Einige der Medien-Pioniere aus ganz Deutschland beim StartHub-Treffen. Foto: Correctiv

Journalismus ist nichts für Alleinkämpfer. Schon gar nicht, wenn man eine Lokalzeitung aufbauen will. Daher hat sich das Bürgerportal von Anfang an mit ähnlichen Medienprojekten vernetzt und ausgetauscht. Mit einem gemeinsamen Leitbild haben diese Pioniere jetzt einen weiteren Meilenstein erreicht.

Das Bürgerportal Bergisch Gladbach gehört zu einer Gruppe von kleinen, unabhängigen Projekten, die sich für die Stärkung des Lokaljournalismus stark machen. Sie haben unterschiedliche Hintergründe, arbeiten mit verschiedenen Geschäftsmodellen und Konzepten – doch wenn es um den Journalismus selbst geht, sind sie sich einig.

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Diese Pioniere setzen auf eine seriöse Berichterstattung und stellen die Bedürfnisse der eigenen Leserschaft in den Vordergrund. Dafür hat sich der Begriff „Community Journalismus“ durchgesetzt – die Redaktion des Bürgerportals würde das mit „moderner Lokaljournalismus“ übersetzen.

Nach vereinzelten Kooperationen hatten wir 2023 mit organisatorischer Hilfe des CORRECTIV StartHub eine kleine informelle Allianz unabhängiger Lokalmedien gegründet. Seit dem Auftakt in Bergisch Gladbach treffen wir uns regelmäßig, neben dem Bürgerportal gehören VierNULL in Düsseldorf, RUMS in Münster, Wokreisel in Brandenburg, kolumna in Konstanz, loky* in Berlin, und die Relevanzreporter in Nürnberg und wechselnde Gäste dazu.

Mit „Deine Stimme, Deine Themen“ zur Bundestagswahl und jetzt erneut zur Kommunalwahl NRW haben wir eine erste große Aktion aufgesetzt. Jeder für sich, aber im ständigen Austausch.

Gleichzeitig haben wir an einem gemeinsamen Leitbild für unsere Arbeit gefeilt – und es jetzt veröffentlicht:

Wir stärken unsere Demokratie vor Ort mit Community-Journalismus

Eine verlässliche Informationsversorgung, Engagement und Begegnung vor Ort sind das Fundament für unsere Demokratie. Wir schaffen mit den Mitteln des Journalismus eine empathische, gut informierte und beteiligungsfreudige Gesellschaft. Wir sind die neuen lokalen Medien-Pioniere.

Wir gehen neue Wege 

Wir sind soziale Unternehmerinnen und Unternehmer. Wir suchen mit Mut nach neuen Lösungen für Journalismus vor unserer Haustür und entwickeln innovative Formate.

Wir dienen dem Gemeinwohl

Wir priorisieren das öffentliche Interesse und die Wirkung unseres Journalismus gegenüber kommerziellen Interessen. Wir machen Journalismus, der die Demokratie vor Ort stärkt.

Wir sind unternehmerisch

Wir entwickeln finanziell tragfähige, gemeinwohlorientierte Geschäftsmodelle mit dem Ziel, unsere Unternehmen langfristig in den Dienst unserer Communitys zu stellen.

Wir sind digital UND zum Anfassen 

Wir nutzen die Chancen digitaler Medien, um mehr Menschen zu erreichen. Gleichzeitig schaffen wir Möglichkeiten für echte Begegnungen und öffnen Räume für Diskurse auf Augenhöhe.

Wir recherchieren für die Menschen vor Ort

Wir machen Journalismus, der die Beziehungen mit den Menschen an den Anfang stellt. Wir sind ansprechbar, unsere Recherchen starten mit Fragen und Problemen der Menschen vor Ort. Wir beziehen Menschen ein, die der Journalismus bisher nicht erreicht hat.

Wir recherchieren mit den Menschen vor Ort

Jede und jeder kann etwas beitragen, Expertise, Netzwerke, Zeit oder Geld. So entsteht eine Redaktion, die von den Menschen mitgetragen wird.

Wir suchen nach Lösungen

Wer bei uns mitliest und mitmacht, ist hoffnungsvoll, erkennt Möglichkeiten für Veränderung und findet Wege, um anzupacken. Wir machen konstruktiven Journalismus, der nicht nur Probleme benennt, sondern Lösungen ins Zentrum stellt. Das ist Demokratie im Alltag.

