Es hat gedauert, bis die Parteien akzeptiert haben, dass die Stadt an einem Neubau der IGP nicht vorbeikommt und dafür eine Summe im Bereich von 160 Millionen Euro in die Hand nehmen muss. Doch nun gibt es einen Konsens, der auch von der Schule befürwortet wird. Dieses Vorhaben ist nur eins von vielen, die am Dienstag im Schulausschuss einvernehmlich diskutiert wurden. Aber nicht immer so entschieden wurden, wie es die Stadt vorgeschlagen hatte.
Fall Sie es vergessen hatten: So gut wie jede einzelne der 34 Schulen in Bergisch Gladbach muss in den nächsten 25 Jahren saniert, erweitert oder neu gebaut werden. Die Planungen werden Unmengen an Personalstunden verschlingen, die Baumaßnahmen viele Hundert Millionen Euro. Aber die Stadt hat gar keine andere Wahl, denn „wir können ja nicht auf einem Haufen Schutt unterrichten“, sagte am Dienstag im Schulausschuss der Beigeordnete Thore Eggert, der für den Hochbau und die Finanzen verantwortlich ist.
Diese bitteren Fakten haben die Mitglieder des Schulausschusses keineswegs vergessen. Aber erst in der konkreten Debatte über das Schicksal der Integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP) ist vielen klar geworden, in welche schwindelerregenden Höhen die Kosten für die Schulsanierungen gehen werden. Acht Millionen Euro für ein simples Klassenhaus an den Otto-Hahn-Schulen ist eine Hausnummer, 160 Millionen Euro alleine für die IGP ein andere.
Darüber hinaus ging es im Schulausschuss aber auch um die mit Schadstoffen belastete Nelson-Mandela-Gesamtschule, das Gymnasium Herkenrath, die Grundschulen in Hand und das Albertus-Magnus-Gymnasium. Also der Reihe nach.
Klassenhaus für OHG: zu groß, am falschen Platz?
Schon bei der mehr als einstündigen Debatte über ein zusätzliches Klassenhaus für das Otto-Hahn-Gymnasium wird deutlich, dass die Politik die Notwendigkeiten zwar sieht, aber nicht bereit ist, alle Wünsche der Schulen und Vorschläge der Verwaltung zu akzeptieren.
Mit Blick auf die vielen folgenden Projekte müsse man jeden Euro umdrehen, damit am Ende nicht die Schulen leer ausgingen, die auf der Priorisierungsliste etwas weiter unten stehen, bringt es Robert Kraus von der CDU die Stimmung auf den Punkt.
Sanierung der Schulen kann bis zum Jahr 2055 dauern
Nach der allgemeinen Priorisierung legt die Stadtverwaltung jetzt einen groben Zeitplan für die Sanierung von insgesamt 26 Schulen vor. Nach aktuellem Stand würde das 30 Jahre dauern. Der scheidende Bürgermeister Frank Stein zeichnet aber auch einen kostspieligen Weg vor, wie es deutlich schneller gehen könnte. Sofern der künftige Bürgermeister nach der Wahl im Herbst dafür eine Mehrheit im neuen Stadtrat findet.
Zunächst ist es aber Andreas Ebert von der SPD, der der Verwaltung und der Schulbaugesellschaft hart in die Parade fährt.
Die hatten vorgeschlagen, das gerade erst sanierte und modernisierte Otto-Hahn-Gymnasium mit einem neuen Klassenhaus für die Rückkehr zu G9 fit zu machen. Dieses Gebäude soll nach Prüfung von sieben Standorten auf dem Schulgelände mit einer Grundfläche von 1685 Quadratmetern am östlichen Rand auf einer Tartanbahn gebaut werden. Unter dem extrem hohen Zeitdruck sei das die einzige machbare Lösung, damit die Räume zum Schuljahr 2026/27 bereit stehen, erläutert Sebastian Rolko, Chef der Schulbaugesellschaft.
