Der U-Bahnhof in Bensberg ist eine wichtige Alternative auf dem Weg nach Köln. Foto; Thomas Merkenich

Für insgesamt zwölf Wochen wird die Verbindung von Bensberg in die Kölner Innenstadt in vier unterschiedlichen Abschnitten unterbrochen. In den ersten Tagen überschneidet sich der Ausfall der Line 1 mit der Sperrung der S11.

Den Betrieb der S-Bahnlinie S11 wird die Deutsche Bahn am 3. Juli zunächst wieder aufnehmen. Doch bereits wenige Tage zuvor, ab dem 29. Juni, werden die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) den Verkehr der Straßenbahnlinie 1 von Bensberg und Refrath in die Kölner Innenstadt unterbrechen und Bergisch Gladbachs Pendler für fünf Werktage ganz vom Schienenverkehr trennen.

Die Sperrzeiten der S11
  • 10.4. bis 3.7.2026 Vorbereitung eines digitalen Stellwerks in Mülheim
  • 9.7. bis 15.10.2027 Neubau der Verkehrsstationen Holweide und Dellbrück
  • 10.12.2027 bis 7.1.2028, keine Angaben
  • Februar bis März 2029, keine Angaben
  • November 2029, keine Angaben
  • 4. Quartal 2030 bis 1. Quartal 2032 (Bau 2. Gleis, voraussichtlich)

In einer Information, die von der Stadt Bergisch Gladbach jetzt im Ratsinformationssystem veröffentlicht wurde, verweist die KVB auf eine schon lange bekannte Großbaustelle entlang der Strecke der Linie 1 und nennt zum ersten Mal die Details:

29. Juni – 13. Juli 2026, Phase 1
Sperrung der Linie 1 zwischen Bahnhof Deutz/Messe und Heumarkt.
Züge aus Bensberg enden in Deutz. Von dort fahren Ersatzbusse zum Neumarkt.

13. Juli – 14. August 2026, Phase 2
Sperrung zwischen Bensberg und Merheim (sowie Deutz/Messe und Heumarkt).
Vom U-Bahnhof Bensberg fährt ein Schienenersatzverkehr entlang der L 136 (Lustheide/Frankenforster Straße/Kölner Straße/Steinstraße) bis Merheim. Auch zwischen Deutz und Neumarkt pendeln Busse.

14. August – 2. September August 2026, Phase 3
Trennung zwischen Bahnhof Deutz/Messe und Heumarkt.
Ab Bensberg fährt ein Schienenersatzverkehr mit entsprechenden Ersatzhaltestellen entlang der L 136 (Lustheide/Frankenforster Straße/Kölner Straße/Steinstraße) bis zum Neumarkt.

17. Oktober – 1. November, Herbstferien
Sperrung zwischen Bahnhof Messe/Deutz und Heumarkt.
Zwischen Messe/Deutz und Neumarkt fahren Ersatzbusse mit Halt an der Deutzer Freiheit und Heumarkt. 

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Phase 2 und 3 sind vom Schienenersatzverkehr lt. Text identisch, ist das korrekt?

    1. Die beiden Angaben sind nicht identisch. In Phase 2 fährt der SEV on Bensberg bis Merheim, in Phase 3 von Bensberg bis Neumarkt. laut offiziellen Angaben. Wir haben bei der KVB nachgefragt, bislang ohne Antwort.

  2. Kann mir einer sagen wie ich dann nach Müngersdorf ins Pflegeheim kommen soll zu meiner Mutter. Kennt jemand eine Verbindung von Bergisch Gladbach aus?

    1. Von der Innenstadt mit dem Bus nach Refrath oder Bensberg, da in den Schienenersatzverkehr der Linie 1 einsteigen, am Neumarkt in die Straßenbahn und bis Müngersdorf durchfahren.

  3. Ab dem 04.07. fährt die S11 wieder. Der Ausfall der Linie 1 ab Bensberg beginnt am 13.07. (Phase 2). Wo sind die Tage, an denen Bergisch Gladbach angeblich ganz vom Schienenverkehr abgeschnitten sein soll?

