Undatiertes Foto aus dem Stadtarchiv

Am 1. Juni 1975 begann der Betrieb der S-Bahn in der Region Köln mit der Verbindung nach Bergisch Gladbach auf der Linie S 11. Auch 50 Jahren später wartet die Stadt noch immer auf das zweite Gleis und damit auf einen zuverlässigen engeren Takt. Dennoch würdigt die Stadt die S 11 als wichtigen Bestandteil der Mobilität Bergisch Gladbachs – und wünscht ihr alles Gute zum Geburtstag.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Stadt Bergisch Gladbach

Was am 1. Juni 1975 für viele unbemerkt und ohne große Feierlichkeiten begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit bis zum heutigen Tage mit rund 240 km zum elfgrößten S-Bahnnetz in Deutschland: An diesem Tag begann der sog. Vorlaufbetrieb der S-Bahn Köln auf der Linie S 11 zwischen Bergisch Gladbach und Köln-Chorweiler. Seit nunmehr 50 Jahren ist die S 11 ein fester Bestandteil der Mobilität Bergisch Gladbachs.

Nicht nur für die Stadt Bergisch Gladbach war dies zum damaligen Zeitpunkt ein großer Schritt in Richtung Anbindung an den Verkehrsknoten Köln – schaffte doch die zeitnahe Einführung eines Taktverkehrs auf dieser Strecke eine verbesserte und vor allem schnellere Anbindung der Stadt nach Köln.

Nicht zuletzt durch die Verlängerung der Strecke im Jahre 1985 über Köln-Chorweiler hinaus zunächst bis nach Neuss und anschließend bis nach Düsseldorf, konnte das wachsende Verkehrsaufkommen auf der Schiene sukzessive verbessert werden.

Fotos: Stadtarchiv

Und auch heute noch sind Verbesserungen am Takt auf der Strecke erforderlich. Nicht zuletzt durch den derzeit in der Planung befindlichen zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach soll die aktuell pendlerstärkste Verbindung im S-Bahnknoten Köln für eine dringend notwendige Taktverdichtung fit gemacht werden.

„Bergisch Gladbach als einzige Großstadt in NRW mit lediglich einem S-Bahnanschluss wartet dringend auf den Ausbau dieser wichtige Schienenverbindung. Hierzu befinden wir uns aktuell in einem engen Austausch mit der DB InfraGO AG und dem Zweckverband go.Rheinland.“, so Ragnar Migenda, Erster Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach.

Das aktuelle Foto zeigt eine typische Situation am S-Bahnhof: kein Zug in Sicht. Foto: Stadt Bergisch Gladbach

„Nicht nur für die Stadt Bergisch Gladbach, sondern auch für die umliegenden Städte und Gemeinden bildet die S 11 ein wichtiges Rückgrat beim ÖPNV“, so Willi Schmitz, einer der beiden Geschäftsführer der Infrastruktur- und Projektgesellschaft Bergisch Gladbach mbH, welche in der Stadt u.a. für den ÖPNV verantwortlich zeichnet. „Mit dem hoffentlich zeitnah bevorstehenden Ausbau wird diese wichtige Achse gestärkt und der ÖPNV auch mit neuen Zügen zusätzlich attraktiver gestaltet.“, so Willi Schmitz weiter.

Die Stadt Bergisch Gladbach und die Infrastruktur- und Projektgesellschaft Bergisch Gladbach mbH wünschen der S 11 daher alles Gute zu Ihrem „runden“ Jubiläum am 1. Juni 2025.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. Die Gedanken und Beobachtungen von Martin Gent in seinem Kommentar vom 1. Juni 2025 um 22:16 Uhr teile ich vollkommen.

    Ich bin als Mensch mit Handicaps auf den ÖPNV und hier besonders auf die S11 angewiesen, um z.B zur Arbeit zu kommen.

