Bürgermeister Frank Stein besucht die Kindertrauergruppe. Foto: Institut Dellanima

Bergisch Gladbachs Bürgermeister besuchte eine Kindertrauergruppe des Projekts „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“. Kinder, die einen Angehörigen verloren haben, tauschen sich mit anderen Betroffenen aus und sprechen über ihre Gefühle. Frank Stein war beeindruckt vom offenen Umgang der Kinder mit dem Thema Sterben.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Deutschen Roten Kreuzes

Als Pate des Kooperations-Projektes „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ hat Bergisch Gladbachs Bürgermeister Frank Stein eine der beiden Kindertrauergruppen besucht.

In diesen Gruppen finden Kinder, deren Geschwister oder Elternteil gestorben ist, nicht nur Austausch mit anderen betroffenen Kindern, sondern auch gezielte Unterstützung im Trauerprozess.

„Der Verlust eines geliebten Menschen bedeutet für eine Familie tiefgreifende Veränderungen“, weiß Projektleiterin Stephanie Witt-Loers. „Kinder benötigen neben Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Trauer auch Hilfe bei der Aktivierung ihrer Ressourcen und bei der Anpassung an die neue Lebenssituation. Darüber hinaus sind sachliche Informationen wesentlich, um unnötige Ängste zu vermeiden oder auszuräumen.“

Fragen zu Bestattungsarten

Frank Stein zeigte sich beeindruckt, als die Kinder während der Gruppenstunde offen über verschiedene Bestattungsarten sprachen und dazu Fotos sowie einen Kurzfilm anschauten. Sie erzählten von den Bestattungen ihrer verstorbenen Eltern oder Geschwister. Auch schwierige Fragen wurden gemeinsam geklärt, etwa: „Wie sieht ein Sarg von innen aus?“, „Liegt der Verstorbene nackt im Sarg?“ oder „Tut es weh, wenn man verbrannt wird?“

Trauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers war angetan von der sehr einfühlsamen und zugleich praktischen Unterstützung des Bürgermeisters während der Stunde, der den Kindern im kreativen Teil half, eigene kleine Särge für ihre Verstorbenen zu gestalten. Dabei wählten die Kinder Farben und Motive aus, von denen sie glaubten, dass sie ihren geliebten Menschen gefallen hätten.

Foto: Institut Dellanima

Auch ein kleiner Brief an die verstorbene Mama, Blumen oder andere Erinnerungsstücke fanden im kleinen Sarg Platz. So wurde der Abschied auf eine tröstliche und entlastende Weise noch einmal nachbearbeitet.

Die Ergriffenheit von Frank Stein war spürbar, als die Kinder von ihren Schicksalen erzählten. Für die jungen trauernden Kinder war sein Besuch ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung. „Wenn sogar der Bürgermeister kommt, dann ist klar, dass wir – auch wenn meine Mama tot ist – trotzdem noch wichtig sind“, resümierte ein sechsjähriger Junge am Ende des Nachmittages.

In Kooperation mit dem Institut Dellanima bietet der DRK-Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. qualifizierte und professionelle Trauerbegleitung und Beratung für trauernde Kinder, Jugendliche und deren Familien sowie Begleitung, Schulung und Beratung für Kindergärten und Schulen.

In den Gruppen und Einzelbegleitungen finden alle betroffenen Familienmitglieder Hilfe und Unterstützung vor, während oder nach dem Tod eines Angehörigen. Die Angebote sind für die Betroffenen kostenlos. Das Projekt finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

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