Dagegen bringt Ebert drei Einwände vor: Das Gebäude sei für rund 200 Schüler:innen viel zu groß dimensioniert, es verschlinge entgegen der ausdrücklichen Forderung des Ausschusses eine weitere Sportfläche, der Standort sei städtebaulich ungeeignet. Daher solle der Ausschuss den Vorschlag ablehnen und der Verwaltung auftragen, die Grundfläche (und damit auch die Kosten) auf 1250 qm zu reduzieren, eine Lösung zu finden, die nicht auf Kosten der Sportfläche gehe und zudem einen Standort zu präsentieren, der nicht am Rande des Schulgeländes versteckt sei.
Eine Kritik, die in den Grundzügen auch von den Grünen und der CDU getragen wird. Und auch von Eggert sowie Alexandra Meuthen, der Fachbereichsleiterin für den Hochbau, akzeptiert wird. Sie versprechen Nachbesserungen, appellieren aber auch, den Prozess nicht zu verzögern.
Nach einer Sitzungsunterbrechung auf Antrag der FWG wird über einen entsprechenden Konsens abgestimmt und einstimmig entschieden: Der Standort wird noch einmal überprüft; sollten am Ende dennoch Sportflächen beansprucht werden, müsse eine Kompensation an anderer Stelle schon jetzt geplant und Kosten einkalkuliert werden. Die Grundfläche soll auf ein Maß reduziert werden, dass sich an der Größe von 1250 Quadratmetern orientiert.
Allein über das OHG-Klassenhaus ist mehr als eine Stunde debattiert worden, doch die folgenden Beschlüsse gehen im Minutentakt, ohne Diskussionen über die Bühne.
Betrieb der Nelson-Mandela-Gesamtschule nicht in Gefahr
Zur Nelson-Mandela-Gesamtschule, die nach neuen Erkenntnissen mit PCB belastet ist, zunächst zur Probe in einem Teilbereich saniert werden soll und womöglich ebenfalls an einem Abriss / Neubau nicht vorbeikommt, stellt nur die CDU eine Frage. Robert Kraus will wissen, wie hoch die Gefährdung der Schülerinnen und Schüler tatsächlich sei.
Die gemessenen Werte seien nicht so hoch, dass eine Schließung der Schule drohe, berichtet Fachbereichsleiterin Meuthen. Die Verwaltung nehme das Schadstoff-Thema aber sehr ernst und wolle daher im Sommer weitere Proben entnehmen.
Auch Nelson-Mandela-Gesamtschule muss saniert werden
Eigentlich sollte es bei der Sondersitzung des Schulausschusses am Dienstag „nur“ um Sanierung oder Neubau der Integrierten Gesamtschule Paffrath (IGP) gehen. Doch nun zeigt sich, dass auch die Nelson-Mandela-Gesamtschule wenigstens saniert, womöglich aber ebenfalls abgerissen werden muss. Im Ausschuss an diesem Dienstag geht es zudem um das AMG, das OHG und das Gymnasium Herkenrath. Ein Überblick.
Dass alleine für diese Beprobung die Entkernung eines Bereichs und ein Ersatzgebäude erforderlich sind, was zusammen fast 1,5 Millionen Euro kostet, dass im Extremfall auch diese Gesamtschule abgerissen werden muss, ist in dieser Sitzung kein Thema.
G9-Erweiterung für das Albertus-Magnus-Gymnasium
Ebenfalls sehr schnell fällt der einstimmige Grundsatzbeschluss für das AMG: Mit der Rückkehr zu G9 soll das Gymnasium in Bensberg ein Interimsgebäude mit zwei Physikräumen, einen Informatikraum, vier Klassenräumen und einem Differenzierungsraum erhalten. Hier stehen die Planungen noch ganz am Anfang, die Kosten werden auf 4,5 Millionen Euro geschätzt.
Auch hier sagt Meuthen auf Rückfrage von Ebert zu, bei der Planung „mit viel Augenmaß“ und den Maßgaben vorzugehen, die in der Debatte über das Klassenhaus am OHG genannt worden waren. Mehr Infos im Ratsinfosystem
Mehr Räume im Schulzentrum Herkenrath
Ohne jede Wortmeldung stimmt der Ausschuss über das Projekt für die beiden Schulen in Herkenrath ab und einstimmig zu: Zunächst gibt die Realschule Räume an das Gymnasium ab, damit der G9-Bedarf gedeckt werden kann.
