Die Grüne Ladenstraße ist um ein schönes Café reicher. Es wird von der kurdischen Familie Pekin gemeinschaftlich geführt. Neben Frühstück, Kuchen und einer Tagessuppe gibt es auch Baklava und anderes türkisches Spezialitäten. Im Frühjahr soll eine Außengastronomie weitere Plätze im Freien bieten.

Noch herrscht Testbetrieb im Café Berg. Der Ort ganz am Ende der Grünen Ladenstraße, die ihrem Namen vor allem Winter nicht gerecht wird, wirkt trostlos, das Ladenlokal etwas unscheinbar, zumindest von außen. Denn noch gibt es keine Außengastronomie, aber das soll sich in Zukunft ändern.

Alles andere als trostlos hingegen ist der neu gestaltete Innenbereich des neu eröffneten Café Berg (als Nachfolger des Café Liebelei): Der Raum ist modern eingerichtet, mit vielen Lampen, einem hellen Holzboden und kleinen Holztischen. Die gemütlichen Stühle sind mit grünem Samtstoff bezogen. An der Fensterfront laden selbstgebaute Sitzmöbel aus Paletten mit dicken Kissen in Grüntönen zum Verweilen ein.  

Gleich im Eingangsbereich fällt der Blick auf eine Glasvitrine voller Gebäck und Baklava. In zwei Kühlschränken dahinter locken kunstvolle Törtchen und geschichtete Süßspeisen in Gläsern. 

Das Motto des Ladens lautet „Breakfast, Coffee and More“, wie auf dem Ladenschild zu lesen ist. Ich komme zur Mittagszeit und unter der Woche. Viel ist nicht los. Drei Männer am Nebentisch haben ein orientalisch anmutendes Frühstück bestellt und mehrere kleine Metallschalen, Brot, Oliven, Rührei und eine Kanne schwarzen Tee vor sich, den sie in kleine Teegläser schenken. 

Eine freundliche Mitarbeiterin bringt mir sofort die Karte. Ich entscheide mich für ein kleines „Menemen“ (4,60 Euro), eine türkische Spezialität, die unter anderem aus Eiern, Tomaten, Paprika Zwiebeln und Käse besteht. Es wird in einer kleinen Pfanne zubereitet und serviert. 

Die Bedienung weist mich freundlich darauf hin, dass die Pfanne sehr heiß ist. Dazu bekomme ich einen Korb mit Brot- und Sesamring-Scheiben. Ich probiere es erst separat, dann dippe ich das Brot hinein. So oder so: Es schmeckt wirklich gut und ist gut gewürzt, mit einer angenehmen Schärfe. 

Zum Nachtisch wähle ich das aktuelle Angebot – Kaffee und ein Stück Kuchen für 5,50 Euro. Der Cappuccino (aus der Siebträgermaschine) ist kräftig und aromatisch, der Milchschaum hat die für mich richtige Konsistenz. Der Kuchen – ich entscheide mich für hausgemachten Apfel-Streuselkuchen – ist mir persönlich etwas zu kalt und etwas zu süß. Die Zimt-Note mag ich.

Onur Pekin führt an diesem Tag den Betrieb im Café. Er ist der Bruder des Inhabers Ümit Pekin. „Das Café ist ein Familienbetrieb, wir helfen alle mit“, sagt er. Seit wenigen Wochen ist das Café geöffnet. „Wir probieren noch aus, was gut läuft und was nicht und optimieren dann nach und nach.“

Die Speisekarte sei noch vorläufig, das Café im Testbetrieb. „Das ist schon ein Wagnis, an dieser Stelle ein Café zu öffnen. Aber wir sind zuversichtlich, dass es sich noch weiter rumspricht und gut laufen wird“, sagt Pekin. Hauptaugenmerk sei das Frühstück, das vor allem am Wochenende schon gut angenommen werde. 

Café Berg
Am Alten Pastorat 52
51465 Bergisch Gladbach
Öffnungszeiten: Mo – So 9 – 20 Uhr 

Blick in den Innenraum des Café Berg. Foto: Stolzenbach

Die Frühstücksplatte kostet 15,90 Euro pro Person. Auf der – vorläufigen – Speisekarte stehen unter anderem verschiedene belegte Brötchen (3,40 Euro) und Toasts (etwa mit Hähnchenbrustfilet für 3,50 Euro), eine Antipasti-Platte für 6,20 Euro und eine Tagessuppe (5,90 Euro) – am Testtag gab es Linsensuppe – Obstteller und belgische Waffeln.

Neben hausgemachten Kuchen (4,50 Euro pro Stück) gibt es Gebäck, das das Café von einem Konditor aus Köln bezieht: etwa eine Mini-Torte (5,90 Euro) und verschiedene Sorten Baklava.

Die Familie hat laut Pekin kurdische Wurzeln, lebt aber schon seit Jahrzehnten in Bergisch Gladbach. „Bei uns ist alles fast alles hausgemacht. Meine Mutter backt und kocht viel und wir Geschwister helfen auch in der Küche mit.“ 


Das Café ist barrierefrei zu erreichen, Kinderhochstühle sind vorhanden.

Hinweis der Redaktion: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben sie sich erst nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.


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ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Da werden wir auf jeden Fall mal hingehen! Wir wünschen Familie Pekin viel Erfolg!
    Der Standort ist übrigens ein gutes Beispiel für die seltsame Verkehrsplanung im GL. Die macht diese Ecke der Innenstadt eher ungemütlich. Beton oben und unten und an den Seiten, dazu ein riesiges hässliches Gebäude, dass seit Jahren leer steht.
    Wir drücken der Familie Pekin die Daumen, dass der Standort nicht zum Hindernis wird!

  2. Wir sind ganz unverhofft am Eröffnungstag in das Café geraten und waren begeistert.
    Das “Menemen” ist wirklich unglaublich lecker, die Atmosphäre sehr freundlich und warm.