    Ich beobachte den Verkehrsbetrieb der S11 seit Jahren über die Browser-basierte Fahrplan-App dbf. Dort kann man auch für die einzelnen Züge live die Soll- und Ist-Zeiten an den Stationen gut beobachten, wo üblicherweise wieviel Verspätung entsteht.

    Dabei fiel mir auf, dass wenn S-Bahnen am “Flaschenhals” des Kölner S-Bahn Strecken-Netz, dem zweigleisigen Abschnitt Bf Köln Messe/Deutz via Köln Hbf bis Köln Hansaring, mit wenigen Minuten Verspätung ankommen dass sie dann ihre Verspätung am bzw. im zweigleisigen Engpass oft massiv erhöhen und nicht selten anderen S-Bahn Zügen auch noch zusätzliche Verspätung drauf packen. D.h. wenn die Züge an den Punkten der Strecken-Zusammenführungen vor dem nur zweigleisigen Abschnitt nicht nach Fahrplan ankommen, klemmt es hier sehr schnell. Genau hier ist ein reibungsloser Betriebsablauf sehr vulnerabel.

    Und ich wage zu behaupten, dass es nach Abschluss des S-Bahn Ausbaus im Raum Köln, der ja auch zusätzliche Ausweichgleise und Bahnsteige in den Bahnhöfen Köln Messe/Deutz und Köln Hbf vorsieht, hier den “Konstruktionsfehler” des “Flaschenhalses” im Kölner S-Bahn Netz nicht wirklich beseitigt. Ich befürchte, dass die massive Takrverdichtung, auch durch zusätzliche Linien, die Situation am “Flaschenhals” nicht verbessern, vielleicht sogar verschlimmern werden.

    Eigentlich bräuchte der Großraum Köln zusätzlich ein großen S-Bahn Ring unter Einbeziehung der Bachbarstädte (z.B. Leverkusen, Bergisch Gladbach, Wesseling, etc., oder zumindest in vielen Bereichen ähnlich gefühert wie der Kölner Autobahn-Ring aus A1, A3 und A4.

    Denn viele Berufspendler-Verkehrsströme müssten nicht mehr durch die Kölner Innenstadt und die für die Kölner S-Bahn nur zweigleisige Hohenzollernbrücke “gestopft” werden. Das würde dann bei intelligenter Linienführung der S-Bahnen für eine deutliche Entlastung des aktuellen “Flaschenhalses” des S-Bahn Netzes in der Kölner Innenstadt führen und für viele Berufspedler auch zu deutlichen Fahrzeit-Verkürzungen führen.

    Zum zweigleisigen S-Bahn Ausbau Köln-Dellbrück via Duckterath nach Bergisch Gladbach mit dort geplanten 4 Bahnsteig-Gleisen wäre auch zu überlegen, ob anstelle einer zweiten, kürzeren S-Bahn-Linie S10 zur Takt-Verdichtung nicht die Verlängerung vorhandener Regional-Express und Regiinalbahn Linien, die bisher in Köln Messe/Deutz enden, bis zum Bahnhof Bergisch Gladbach eine sinnvolle Option sein könnte.

    Der logistische und verkehrsrechnische Aufwand wäre geringer und hier würde der S-Bahn Flaschenhals in der Kölner Innenstadt würde durch die Taktveedichtung nicht zusätzlich belastet. Selbst die Fern- und Regio-Gleise würden dort nicht mehr belastet, da die Züge ja dort bereits fahren, aber nicht im Abstellbahnhof Deutzerfeld, sondern in Bahnhof Bergisch Gladbach enden ubd wenden würden. Es könnten hier u.U. auch einige Zwischenhalte zur Beschleunigung entfallen. Halt in Buchforst und am Hansarung würden sowieso bei Regiobahn- und Regional-Express-Linien entfallen.