Wir wollen mehr werden

Wo Lokalmedien sterben, braucht es ein verändertes Informations-System, mitgetragen von vielen kleinen neuen Medien-Projekten und -Organisationen. Unabhängige Community-Medien sind in Zukunft eine wichtige Säule dieses Systems, wir wollen diese Säule weiter ausbauen.

Wir arbeiten zusammen

Wir teilen darum unsere Lösungen, unser Wissen, unsere Tools und Infrastruktur miteinander, um uns schneller weiterzuentwickeln und weiteren Akteuren den Weg frei zu machen.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ich begrüße das Leitbild und wünsche mir, dass es Strahlkraft für den Lokaljournalismus entfaltet. Nachdem Niedergang vieler ehemals eigenständiger Lokalredaktionen/Tageszeitungen sind das Bürgerportal und vergleichbare Medien eine Bereicherung für die (lokale) Presselandschaft und unsere demokratische Kultur. Herzlichen Glückwunsch und ein herzliches Dankeschön allen, die daran mitwirken!

  2. Vielen Dank für Ihre Arbeit! Mittlerweile ist das meine morgendliche Lektüre beim ersten Kaffee – Lokalnachrichten sind so wichtig – zu wissen, was vor Ort passiert oder eben nicht passiert – und ich schätze sehr den sachlichen Ton der Artikel und auch, dass die Kommentare moderiert werden. Da könnte sich so manche Zeitung ‘ne Scheibe von abschneiden!

  3. PS. Wenn Sie unsere Arbeit gut finden und unterstützten wollen, dann treten Sie bitte unserem informellen Freundeskreis bei, mit einem regelmäßigen oder einmaligen Beitrag in beliebiger Höhe Im Gegenzug laden wir Sie zu besonderen Veranstaltungen ein und verlosen wertvolle Tickets.

    Hier gibt es alle Infos: https://in-gl.de/unterstuetzen/

  4. Super, vielversprechende Idee! “GEMEINWOHLORIENTIERT” welch ein Wort!!!
    Wir brauchen unbedingt mehr von solchen Portalen wie i-gl.
    Ich hoffe, sehr geehrter Herr Watzlawek, Sie TEILEN dann auch unseren “Drucker” und “Christian-Andreas” u. andere Wertvolle Leute bzw. leihen sie dann und wann kurz aus, wenn Ihre Kollegen und Kolleginnen sie mal mehr benötigen sollten.
    Das hat eine gute Chance, aus den “Angstbeissern” bzw. “Revierverteidigern” von heute (hoffentlich) sozial denkende Menschen zu machen.

  5. Weiter so. Das Bürgerportal ist toll! Es ist eines der wenigen Medien die relativ neutral berichten. Sie kommen von hier und berichten für hier.

    Und noch dazu ein hohes Maß an Werbefreiheit. Hier gibt es keine Paywalls wo man ohne zu bezahlen nur 2 Sätze lesen kann.
    Dazu lässt es noch Kommentare unterschiedlicher Ansichten zu
    Last but not least: Die Autoren hier schreiben noch selbst. KI ist hier kaum zu bemerken.

    Dennoch gibt es auch einige Punkte an denen es optimiert werden kann. Als Beispiel:

    Wenn über die prekäre Situation der Jugendräume hier vor Ort berichtet wird. (Reiterhof, Pfadfinder, Ufo usw)
    Man ließt oft lose Floskeln der Politiker. Und von den Leitern.

    Aber bei so etwas ist es wichtig die Jugend selbst zu fragen. Was die Stadt besser machen könnte. Was sie brauchen.
    Gebt denen mehr eine Stimme die keine haben.
    Das macht Geschichten spannend und der oder die Leserin kann sich besser eine Meinung machen.

    Hoffen wir mal das es das Bürgerportal noch länger erhalten bleibt.
    Nette Grüße

      1. Punkte die optimiert werden können:
        Bitte über Antworten, Verlauf, Entwicklung berichten

        in Ihren verlinkten Beiträgen muss, (müsste, sollte) doch eine Entwicklung stattgefunden haben

        was ist mir den NutzerInnen des Q1 Gebäudes – wo werden diese sein, in diesen Herbst oder eben ab Jan. 26?
        Danke für Ihre Arbeit.

      2. Zu Frage 1: Machen wir. Zu Frage 2: Nein, davon ist öffentlich oder halb-öffentlich nichts bekannt. Wir fragen regelmäßig nach.