Nelson Müller bei der offiziellen Eröffnung der Diepeschrather Mühle. Fotos: Laura Geyer

Mit einer großen Küchenparty hat Nelson Müller die neue Diepeschrather Mühle samt Hotel und den Restaurants „Müllers“ und „Schote“ eröffnet. Akrobaten, Sängerinnen und sehr viel gutes Essen machten das Fest zu etwas wirklich Besonderem. Auch Müller selbst trat ans Mikro. Schauen und hören Sie selbst.

In der Diepeschrather Mühle ist Großes im Gange: Das sieht und hört man schon von weitem. Die Straße ist zugeparkt, Musik schallt in den Wald hinein. Es ist das „Grand Opening“ des neuen Hotel- und Restaurant-Komplexes von Nelson Müller. Und es ist mehr als eine Eröffnungsfeier – es ist ein Happening.

Mit einem goldenen VIP-Band am Arm geht es über einen roten Teppich in den Hof hinein. Fotografen lauern auf (echte) VIPs, Kellner:innen warten mit Champagnergläsern. Eine Akrobatin tanzt grazil über ein Seil, eine Gruppe junger Männer in blau-weiß gestreiften Matrosenshirts baut eine menschliche Pyramide nach der anderen, ein Feuerspucker darf gerade nur Feuer schlucken – es ist zu voll zum Feuerspeien, sagt er.

Überall auf dem Gelände sind Stände mit Essen und Getränken verteilt, Partnerinnen und Partner von Nelson Müller, darunter auch einige lokale Anbieter. Der schreiend pinke Eisstand von Roberto Perilli zum Beispiel, der in Köln die Eisdiele Cortina führt. Sein Vater, erzählt er mir, hatte lange Jahre das Eiscafé Perilli in Refrath.

Französische Austern werden vor den Gästen geöffnet und verteilt. 450 Menschen waren eingeladen, darunter viele Freunde aus Essen, hatte Nelson Müller zuvor im Pressegespräch erzählt. Das hört und merkt man, es wird geduzt, der Umgangston ist locker. Es soll keine Gala sein, sondern eine Küchenparty. So fühlt es sich auch an, wobei, nun ja, eine hochklassige Küchenparty.

Hinweis der Redaktion: Hier finden Sie alle Restaurant-Kritiken und Berichte zur Gastronomie in Bergisch Gladbach.

Unter den Geladenen sind auch bekannte Gesichter: Fernsehmoderator und Komiker Guido Cantz, der aufstrebende Comedian Tony Bauer, Colmar Schulte-Goltz von „Bares für Rares“, Günther Klum, Landrat Stephan Santelmann, Staatsministerin a.D. Michelle Müntefering.

„So viele schöne Menschen!“

Nun ergreift Nelson Müller das Mikrofon und singt erst einmal: „Schwerelos“ von Stefan Gwildis und Müller selbst. Der Text passt so gut zum Anlass, dass man meinten könnte, er wäre eigens dafür geschrieben worden:

Es gibt ganz spezielle Orte / Die ziehen Dich an wie ein Magnet / Doch fehlen einem glatt die Worte / Wenn Du spürst was da abgeht

Ich rede von hier und heute / Spür die wahnsinns Energie / Seh die gut gelaunte Meute / Und fühl die heilende Magie

Herzen ham hier’n Zuhause / Dieser Tag ist wirklich groß / Sogar die Schwerkraft macht mal Pause / Abheben kann man hier famos

Und wir schweben schwerelos / Von hier seh’n wir ganz grandios

Danach wendet er sich an die Gäste: „So viele schöne Menschen, so viele schöne Gesichter!“, sagt er, und wie sehr er sich freut, endlich seine Diepeschrather Mühle offiziell zu eröffnen. Er bedankt sich, beim Inhaber Werner Arenz, bei anderen Menschen, die in den letzten Monaten zum Um- und Ausbau des Areals beigetragen haben, und ganz besonders bei seinen Mitarbeiter:innen.

„Mein Team ist einfach unfassbar, das sind wirklich Maschinen“, sagt Müller. Die letzten Wochen seien keine Acht-Stunden-Tage gewesen – „vielleicht sollte ich das vor den TV-Kameras lieber nicht erwähnen“, sagt er und lacht. „Wo findest du heute noch solche Leute?!“

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Eine Tour mit Nelson Müller durch die neue Diepeschrather Mühle

Das Hotel, die Brasserie „Müllers in der Mühle“ und das Gourmet-Restaurant „Schote“ in der Diepeschrather Mühle haben ihre Türen bereits geöffnet, am 26. Mai wird auch die offizielle Eröffnung gefeiert. Höchste Zeit also für eine Haustour mit Nelson Müller. Dabei präsentiert der bekannte Koch, was der kräftig erweiterte Komplex alles bietet. Und erzählt, warum er seinen Lebensmittelpunkt nach Bergisch Gladbach verlagert.

