Mit der internen Meisterschaft des Eissportvereins ESV Bergisch Gladbach endet die diesjährige Saison an der Saaler Mühle. Beim Vereinswettbewerb zeigen die Mitglieder aller Altersklassen ihr Können im Eiskunstlauf. Darunter sind auch solche, die erst als Erwachsene den Sport für sich entdeckt haben.

Text: Alexandra Burger (ESV)

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Erdbeere, Vanille oder Schokolade? Der Frühling ist da und es ist Zeit, das Eis unter den Kufen gegen das zum Schlecken zu tauschen. Es ist ein Abschied auf Zeit, wissen die Mitglieder der Abteilung Eiskunstlauf beim Eissportverein (ESV) Bergisch Gladbach an der Saaler Mühle. Mit der internen Eismeisterschaft endet die Saison quasi und alle, die Lust haben, können zeigen, was sie in den vergangenen Monaten gelernt haben.

Die Eismeisterschaft ist ein Vereinswettbewerb für alle Altersklassen, die beim ESV vertreten sind. Die Mitglieder sind zwischen 4 und etwas über 60 Jahren und trainieren seit September fleißig an ihren Eiskunstlauf-Skills. Die Eismeisterschaft ist für alle Freiwilligen die Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen und sich mit Anderen zu messen.

Bronzene Kufe für die Jüngsten

Bei der Bronzenen Kufe zeigten schon die jüngsten Vereinsmitglieder vor Punktrichterin Astrid, was sie gelernt haben. „Bewertet wird nach dem Regelwerk der International Scating Union. Es gilt, den technischen Wert des Elements, die Skating Skills, die Übergänge und die Interpretationen zu beurteilen. Daraus setzt sich die Endnote zusammen“, erklärt sie ihre Aufgabe auf dem Eis. „Wichtig dabei ist, dass man jedes Element identifiziert“, so die Punktrichterin.

Dann wurde es ernst für den Nachwuchs, der im Parcours verschiedene Elemente zeigen sollte: Von Slalom auf zwei Beinen, Übersetzen, Flieger, Mohawk und dem Storch rückwärts bis hin zum Dreiersprung und einer Pirouette mit mindestens drei Umdrehungen galt es viele Elemente aus dem Eissport zu präsentieren.

Lahja stellte sich der Herausforderung in ihrem zweiten Jahr Eiskunstlauf und überraschte sich mit der Teilnahme selbst: „Vor dem Rückwärtsstorch hatte ich beispielsweise etwas Sorge. Es waren Dinge dabei, von denen ich dachte, die werde ich nicht schaffen, dabei habe ich sie dann gut gemacht“, zeigte sie sich erleichtert, gab aber auch zu, froh zu sein, wenn es vorbei ist. „Ich war aufgeregt, denn man weiß nicht, was passiert“, so die 13-Jährige, die sich umso mehr über die Anwesenheit ihrer Familie freute: „Das hilft, wenn alle anfeuern.“

Bruder Tom war mächtig stolz auf seine große Schwester. „Ich finde es richtig gut, dass sie immer mehr kann“, lobte der Sechsjährige Lahja für ihren sechsten Platz. „Das Üben hat sich gelohnt. Und ich finde es tatsächlich gut, nicht Erste zu sein, denn so kann ich noch etwas abgucken, was die anderen machen“, resümierte Lahja.

Die Silberne Kufe

Auf die Bronzene Kufe folgte die Silberne für die „Mittelgroßen“ und die aufgeregte Mama Maria musste sich auf den Rängen eingestehen: „Du kannst gerade nichts machen“. Tochter Melissa reihte sich auf dem Eis ein und begann ihren Slalom auf zwei Beinen. „Was macht sie da? Sie kann es doch auch auf einem“, fieberte sie aufgeregt mit und verfolgte konzentriert die nächsten Elemente wie den Doppeldreier, Salchow, Rittberger oder den Twizzle mit Ausfallschritt, die Teil der Aufgabe waren, um möglichst viele Punkte zu sammeln.

„Ich kann ihr gerade keinen Mut zusprechen, jetzt ist sie auf sich alleine gestellt. Ich bin schon aufgeregt, aber sie ist es noch viel mehr“, las die Mama die Gefühlslage ihrer Tochter ab und drückte beide Daumen ganz fest. „Du kannst das, du schaffst das“, motivierte Maria vorab und schloss Melissa dann am Ende stolz in die Arme.

Zwar hatte sie es nicht aufs Treppchen geschafft, nach nur einem Jahr Training war ein Platz im Mittelfeld mehr als bewundernswert, denn alle Eiskunstläufer wissen: so einfach wie es aussieht, ist es nicht, es steckt harte Arbeit dahinter. Auch diese Saison hat das Mutter-Tochter-Gespann fast jede freie Minute genutzt.

Die Goldene Kufe

Bei der Goldenen Kufe bewiesen sich die „Großen“, die das Publikum und allen voran Richterin Astrid von ihrer Kür überzeugen sollten. Sprungelemente, Pirouetten und eine Choreosequenz waren Teil der Aufgabe, der anerkennende Applaus der Publikums gewiss.

„Jeder Läufer gibt sein Bestes, die Frage ist, ob er es abrufen kann in dem Moment. Die Choreografien wurden ohne Trainer selbstständig erstellt und jede erzählt eine ganz individuelle Geschichte. Es ist schön zu sehen, was für ein Gesamtbild in Kombination mit der Musik und dem Outfit entsteht“, verfolgte Astrid genauestens jede Bewegung der Läuferinnen und Läufer und hat selbst viele Erinnerungen an genau diese Eisfläche. „Vor 37 Jahren habe ich genau hier, in dieser Halle, mit dem Eiskunstlauf angefangen.“

Als Erwachsene zum Eiskunstlauf

Während die einen schon ganz früh in Berührung mit dem Sport kommen, beginnen andere erst im Erwachsenenalter. So wie Gabriela, die sich den Traum von der Goldenen Kufe mit 40 Jahren erfüllt hat. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in dem Alter noch mit dem Eiskunstlaufen beginne. Als mich meine Trainerin damals angesprochen hat, ob ich Lust hätte, dachte ich nur: Du spinnst! Ich bin doch viel zu alt für sowas. Aber ich habe Ja gesagt – und das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens“, beschreibt sie ihre Anfänge im Eissport.

„Mich fasziniert, dass ich ganz bei mir selbst bin. Ich habe keine Zeit, über andere Dinge nachzudenken, konzentriere mich auf die Bewegung auf der Kufe, auf den Moment. Jeder kleine Fortschritt ist ein Erfolg. Natürlich war de Anfang nicht einfach. Als Erwachsene denkt man anders, da ist immer der Kopf“, sagt Gabriela.

„Für mich war es entscheidend, diesen auszuschalten, mutig zu sein und meinem Körper zu vertrauen. Körpergefühl hatte ich durch meine tänzerische Vergangenheit, aber das allein reicht nicht. Eiskunstlauf ist auch Physik, Verständnis Technik und vor allem dranzubleiben“, hat Gabriela die Erfahrung gemacht und den zweiten Platz errungen. „Für mich ist das Beweis, dass es nie zu spät ist, einen Traum wahr werden zu lassen“, ist sie stolz auf ihre Leistung.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Es freut mich ganz besonders, dass Eiskunstlauf auch wieder einen so wichtigen Stellenwert in “meinem” ESV bekommen hat, und ich gratuliere allen, die sich der Herausforderung gestellt und sie gemeistert haben! Weiter so!!!

    Euer Ehrenmitglied und ESV-Gründerin Ricarda Appel