nelson-Mandela-Gesamtschule. Foto: Thomas Merkenich

Ein Jahr lang konnten drei Klassenräume der Nelson-Mandela-Gesamtschule nicht genutzt werden: Weil in dem Gebäudekomplex erhöhte PCB-Werte gemessen worden waren, wurden diese zur Probe saniert. Nun sollen sie wieder für den Schulbetrieb hergestellt werden. Offen bleibt, wie es mit dem sanierungsbedürftigen Schulgebäude insgesamt weitergeht.

Nachdem an der Nelson-Mandela-Gesamtschule (NMG) eine Belastung mit PCB festgestellt worden war, wurden zunächst drei Klassenräume entkernt, um die Schadstoffe zu entfernen. Nach dieser „Probesanierung“ haben die Messungen ergeben, dass die Klassenräume wiederhergestellt und für den Unterricht genutzt werden können. Diese Zwischenbilanz stellt die Stadtverwaltung in einer Vorlage für den kommenden Schulausschuss vor. 

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Die PCB-haltigen Baustoffe waren in Fugendichtstoffen zwischen Fertig-Betonteilen und Beton-Fassadenelementen im Frühjahr 2025 bei Digitalisierungs- und Umbaumaßnahmen im Neubau des Gebäudekomplexes festgestellt worden. Raumluftmessungen zeigten laut Verwaltung „vereinzelt Überschreitungen des Vorsorgewertes“. 

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Auch Nelson-Mandela-Gesamtschule muss saniert werden

Eigentlich sollte es bei der Sondersitzung des Schulausschusses am Dienstag „nur“ um Sanierung oder Neubau der Integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP) gehen. Doch nun zeigt sich, dass auch die Nelson-Mandela-Gesamtschule wenigstens saniert, womöglich aber ebenfalls abgerissen werden muss. Im Ausschuss an diesem Dienstag geht es zudem um das AMG, das OHG und das Gymnasium Herkenrath. Ein Überblick.

Keine Gesundheitsgefährdung

Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr für die Schüler:innen und Lehrkräfte bestand laut Verwaltung nicht. Daher musste die Schule nicht geschlossen werden. Allerdings schreibt das Baurecht vor, die Belastung „mittelfristig“ zu beseitigen. 

Um herauszufinden, ob ein Rückbau des Gebäudes die PCB-Belastung beseitigt oder verringert, wurden drei Klassenräume im Erdgeschoss entkernt. Dafür wurden unter anderem Abhangdecken entfernt, Böden samt Estrich ausgebaut, Wandbeläge entfernt, Putze an Betonflächen ausgebaut, Beton abgetragen. Alle Bauteile wurden auf Schadstoffe untersucht.

„PCB kann grundsätzlich auch nach einem Ausbau noch in Bauteilen oder angrenzenden Materialien verbleiben und weiterhin Schadstoffe freisetzen,“ heißt es jetzt in der aktuellen Vorlage der Verwaltung. Und weiter: Untersuchungen nach dem Rückbau „zeigen keine Befunde, die einer Innutzungnahme entgegenstehen“.

Ob diese sperrige Formulierung bedeutet, dass keine oder nur eine geringe PCB-Belastung festgestellt wurde, hat die Stadt auch auf Nachfrage zunächst nicht beantwortet. Auch die Schulleitung gab keine Stellungnahme ab.

Aktualisierung 16.4.: Die Verwaltung erklärt dazu auf Nachfrage: Nach der Untersuchung aller Bauteile auf Schadstoffe habe das Zwischenergebnis ergeben, „dass diese Räume nach vollständigem Abschluss der Untersuchung sehr wahrscheinlich wieder genutzt werden können“.

Bis zum Sommer finden demnach noch regelmäßige Messungen der Raumluft der Räume statt. So solle abschließend festgestellt werden, ob und wieviel PCB noch austritt. Nach derzeitigen Messungen rechnet die Verwaltung damit, dass die „für die weitere Nutzung zulässigen Werte“ unterschritten werden. Was passiert, wenn das nicht so ist, bleibt offen. 

Wie es mit dem Schulgebäude weitergeht

Die Probesanierung sollte als Grundlage für die Entscheidung dienen, wie anschließend mit dem sanierungsbedürftigen Gebäude der ehemaligen Hauptschule Ahornweg umgegangen werden soll – ob es in Gänze entsprechend aufwendig saniert werden kann oder ob sogar Abriss und Neubau notwendig werden. Eine statische Bewertung kommt laut Verwaltung immerhin zu dem Schluss, dass keine Maßnahmen an der tragenden Stahlbetonkonstruktion notwendig seien. 

Wie es mit dem „Gesamtkomplex NMG“ weitergeht, kann laut Verwaltung allerdings erst Ende 2026 bewertet werden. Weil die Schule aber nicht so lange auf die seit Sommer 2025 gesperrten Klassenräume verzichten kann, sollen diese wieder so hergestellt werden, dass sie nach den Sommerferien wieder für den Unterricht genutzt werden können. 

Für die Wiederherstellung der Räume mit einer Gesamtfläche von 200 Quadratmetern rechnet die Verwaltung mit Kosten in Höhe von knapp 330.000 Euro. Die Gesamtkosten der Probesanierung (mit Planung, Rückbau und Wiederausbau) werden mit knapp 780.000 Euro angegeben. 

Dokumentation

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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