Tatsächlich sind viele aus Nelson Müllers Team mit ihm nach Bergisch Gladbach gegangen, haben ihren Wohnsitz hierher verlegt. Das ist schon bemerkenswert. Und die gute Verbindung spürt man, wenn man die Mitarbeiter:innen bei der Arbeit beobachtet.

Die Küchenparty ist eröffnet

Ein weiterer Dank geht an die Wirtschaftsförderung der Stadt Bergisch Gladbach, die ihn sehr unterstützt hätte und weiterhin unterstützen würde. „Wir haben viele Themen“, sagt der Koch und Unternehmer und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich sage nur, ich hatte in Ghana schon besseren Empfang als hier …“

Müller hält sich aber nicht mit langen Reden auf und sagt bald, seine Köche würden bereits schimpfen, weil das Fleisch fertig sei.

Damit ist die Küchenparty offiziell eröffnet. Neben den Ständen im Hof und in der Orangerie gibt es auch im „Müllers“ und im „Konrad-Adenauer-Saal“ kleine Speisen. Eine Station liegt direkt in der Küche der Brasserie – cool.

Und auch in der „Schote“ wird gekocht: das „Onsenei auf Bohnencassoulet“ ist ebenso hübsch angerichtet wie das Kalbsbries mit Jakobsmuschel und Kaviar, beides schmeckt fantastisch.

Neben Champagner, Wein und Bier gibt es auch mehrere Stände mit alkoholfreien Drinks, vom Limoncello Spritz bis hin zum Gin Tonic. Im Hintergrund spielt „The Jim Rockford Band“, mit der Nelson Müller öfter auf der Bühne steht.

Privat-Konzert mit bekannten Musiker:innen

„Nelson!“, ruft jetzt eines der Bandmitglieder. Draußen ist es inzwischen dunkel geworden, es ist nach 22 Uhr. „Nelson ist noch am Essen? Hey, du bist nicht zum Spaß hier!“, hört man durchs Mikrofon. Es dauert nicht lange, bis der Aufgeforderte erscheint. Er lässt sich nicht zweimal bitten und gibt noch einen Song zum Besten, „September“ von Earth, Wind & Fire.

Immer mehr Gäste kommen jetzt wieder nach draußen, viele waren zum Essen nach drinnen gegangen, hatten im Müllers und in der Orangerie Tische und Stühle zusammengestellt, in kleineren oder größeren Gruppen zusammen gespeist und gequatscht.

Doch jetzt kündigt Müller seinen Freund Rolf Stahlhofen von den Söhnen Mannheims an. Er spielt das bekannte Stück „Geh davon aus“. Dann ruft Müller die „beste Soulstimme Deutschlands“ zurück in den Hof: Cassandra Steen von Glashaus hatte schon eingangs ein Lied gesungen, nun legt sie mehrere Songs nach. Das Publikum singt begeistert mit, zeigt sich insbesondere bei „Stadt“ textsicher.

Bis die Band durchsagt, dass sie die Party nach drinnen verlegen müssten: Die Polizei sei gerade da gewesen. Da wünscht sich Nelson Müller nur noch ein Lied von Cassandra Steen – „du weißt, welches ich meine“, sagt er. „Das kann ich ganz leise singen“, gibt sie zurück. Und das tut sie dann auch: „Wenn das Liebe ist“, leise und gefühlvoll, wunderschön.

Und dann geht es in den Konrad-Adenauer-Saal. Nelson Müller warnt: „Wehe ich seh‘ jetzt gleich niemanden auf der Tanzfläche! Dann kriegt ihr Hausverbot.“ Das will natürlich niemand riskieren.


Hinweis der Redaktion: Schon vor der offiziellen Eröffnung hatte uns Nelson Müller durch Garten, Restaurants, Spa und Hotel geführt. Den Beitrag mit vielen Fotos von der neuen Diepeschrather Mühle finden Sie hier.

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ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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  1. Aus meiner Sicht ist es eine journalistische Pflicht, über besondere gastronomische Ereignisse zu berichten. Auch wenn sie bei uns nicht (wie in Frankreich) zum immateriellen Kulturerbe zählt, ist Kochkunst ein Aspekt der Kultur eines Landes. Spitzenleistungen sind teuer. Ob Herr Müller Spitzenbewertungen erhält, ist offen. Mir erscheint seine Preisgestaltung in der “Schote” grenzwertig. Angesichts der Preise der bereits besternten Kölner Konkurrenz habe ich vorerst auf einen Besuch verzichtet.

  2. Ziemlich viel kostenlose Werbung für einen Koch, dessen Gerichte sich die wenigsten werden leisten können.