Hubertus Niedenhoff, Sören Riebenstahl, Karin Gellert, Frank Stein und Horst Gellert (v.l.). Foto: Stolzenbach

Das Stifter-Ehepaar Karin und Horst Gellert möchten mit der Auszeichnung Menschen oder Organisationen fördern, die sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Bergisch Gladbach einsetzen. Mit dem Preis sollen noch mehr Menschen motiviert werden, sich für die Jüngsten der Gesellschaft zu engagieren.

Zum dritten Mal lobt die Gellert-Stiftung den Bergisch Gladbacher Kinder- und Jugendpreis aus: Mit diesem werden auch in diesem Jahr Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche einsetzen. 

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„Es geht dabei um das persönliche Engagement für benachteiligte Kinder und Jugendliche, die wenig Chancen haben, einen gewissen Bildungsgrad zu erreichen oder an Freizeitangeboten teilzunehmen“, erklärt Sören Riebenstahl von der Gellert-Stiftung.  

Im Unterschied zu den beiden Vorjahren gibt es diesmal einen einzigen Gewinner des Kinder- und Jugendpreises (und nicht drei) sowie gegebenenfalls zusätzlich einen Sonderpreis. Das Preisgeld ist mit 1000 Euro dotiert. Dazu kommt ein Projektbudget von bis zu 12.500 Euro, das für gemeinnützige, förderfähige Projekte ausgegeben werden kann. Der Sonderpreis ist mit 500 Euro dotiert und einem Projektbudget von bis zu 5000 Euro.

„Wir haben uns zu dieser Umstrukturierung entschlossen, da wir – neben der Förderung Bedürftiger durch das Projektbudget – ehrenamtliches Engagement herausstellen möchten. Das gelingt unserer Erfahrung nach besser, wenn es nur einen Preis gibt“, erläutert Riebenstahl.

Langfristige Zusammenarbeit

„Wir suchen Menschen, die sich ehrenamtlich und engagiert um Kinder und Jugendliche kümmern“, sagt Horst Gellert. „Diese Menschen sollen sich formlos bei uns melden und wir prüfen dann, ob sie für den Preis in Frage kommen.“ Ein Ziel des Preises sei es, noch mehr Menschen zu motivieren, sich für Kinder und Jugendliche einzusetzen. Es gehe auch darum, über den Preis hinaus Projekte über die Gellert-Stiftung weiter zu fördern.

„Oft müssen Menschen erst einmal angestupst werden, sich für eine Förderung zu melden“, sagt Horst Gellert. Viele hätten Hemmungen, sich zu bewerben oder seien schlichtweg überlastet. Daher sei es der Gellert-Stiftung ein Anliegen, die erste Kontaktaufnahme möglichst niederschwellig zu halten – ohne ausführliche Bewerbungsunterlagen. „Es geht uns auch darum, neue Initiativen und Akteure kennenzulernen und langfristig mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

Hintergrund: Die Gellert-Stiftung
Seit 2009 hatte die private Stiftung der Eheleute Horst und Karin Gellert vor allem in Indien und Nepal dabei geholfen, Kindern aus Slums eine Ausbildung zu verschaffen. 2023 hat die Gellert-Stiftung zum ersten Mal den Bergisch Gladbacher Kinder- und Jugendpreis vergeben – um auch hier benachteiligten Kindern einen besseren Start zu verschaffen.

Der Preis wird mit Unterstützung der Stadt Bergisch Gladbach verliehen. Die Hahn-Gruppe, die sich an der Finanzierung des Preisgeldes in den beiden Vorjahren beteiligt hatte, ist in diesem Jahr nicht mehr dabei. Mit einem Gesamtbudget von 19.000 Euro gehört der Preis laut Gellert zu den am höchsten dotierten Preisen einer Stiftung in Deutschland.

„Wir als Stadt unterstützen den Preis gern, stellen Räume und Infrastruktur zur Verfügung“, sagt Bürgermeister Frank Stein. „Es ist nicht unser Preis, sondern der der Gellert-Stiftung, auf den wir als Stadt aber sehr stolz sind.“

Bewerbung bis 31. Juli 2025

Privatpersonen, Vereine und Institutionen können sich bis zum 31. Juli 2025 für eine Teilnahme selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. 