Im zweiten Schritt bekommt die Realschule einen Erweiterungsbau, der direkt an deren Schulhof grenzt. Auch diese „Schnellschule“ soll möglichst im Herbst 2026 in Betrieb gehen, der Kostenrahmen liegt bei insgesamt 5,6 Millionen Euro. Mehr Informationen im Ratsinformationssystem
Langer Weg zum Konsens für die IGP
Sehr viel Zeit nimmt sich der Ausschuss dann noch einmal für eine gründliche Information und Debatte zur Frage, wie die größte Schule der Stadt überleben kann. Dabei gehe es ja nicht um das Gebäude der Integrierten Gesamtschule, sondern um die Menschen, macht Schulleiterin Angelika Wollny deutlich.
Zunächst erläutert eine Gutachterin noch einmal sehr ausführlich die Ergebnisse einer Wirtschaftlichkeitsstudie, in der die Vor- und Nachteile von drei Varianten untersucht worden waren.
Dabei wird erneut deutlich, dass Variante 3 (Generalinstandsetzung des alten IGP-Gebäudes, Umzug der Schule währenddessen in ein Interimsgebäude) viel zu lange dauert und mit geschätzt 272 Millionen Euro immens teuer wäre. Selbst unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit wäre das die schlechteste Lösung.
Variante 2 (Bau eines Interimsgebäudes, danach Abriss und Neubau der Schule) würde immer noch 224 Millionen Euro kosten und bis zu 12 Jahre dauern.
Am besten nach allen Kriterien schneidet die Variante 1 ab: In diesem Szenario bleibt die Schule zunächst im alten (und dafür stetig ertüchtigten) Gebäude, während auf der großen Wiese nebenan ein neues Gebäude gebaut wird – das alle Anforderungen an einen modernen Schulbetrieb erfüllt, günstiger zu bewirtschaften sein wird, in „nur“ zehn Jahren fertig ist und mit Kosten von geschätzt 160 Millionen Euro auch deutlich die günstigste Variante ist.

Die ganze Präsentation und den Kostenrahmen finden Sie im Ratsinformationssystem.
Diese Zahlen, das betonen Sprecher:innen von Grünen, SPD und CDU, hätten sie zunächst einmal schockiert. Und auch die Erkenntnis, dass „die alte IGP“ nicht mehr zu retten ist, habe erst einmal verdaut werden müssen.
Andererseits sei es ein großer Glücksfall, dass neben der IGP eine große Wiese zur Verfügung stehe, auf der während des Schulbetriebs gebaut werden kann. Und damit auf eine teure Interimslösung verzichtet werden kann.

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Genau dieser Punkt, berichtet Schulleiterin Wollny, habe auch die Schulgemeinschaft am Ende überzeugt. Das Kollegium und auch die Eltern seien in sehr großer Sorge, dass die besondere Atmosphäre der Schule, das Gemeinschaftsgefühl und das Kulturleben der von allen geliebten Schule verloren gehe. Und dazu würde es unweigerlich kommen, wenn die Schule für viele Jahre in eine beengte Notlösung ziehen müsse.
Daher, so Wollny, klebe die Schule nicht am alten Gebäude. „Schweren Herzens, aber voller Überzeugung“ halte sie selbst den Neubau nebenan jetzt für die beste Lösung für alle.
Damit werde aber keine endgültige Entscheidung getroffen, betonen Dezernent Eggert und Fachbereichsleiterin Meuthen noch einmal. Sondern lediglich grünes Licht gegeben, die Option des Neubaus auf der benachbarten Wiese weiter zu untersuchen. Und dabei gebe es einige Fragen zu klären (ist das Grundstück tatsächlich geeignet?) und sei ein ganz neuer Bebauungsplan aufzustellen.
SPD, Grüne und FWG wären jetzt soweit, der Variante 1 zuzustimmen. Und auch für die CDU sind die zuletzt noch offenen Fragen beantwortet. Dennoch, führt Helga Kivilip aus, wolle die CDU diese erste wirklich große Entscheidung über eine Schulsanierung dem Stadtrat überlassen.
Dafür zeigten sich die anderen Fraktionen offen; die Entscheidung wurde einstimmig vertagt, damit der Stadtrat diesen Beschluss an sich ziehen kann.