    1. Die Verbindung von Bensberg und Refrath aus in die Kölner Innenstadt wird bereits ab dem 29.6. unterbrochen.

      1. Man könnte jetzt darüber diskutieren, was mit “Kölner Innenstadt” gemeint ist, aber das ist müßig.

        Sie schreiben ” […] Bergisch Gladbachs Pendler für fünf Werktage ganz vom Schienenverkehr trennen” – und das ist nicht zutreffend. Es gibt zu jedem Zeitpunkt eine Schienenverbindung von Bergisch Gladbach mindestens bis zum Bahnhof Messe/Deutz (zum Hauptbahnhof fährt die Linie 1 ja auch regulär nicht).

        Bis zum 29.06.: S11 fährt nicht, Linie 1 fährt normal
        29.06. bis 03.07.: S11 fährt nicht, Linie 1 fährt bis Bahnhof Messe/Deutz
        04.07. bis 13.07.: S11 fährt normal, Linie 1 fährt bis Bahnhof Messe/Deutz
        Ab 13.07.: S11 fährt normal, Linie 1 fährt nicht

        Was mich daran stört, ist, dass eine Situation, die für Pendler ohne Frage nicht schön ist, durch unpräzise Aussagen noch dramatischer dargestellt wird als sie ist. Allerdings sind Sie damit nicht alleine.

  4. KVB – So geht Verkehrswende!

    Zumindest wenn das Ziel ist mehr Menschen ans Autofahren zu Binden.

    1. Sie meinen, indem man die Strecken und Leiteinrichtungen in Ordnung bringt? Ja, so geht das tatsächlich. Lieber mal ein paar beschwerliche Wochen als das Ganze dauerhaft auf Verschleiß zu fahren.

      1. Natürlich muss das gemacht werden, am besten sogar regelmäßig! Aber Fast 3 Monate diese wichtige Strecke so zu beuteln ist schon hart, das bedeutet für viele Menschen einen deutlichen Zeitverlust. Eventuell hätte man ja vorher auch schon immer mal Teilabschnitte machen können.

        Aber sie haben Natürlich Recht, besser machen als komplett gegen die Wand zu fahren. Es ist halt nur das Gesamtbild der KVB und der Stadt das einem an die Nerven raubt.

        Und damit meine ich ausdrücklich nicht die einzelnen Mitarbeitenden!

      2. Wer die Berichterstattung einigermaßen aufmerksam verfolgt, weiß, dass es nicht bei ein paar beschwerlichen Wochen bleibt, sondern Jahre dauert, bis diese Großstadt eine adäquate Anbindung an den öpnv erhält. Und das liegt nicht an der verschleppten Wartung sondern an völlig verschnarchter
        Planung.

      3. @Genervt: Da werfen Sie jetzt aber die DB und die KVB in einen Topf. Ob sich deren Sanierungsaktivitäten abstimmen lassen, bezweifle ich. Beide müssen sehr langfristig planen und dabei auch ihre internen Kapazitäten und deren Koordination im Auge behalten. Die KVB informiert hier m. E. sehr transparent und hält die Zeitplanung erfahrungsgemäß auch ein. Bei der DB sieht es ein wenig anders aus.

        Nicht vergessen darf man allerdings auch, dass die missliche Situation bei der ÖPNV-Anbindung von GL auch hausgemacht ist und teils auf Fehlentscheidungen der Stadt aus den 1950er-Jahren zurückgeht. Es hat schon seinen Grund, dass die südlichen Stadtteile durch die Linie 1 sehr gut angebunden sind, während die Stadtmitte vom eher lustlosen Umgang der DB mit der S11 abhängt.