Ein Komitee von sechs Frauen wählt anschließend aus den Bewerbungen anhand eines Punktesystems aus, wer ausgezeichnet wird. Im Komitee vertreten sind neben Stifterin Karin Gellert für die Stadtverwaltung Petra Liebmann-Buhleier, Leiterin der Abteilung Kinder-, Jugend- und Familienförderung.

Die Preisverleihung soll am 2. November im Rathaus Bensberg stattfinden. Alle weiteren Informationen zum Preis gibt es auf der Internetseite der Gellert-Stiftung.

Die bisherigen Preisträger

2024 wurde der Bergisch Gladbacher Verein „Geschenke gegen Kindertränen e.V.“ (GGKT) mit dem 1. Preis ausgezeichnet, der zu Weihnachten gut erhaltenes Spielzeug verpackt und an bedürftige Familien verteilt. Den 2. Preis erhielt das Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“. Der 3. Preis wurde an das Patenprojekt des Kinderschutzbundes Rheinisch-Bergischer Kreis verliehen.

2023 ging der 1. Preis an den Verein „Migrantenkinder bekommen Unterstützung“ (MiKibU), der hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche vor allem aus Zuwandererfamilien fördert. Den 2. Platz teilten sich zwei Akteure: die Jugendinitiative Schnubbel e.V. aus Paffrath, die aus der Pfarrjugend St. Clemens gegründet worden war und sich sich der Förderung der Jugendhilfe widmet, sowie Mechtild Münzer, die sich seit Jahrzehnten für die Interessen und Bedürfnisse von Kindern mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung einsetzt.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. @Sebastian
    Superreiche tragen bereits durch ihr höheres Einkommen, ihren viel höheren Konsum / Inanspruchnahme von Dienstleistungen zu laufendem, höherem Steueraufkommen bei. Und zu Arbeitsplätzen, auch im privaten Bereich.

    Ansonsten kann man nur dankbar dafür sein, dass es unter uns manche Superreiche gibt, insbesondere wenn sie mit offeneren Augen um sich schauen (wie hier das Stifter-Ehepaar Karin und Horst Gellert) als manch ein Politiker, der unsere Steuergelder in z. B. unsägliche Subventionen versenkt.
    Wir brauchen Superreiche, die auch mal willens und in der Lage sind, das Geld in die Hand zu nehmen um punktuell/treffgenau zu helfen, sei es um z.B. gefährdete Kulturgüter zu erhalten oder eben sozial benachteiligten Kindern zu helfen.

    Wobei ich auch der Meinung bin, dass beim Vererben mehr Steuern anfallen sollten, anstelle es Nachkommen so gemütlich zu machen, dass sie nicht mehr (so viel) arbeiten müssen.

    1. Superreiche sind ein Versagen des Systems. Insbesondere angesichts der zahlreichen sozialen Verwerfungen hierzulande und weltweit. Mal ganz davon abgesehen, dass (natürlich nicht alle) Superreiche schon immer gute Verbündete des Faschismus waren und sind.

      1. Und andere sind es wieder nicht, das wird nicht sehr vom Bevölkerungsschnitt abweichen. Statistisch einzig belegen lässt sich, dass diejenigen, die diese Leute mit ihrer Wählerstimme in Position bringen, in erster Linie wenig Gebildete mit geringem Einkommen sind.

  2. Bravo solchen vorbildlich Wohlhabenden /Reichen, die ihr (ja dank auch durch andere MitMenschen erworbenes) Vermögen nicht nur horten und an die eigene Brut vererben, sondern im besten Bürgersinn an unsere Demokratie zurückgeben (wie Familie Bethe und einige -zu- wenige). Chapeau und großer Dank!

    1. Kein Dank von meiner Seite, sondern die Forderung, über Besteuerung denjenigen ans Konto zu gehen, die nicht gewillt sind, freiwillig zum Gemeinwohl beizutragen. Soziale Sicherheit, Gesundheit, Bildung und die Verteidigung der Demokratie dürfen nicht vom Gutdünken von Wohlhabenden abhängig sein.

      1. das eine – Dank- schließt das andere -Vermögenssteuer usw- doch nicht aus…(?)

      2. Herr Thiel, da ist was dran. Andererseits kann man sich natürlich fragen, ob man sich jedes Mal ausdrücklich bedanken sollte, wenn sich jemand an Recht und Gesetz hält – hier Art. 14 (2) GG.