Dissens beim Anmeldeverfahren
Wie berichtet will die Stadt am neuen Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen festhalten – und damit auf das frühere vorgezogenen Verfahren für die Gesamtschulen verzichten. Mit der Begründung, dass in diesem Jahr alle Schüler:innen einen Platz in der gewünschten Schulform erhalten hatten.
Dagegen hatten sich Grüne, SPD und FWG in einem Antrag gewandt. Und auch Angelika Wollny – als Sprecherin der weiterführenden Schulen sowie Leiterin der IGP – halten im Ausschuss an der Kritik fest.
Bei einem einstufigen Verfahren würden sich viele Eltern gar nicht mehr an einer Gesamtschule bewerben (aus Sorge, bei einer Ablehnung keine Wahl mehr zu haben), sondern gleich zu einem Gymnasium zu gehen, argumentieren Ausschussmitglieder, die als (ehemalige) Schulleitungen oder Lehrer:innen viel Erfahrung mitbringen. Das habe sich ja auch in diesem Jahr gezeigt, als das DBG als einziges Gymnasium mit einem Ganztagsangebot 48 Schüler:innen abweisen musste.
Entsprechend votiert der Ausschuss: Einstimmig nimmt er den Antrag auf, nur die CDU enthielt sich. Damit wird die Verwaltung beauftragt, für das nächste Schuljahr ein zweistufiges Anmeldeverfahren für die Gesamtschulen zu beantragen.
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Auch hier, wie damals bei den kleinen Brücken.
Gibt es keine bereits fertig geplanten Schulen, die auf dieses Gelände übertragen werden können?
Es muss doch nicht jedes Mal ein Architekt alles komplett neu machen.
Wird Zeit, dass für öffentliche Bauten ein modularer Musterkatalog erstellt wird, den man mit wenig Arbeit an die örtlichen Gegebenheiten anpassen kann.
Verwaltung und Politik haben diese Notwendigkeit ebenfalls erkannt und gehandelt: Es gibt mittlerweile Schulbaustandards für Grund- und für weiterführende Schulen (zuletzt im März im zuständigen Ausschuss für Schule und Gebäudewirtschaft behandelt). Allerdings sind Anpassungen an lokale Gegebenheiten (Gelände, öffentlicher Kanal, Bebauungsplan, Größe der Schule, pädagogisches Konzept etc.) nach wie vor erforderlich.
Sie haben schon Recht, man muss nicht immer das Rad neu erfinden, und zeitnah benötigte Zweckbauten müssen nicht immer der große kreative Wurf sein. Allerdings sollte man sich wohl vom Gedanken verabschieden, dass die Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten mit wenig Arbeit verbunden ist.
Wenn Sie die Pläne und zurückliegenden Diskussionen der Schulbaugesellschaft verfolgen, können Sie sehen, dass sowohl die kommenden KiTas als auch die bereits gebauten und noch kommenden Klassenhäuser vorwiegend modular geplant und ausgerichtet sind.
Hier wird also bereits schon entsprechend gearbeitet und Effizienzen genutzt. Ob das auch bei größeren Bauvorhaben oder gar der IGP – möglich ist, wird sich zeigen.
Ist das nur Stadtintern oder ist das ein Kreis-, Land- oder Bundesweites Konzept?
Bundesweit würde in jedem Fall schwierig, weil Baurecht Ländersache ist und damit die Anforderungen unterschiedlich sind. Die meisten Länder folgen zwar mit ihren Landesbauordnungen der Musterbauordnung, haben aber in Details auch andere Vorstellungen. Einer landesweiten Einheitlichkeit sollte aber nichts im Wege stehen.
Die Zeiträume bis zur jeweiligen Fertigstellung der diversen Projekte und die enormen Kosten für notwendige Zusatzgebäude, Neubau und Sanierungen sind erschreckend. Für mich nicht verständlich, dass man jahrelang dem Verfall zugesehen hat. Jeder Eigentümer von privatem Wohnraum weiß, dass er eine Instandhaltungspflicht hat und durch notwendige regelmäßige Wartungsarbeiten und Mängelbehebung dafür sorgen muss, dass das Gebäude in sicherem und bewohnbarem Zustand bleibt. Bei städtischen Gebäuden scheint es mir immer wieder so zu sein, dass viele Jahre nichts gemacht wird, um dann festzustellen, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt und stattdessen neu gebaut werden muss oder dass plötzlich enormer Sanierungsbedarf vorliegt. Das alles dauert dann noch sehr lange und die vorab veranschlagten Kosten werden häufig weit übertroffen.
aus eigener Erfahrung: das weiß nicht jeder Eigentümer von privatem Wohnraum bzw. möglicherweise mag er es wissen UND handelt dennoch nicht danach ….. lässt sein Eigentum verfallen und vermietet sogar bewusst neu in diesem Zustand.
