Foto: Heide Prange

Die Wanderausstellung „Botschaften für Inklusion“ macht Perspektiven und Wünsche von Menschen mit und ohne Behinderungen sichtbar. Sie ist bereits im Bensberger Rathaus und ab Freitag auch in der Servicestelle InBeCo in der Innenstadt zu sehen. Alles begann mit einem Flashmob in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone.

Die Ausstellung selbst ist Beweis dafür, wie aus (zufälligen) Begegnungen etwas Langfristiges entstehen kann. Was als einmalige Aktion gedacht war, um ein Zeichen zu setzen und um Aufmerksamkeit zu erzeugen, hat sich zu der beeindruckenden Ausstellung „Botschaften für Inklusion“ entwickelt, die am Montag im Bensberger Rathaus von Bürgermeister Marcel Kreutz eröffnet wurde.

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai ist die Ausstellung nun für mehrere Wochen in Bergisch Gladbach zu sehen – und das gleich an zwei Orten. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsinitiative von InBeCo, der Servicestelle für Inklusion in der Freizeit, dem Tanztheater Lichtgestalten und dem Inklusionsbeirat der Stadt Bergisch Gladbach.

Flashmob in der Fußgängerzone

Aber der Reihe nach. Vor einem Jahr, ebenfalls rund um besagten Protesttag, zogen die Akteure in die Bergisch Gladbacher Fußgängerzone. Dort bauten sie eine Aktionswand auf, auf der Passant:innen ihre Wünsche, Gedanken und Botschaften rund um das Thema Inklusion hinterlassen konnten. Die Lichtgestalten zeigten eine Tanzperformance und luden zum Mittanzen ein. 

Auch Marcel Kreutz, damals noch Kandidat für das Bürgermeisteramt, tanzte mit und erinnert sich bei der Eröffnung lachend an diese „wunderbare und ungewöhnliche Erfahrung“. Viele seien stehen geblieben, hätten Fotos gemacht und mitgetanzt. „Das war wie ein Flashmob.“

Die Kölner Fotografin Heide Prange, die bereits seit 2019 mit den Lichtgestalten zusammenarbeitet, hat diese Momente eingefangen und in Fotos dokumentiert. Der Flashmob in der Fußgängerzone war nur der Anfang, weitere Aktionen folgten.

Vom Zufall zur Ausstellung

„Man könnte heute meinen, dass das alles so geplant war, mit einem richtigen Konzept“, sagt Sonja Schumacher von InBeCo bei der Ausstellungseröffnung. „In Wahrheit ist diese Ausstellung ein Zufallsprodukt.“ Der ursprüngliche Plan sei nur ein Reel, ein kurzes Video für die Sozialen Medien gewesen.

Weil sich so viele Menschen beteiligt hätten und so schöne Fotos herausgekommen seien, sei die Idee für die Ausstellung entstanden. Inklusion dürfe allerdings kein Zufallsprodukt sein, betont Schumacher.

Die Ausstellung zeige, was möglich sei, „wenn man einfach mal macht“. Und was sich aus einer offenen Haltung anderen Menschen gegenüber entwickeln könne. „Inklusion entsteht aus kleinen Momenten und Begegnungen.“

Inklusion ist etwas, das uns jeden Tag beschäftigen sollte.Marcel Kreutz

„Was in der Fußgängerzone passiert ist, ist mehr als eine Momentaufnahme“, sagt Monika Hiller, Inklusionsbeauftragte der Stadt. Die Ausstellung zeige: „Inklusion gelingt nur gemeinsam.“

Auf den Fotos und der Protestwand wird der Wunsch nach Gleichstellung und gelebter Inklusion sichtbar – auf vielfältige Weise, mit verschiedenen Stimmen und aus unterschiedlichen Perspektiven. 

„Inklusion nimmt dir nichts weg! Inklusion bereichert!“ ist dort etwa zu lesen. Einige der Forderungen thematisieren Barrierefreiheit im öffentlichen Leben („Bahnhöfe für alle“), die Teilhabe an Kultur und Freizeit („Kulturräume sind für alle da“) oder die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung: „Worte können verletzen. Behindert ist kein Schimpfwort.“

Wanderausstellung mit Begleitheft

Zur Ausstellung gibt es eine Begleitbroschüre in Einfacher und Leichter Sprache, das einige der entstandenen Fotos und Forderungen der Protestwand dokumentiert und erläutert. Ermöglicht wurde die Ausstellung durch die finanzielle Förderung durch die „Aktion Mensch“. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und wird an verschiedenen Orten im Rheinisch‑Bergischen Kreis gezeigt. Unter anderem wird sie bis zum Herbst 2026 in der Servicestelle InBeCo zu sehen sein. 

Bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus überreichen die Lichtgestalten Bürgermeister Kreutz ein Andenken: Fotos in einem Rahmen, die ihn beim Tanzen in der Fußgängerzone zeigen. „Den hänge ich in mein Büro“, verspricht Kreutz lachend. Denn: „Inklusion ist etwas, das uns jeden Tag beschäftigen sollte.“


Im Bensberger Rathaus ist die Ausstellung auf den Fluren im Erdgeschoss (Richtung Ratssaal) sowie im 1. Obergeschoss (linker Flügel) während der Öffnungszeiten zu sehen.

Parallel dazu ist sie ab Freitag, 8. Mai, in der Servicestelle InBeCo (Paffrather Straße 5, 51465 Bergisch Gladbach) während der Öffnungszeiten zu sehen. Eröffnet wird sie am 8. Mai um 16 Uhr.

Beide Ausstellungen sind barrierefrei zugänglich.


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ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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