    Uns Bergisch Gladbach, einzige Großstadt Deutschlands ohne Regional-Express-Halt, bekäme endlich eine Regional-Express-Linie…

  2. Vorschlag zur Entspannung des S11-Problems: Da viele Bahnen der S11 durch Verspätungen (verursacht durch andere Züge, durch Notarzteinsätze, durch Giraffen im Gleis und andere Gründe) ohnehin nur bis Dellbrück kommen, könnte man doch eine Bummelbahn von Gladbach über Duckterath bis Dellbrück und zurück einsetzen, die regelmäßig fährt.

    Als Lokführer könnten Lokführer-Azubis zum Zuge kommen, da sie keine Weichen, keine Streckensignale, keine anderen Züge beachten müssten. Man könnte sogar ganz sicher hoch bezahlte, aber überforderte Bahnmanager einsetzen.

    So hätte man für die nächsten 50 Jahre eine Entspannung – jedenfalls bis Dellbrück – zusätzlich zur Kostenreduzierung und müsste nicht über Kommissionen zur Beratung einer langjährigen Planung für das zweite Gleis nachdenken. Und die tatsächliche Umsetzung der Planung hätte sich dann auch erledigt.

    1. sehr guter Impuls ;-))
      etwas überschneidend ähnliches habe ich eben auch verfasst, in anderer Rubrik, auch mit Einbindung junger Lernenden

    2. Oder einen Schnellbus Bergisch Gladbach – Duckterath – Thielenbruch (nicht rein fahren) – Dellbrück S-Bahn. Bei Ausfall von mehr einer S11 mit direkter Weiterfahrt nach Mülheim.

  3. Zurzeit erfolgt nahezu keine meiner Fahrten mit der S11 zwischen Bergisch Gladbach und Köln nach Fahrplan. Ständig fallen Züge aus, sind verspätet, die Information darüber ist ungenügend und häufig falsch. Man muss den Eindruck gewinnen, dass DB Regio auf Kosten der Bergisch Gladbacher Fahrgäste durch vorzeitiges Wenden in Köln Dellbrück ihre Pünktlichkeitsquote schönt.

    Ein zweites Gleis war schon mal für 2013/2014 in Aussicht gestellt worden (vgl. https://in-gl.de/2011/12/08/zweites-gleis-wo-bleibst-du/). Inzwischen fehlt der Glaube, dass es absehbar kommt.

    Ich möchte anregen, dringend Sofortmaßnahmen zu Pünktlichkeit/Anschluss Bergisch Gladbach zu prüfen (2. Fahrzeug in Dellbrück mit Ersatzfahrer in Köln; Pendelbetrieb Berg. Gladbach-Dellbrück mit zweitem Fahrzeug; Aufbrechen der Linie S11 z.B. in Köln-Hauptbahnhof; provisorisches Überholgleis in Duckterath; …).

    Frederik Ley, Chef von DB Regio NRW, sagte im Kölner Stadtanzeiger vom 19. Mai 25: “Ich mache das mal an einem Beispiel deutlich. Die S 11 fährt zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach auf einem Gleis. Wenn ein Zug Richtung Bergisch Gladbach sehr viel Verspätung mitbringt, müssen wir ihn in Dellbrück enden lassen, damit er auf dem Rückweg wieder einigermaßen in den Takt kommt. Lassen wir ihn weiterfahren, kann der Zug, der in Bergisch Gladbach steht, nicht losfahren, weil es bis Dellbrück ja nur ein Gleis gibt. Solche Entscheidungen werden von den Disponenten immer kurzfristig getroffen. Das ist sehr ärgerlich für die Kunden, aber lässt sich kaum verhindern.”

    Das ist in meinen Augen allenfalls die halbe Wahrheit. Die Züge wenden mitunter auch dann in Köln Dellbrück, wenn im eingleisigen Ast zwischen Dellbrück und Bergisch Gladbach kein Konflikt mit einer herausfahrenden oder nachkommenden S-Bahn abzusehen ist.