        @DK: Das ist schon richtig, ich bin selbst davon betroffen. Bei der ganzen Sache werden allerdings auch einige dicke Bretter gebohrt. Etwa die Erneuerung des Gleisdreiecks in Merheim samt Stromversorgung lässt sich schlecht in Portionen aufteilen. Und einige andere Maßnahmen wie Brückenbauarbeiten müssen auch am Stück erledigt werden. Die einzelnen Baumaßnahmen hat die KVB übrigens hier erläutert: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/28140/index.html
        Die Alternative wäre wohl gewesen, immer mal wieder für ein bis zwei Wochen zu arbeiten und dann inklusive der Zeiten für Baustelleneinrichtung und -aufhebung zu sperren. Ich weiß nicht, ob das besser wäre.

  5. Danke für den ausführlichen Bericht! Allerdings gibt es bzgl. Phase 3 eine Diskrepanz: Einerseits ist von einer Sperrung zwischen Deutz und Heumarkt die Rede, andererseits von einem Ersatzverkehr ab Bensberg. Letzteres lässt befürchten, dass während dieser Zeit die Gesamtstrecke gesperrt wird. Das Dokument im Ratsinformationssystem kann ich leider nicht finden; können Sie bitte noch einen Link dazu angeben?

    1. Die Mitteilung ist nicht ganz eindeutig, auf eine Nachfrage hat die KVB bislang nicht reagiert. Wir haben die Quelle im Text verlinkt, der Passus im Original lautet:

      „Sommerferien (14. August – 02. September August 2026, sog. Phase 3)
      Trennung zwischen Heumarkt und Bahnhof Deutz/Messe. Züge aus Westen kommend, enden am Heumarkt.
      Zwischen den Haltestellen Neumarkt und Bensberg verkehren in beide Richtungen ein Schienenersatzverkehr mit entsprechenden Ersatzhaltestellen entlang der L 136 (Lustheide/Frankenforster Straße/Kölner Straße/Steinstraße).

      1. …hätte man mit der Sperrung der Strecke der Linie 1 nicht wenigstens bis zum Start der Sommerferien ab Samstag, 18.07.26 warten können…

      2. Vielleicht stehe ich gerade auf der Leitung, aber… Eine “Trennung zwischen Heumarkt und Bahnhof Deutz/Messe” verstehe ich so, dass die Wagen der Linie 1 zwischen Bensberg und Bahnhof Deutz/Messe verkehren, ebenso ab Heumarkt zur Endhaltestelle in der anderen Richtung. Wozu also ein Ersatzverkehr ab Bensberg, statt nur zwischen Deutz/Messe und Heumarkt?

      3. Wie gesagt, unsere Anfrage zur Klärung dieser Unklarheiten liegt der KVB vor, auf eine Antwort warten wir noch.

    1. mich macht es sprachlos, dass es Leute gibt, die sich darüber aufregen. Notwendige Baumaßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur im Bestand lassen sich nun mal nicht ohne Einschränkungen durchführen. Es kommt auch leider keine gute Fee vorbei, die den Zauberstab schwingt und schwub… ist Alles erledigt.

      1. Genau so ist es! Bei den Autobahnen etc. wird gemeckert, dass man jahrzehntelang die Instandhaltung vernachlässigt hat.
        Nun wird bei der KVB an der Strecke gearbeitet und es passt wiederum manchen Leuten nicht in den Kram.
        Ja, es wird unangenehme Einschränkungen geben, aber wenn die Züge wieder rollen, wird sich irgendwas finden, das man wiederum mit unangebrachter Kritik übersähen kann.

      2. Danke, so ist es. Immer wird gemeckert, dass die Infrastruktur schlecht ist und wenn dann für die Arbeiten (zeitlich beschränkt) Verschlechterungen entstehen, ist das auch wieder nicht ok.

    2. Dass die S11 so unzuverlässig ist, ist (auch) einer jahrzehntelangen Verschleppung von Sanierungen und Modernisierungen zu verdanken.

      Der Ausfall der Linie 1 ist ärgerlich, ja. Aber es ist gut, dass die KVB den Fehler der Bahn nicht wiederholt. Sonst haben wir bald wirklich gar keinen funktionierenden ÖPNV mehr.