Instandhaltungspflicht
Eigentum verpflichtet
Theorie versus Praxis
und da mag es die schönsten Gesetze geben, wenn diese keiner anwendet, umsetzt, dann ist der/die Mieterin die dies nicht ahnte alleine auf weiter weiter weiter Flur
Ich fände es sehr spannend, wenn diese 10 Jahre (Gesamtdauer?) mal exemplarisch aufgeschlüsselt werden könnten, welcher Schritt des Prozesses wie lange genau dauert, auch um das Verhältnis von Bürokratie und tatsächlichen Bauarbeiten aufgezeigt zu bekommen.
Leider selber ohne irgendwelche Fachkenntnisse ausgestattet würde ich dennoch wetten, das hierbei ein sehr deutliches Beispiel für den Misstand das Ergebnis wäre.
10 Jahre – das ist eine komplette Schulkarriere Sek I+II!
Die Frage, die ich mir stelle: Warum muss das Gebäude (IGP) nach nur 50 Jahren komplett abgerissen werden??? Demnach müssten ja bestimmt die Hälfte aller Gebäude in Bergisch Gladbach baufällig sein.
Wie erschreckend ist dieser Artikel und die Berichterstattung aus der politischenWelt! Es geht um unsere Kinder!, die in baufälligen und gesundheitsgefährenden Gebäuden unterrichtet werden.
Danke an die Redaktion, klar und deutlich zu berichten!!!
Was sind die Langzeit gesundheitlichen Folgen für die Schülerinnen und Schüler an der NMGS… Wer übernimmt die persönliche Verantwortung..
Es geht um PCB!!
Gesundheitliche Folgen beim IGP..? Auch hier, wer übernimmt die persönliche Verantwortung??? Hier ist die Mängelliste ziemlich lang…mit extremen Gefahren verbunden ( (Bandschutz…etc.)
Rhetorische Fragen…
Ein wenig muss man die Kirche auch im Dorf lassen, in diesem Beitrag (https://in-gl.de/2025/05/06/auch-die-nelson-mandela-gesamtschule-muss-saniert-werden/) und in diesem steht jeweils, dass erstmal keine Gefährung der Kinder der Nelson Mandela Gesamtschule besteht, jedoch das Baurecht es vorsieht, dass die Belastung beseitigt werden soll.
Wie kommt es, dass eine Sanierung des OHG “nur” 33 Millionen gekostet hat, die Sanierung der IGP aber 272 Millionen Euro kosten würde. Das OHG war auch asbestverseucht und vom Gebäude her sicher nicht einfach zu sanieren. Plus eine komplette Realschule war noch mit enthalten.
Nicht ganz klar ist auch, dass die Erweiterung für G9 beim AMG nur 4,5 Millionen kosten soll, für das OHG aber 8 Millionen. Allein das zeigt doch, dass beim OHG irgendwas überdimensioniert geplant sein muss, denn beide Schulen sind vierzügig und das OHG ist überdies gerade erst aufwendig saniert worden. Übrigens in dem Wissen, dass G9 vor der Tür stand. Wieso man da nicht direkt die Erweiterung mit eingeplant hat, ist auch wieder so ein Rätsel, welches man vermutlich auch wieder nur mit “Wenn die öffentliche Hand etwas baut…” beantworten kann.
Insgesamt frage ich mich allerdings, woher die Stadt plötzlich die Mittel für 160 Millionen alleine für die IGP hat und vorher jahrzehntelang zugeschaut wurde, wie die Schulen immer weiter verfallen. Dass auf Bundesebene unter Merkel viele wichtige Themen einfach 16 Jahre lange verschlafen oder bewusst ausgesessen wurden, ist ja inzwischen vielen schmerzhaft bewusst geworden. Aber welche Begründung gibt es hier auf kommunaler Ebene?