    Weiterhin möchte ich einen Halt des RE7 in Köln Mülheim anregen (auch im laufenden Verkehrsvertrag). Dies würde die Anbindung der Bergisch Gladbacher Fahrgäste in Richtung Wuppertal/Hagen/Hamm deutlich verbessern. Auch der RE7 ist sehr unzuverlässig, im Verspätungsfall am Wochenende verlängert sich die Reisezeit mit Umstieg in Deutz dann oft um eine halbe Stunde.

    Ein Engagement in diesem Sinne wäre ein schönes Abschiedsgeschenk der Stadtspitze und bleibt sicher auch eine Aufgabe für die Neugewählten.

  4. Das Foto oben ist von 1976, da hatte die FDP dieses Plakat im Bundestagswahlkampf.

  5. Coole Satire! Soviel Humor hätte ich der Pressestelle nicht zugetraut.
    Am besten gefallen mir die Zitate wie „ … bildet die S 11 ein wichtiges Rückgrat beim ÖPNV“.
    Daran werde ich mit einem Lächeln denken, wenn ich wieder einmal erklären muss, warum ich zu spät zur Arbeit erschienen bin.

  6. Die Überschrift könnte auch lauten 50 Jahre Stillstand!
    Jetzt wird es erst einmal 95 Tage still auf den Gleisen und eine echte Alternative ist nicht in Sicht. Das war bestimmt eine Überraschung für die Beteiligten das während der Bauarbeiten das Gleis stillgelegt werden muss. Wir werden bei den Verbindungenan die Aussenwelt abgehängt, sowohl auf der Strasse wie auf der Schiene.

  7. Die Stadt selbst sollte sich schämen, derartiges zu veröffentlichen.
    Seit vielen Jahren bereits Grossstadt, aber noch immer einen “Bahnhof” in der Grösse eines Haltepunktes auf dem Land, ausreichend für ein Dorf kleiner als Paffrath. Da hätte man durchaus in der langen Zeit mehr Druck machen können.

    Dazu eine “aktuelle” Minimal-Anzeige, die dazu noch permanent Fehlinformationen liefert. Innerhalb von 15 Minuten werden mindestens drei verschiedene Gründe geliefert, warum die nächste Bahn nicht eintrifft.

  8. 10-Minuten-Takt für die S11?
    das bedeutet:
    – doppelt so viele Lokführer/Personal werden benötigt.
    – noch mehr Züge zwischen Köln Messe/Deutz und Köln-Hansaring.
    Wie soll das funktionieren?
    Hauptgrund für viele Zugausfälle: u.a. Personalmangel, zu große Verspätung, …
    Verspätung deshalb, weil sich viele Züge “knubbeln” auf der Kernstrecke.
    Ich denke, ein verlässlicher 20-Minuten-Takt wäre schon wunderbar – da sollte man nicht an einen 10-Minuten-Takt denken, der sowieso kaum realisiert werden kann (woher das Personal nehmen?). Die 10er-Milionen Kosten sollte man sich deshalb sparen!

    1. Der 20er Takt ist ohne das zweite ja auch nur Theorie, daher kommt man da nicht drumrum. Eine Zeitabschätzung hierzu wäre jedoch, neben der wohlfeilen Selbstdarstellung der Stadt, schön gewesen.

    2. Eine engere Taktung ist lange überfällig, durch künftig drei S-Bahn-Linien und einen fast 5-Minuten-Takt gewinnt die Bahn massiv an Attraktivität.

      So wird das gehen:
      – Ausbau zwischen Dellbrück und Gladbach
      – Ausbau in Köln Hbf und Deutz
      https://wir.gorheinland.com/ausbau/bahnknoten-koeln

      Der 20-Minuten-Takt funktioniert nicht wegen der Infrastruktur. Vier Bahnsteige in Gladbach bedeuten längere Wendezeiten und somit Züge, die nicht in Dellbrück umkehren.

  9. Die feine Ironie der offiziellen Gratulanten zum 50jährigen Jubiläum der S11 und der von Beginn an stockenden Planung für das zweite Gleis – was sind schon 50 Jahre – hat mir großes Vergnügen bereitet.