Zur letzten Frage: Die Stadt Bergisch Gladbach befand sich bis 2021 im Haushaltssicherungskonzept, durfte Investitionen nur in einem begrenzten Maß Kredite aufnehmen. Dieser Kreditdeckel ist 2022 von der Kommunalaufsicht aufgehoben worden, erst seither können die großen Investitionen wieder über Kredite finanziert werden.
Es wäre wohl das erste Projekt bundesweit, bei dem mit einem Vorlauf von 10 Jahren die endgültigen Kosten feststehen. Es sei denn, man hat die heute kalkulierten Kosten bereits verdoppelt.
Ein Neubau der IGP dauert 10 Jahre??
Ganz ehrlich, ich halte das für optimistisch und wäre sehr sehr froh, wenn da in 10 Jahren eine fertige und vollumfänglich benutzbare Schule steht.
Das ist ja kein simpler Bau und muss danach auch viele Jahre nutzbar sein. Erstmal Voruntersuchungen, dann viel Planung und Genehmigung, dann Ausschreibung, dann neue Ausschreibung weil kein Generalunternehmer gefunden wurde, der das so machen wollte, dann irgendwann Baubeginn, Verzögerungen, unerwartete Probleme… Ich würd’ drauf wetten, dass das länger dauert.
Und natürlich kann man sowas beschleunigen… mit viel Geld. Das wir nicht haben…
Es ist schon traurig, dass man 10 Jahre als realistisch betrachten muss. In China würde man ein solches Projekt vermutlich in einem Jahr fertigstellen, aber scheinbar haben wir uns an unsere eigene Inkompetenz gewöhnt und damit arrangiert.
Das meine ich. Es kann doch nicht sein, das es inkl. Verfahren und allem 10 Jahre dauern soll…
@Christian Lesnik
Vergleiche mit China finde ich generell etwas unpassend. Sie wollen nicht wirklich in einem solchen Staatssystem leben.
Man mag Teile unserer Bürokratie schlecht und hinderlich finden, aber am Ende geht es darum, Regelungen aufzustellen, die z.B. gegen Korruption und ähnliches schützen.
Und auch politische Prozesse dauern ihre Zeit, sind aber ein integraler Bestandteil unserer Demokratie.
In China wurde sogar ein komplettes Krankenhaus innerhalb weniger Tage gebaut.
Natürlich will hier niemand in einem Gesellschaftssystem wie in China leben. Aber man muss sich schon fragen, ob 10 Jahre wirklich eine Dauer sind, die wir als Gesellschaft akzeptieren wollen, wenn es zumindest technisch möglich ist, so einen Bau auch in einem Jahr zu realisieren.
Wo das hinführt, haben wir ja am Flughafen in Berlin gesehen. Als die Arbeiten fertig waren, entsprachen sie schon nicht mehr dem aktuellen Standard beim Brandschutz und dann musste nachgebessert werden. Das dauerte wieder so lange, dass die Abnahme nicht möglich war, weil sich die Gesetze bereits wieder geändert hatten usw.
Und am Ende kam ein Flughafen bei raus, der nicht mehr so gerne und häufig genutzt wird, wie die alten Flughäfen vorher, weil er zu weit außerhalb der Stadt liegt.
Währenddessen hat die Türkei in Istanbul einen deutlich größeren dritten Flughafen in nur 3,5 Jahren gebaut. Wenn wir in Deutschland weiterhin so selbstgefällig bleiben und immer nur alles komplizierter und bürokratischer machen, wird uns das irgendwann auf die Füße fallen. Dann kommen auf einen Bauarbeiter womöglich 5 Beamte, die seine Arbeit planen, prüfen, begutachten, abnehmen, bemängeln und letztlich effektiv verhindern.
Und ob es am Ende wirklich besser ist, wenn Kinder im Unterricht z.B. von herabfallenden Lampen erschlagen werden oder in einer schadstoffbelasteten Umgebung weiterlernen müssen, weil der Neubau sich 10 Jahre hingezogen hat, als beim Neubau vielleicht einfach mal Gas gegeben und nicht auch noch den absurdesten Grenzfall eingeplant zu haben, könnte man auch noch diskutieren.
Danke für diese ausführliche Berichterstattung